Hundeerziehung

 

Die Hundeerziehung beginnt bereits im Welpenalter. Bis zur 11.Woche erkennt ein Welpe noch nicht, wer etwas zu sagen hat oder welche Regeln gelten.

Der Hundename

Für die Hundeerziehung ist bereits der Name von wesentlicher Bedeutung. Kurz prägnant sollte er sein. Am besten eignen sich einsilbige oder Namen mit zwei Silben. Die Wahl des Namens sollte sich auch nach der Rasse bzw. der zu erwartenden Größe des Hundes richten. Kurze Namen erleichtern die Hundeerziehung für den Hund und für den Besitzer.




Ende des Welpenschutzes

Nur so lange dauert der Welpenschutz. Konsequent muss die Hundeerziehung ab der 12. Woche beginnen. Es wird eine feste Beziehung zu einem Menschen aufgebaut. Dieser wird als „Leitwolf“ akzeptiert und muss sich auch so verhalten. Regeln müssen aufgestellt werden. Das Hundetraining beginnt damit, dass der Mensch festlegt, wie lange ein Spiel dauert oder wann gefressen wird. Der Hund hat sich zu unterordnen. Nicht nur das bekannte „Leckerli“ kann als positive Verstärkung eingesetzt werden. Oft sind es lobende Worte und Streicheleinheiten, welche den gleichen Erfolg haben. Ein Hund versteht die Wörter der Sprache nicht. Er unterscheidet für sich zwischen gut und böse an anderen Merkmalen. Das einfachste Instrument ist die Stimme. Mit fester Stimme sind die Kommandos zur Konditionierung zu geben. Mit freundlicher Stimme zeigt man dem Hund an, dass sein Verhalten richtig war. Es ist also eine positive Verstärkung. Die negative Verstärkung wird durch eine strengere Ausdrucksweise unterstützt. Kein Vertrauensverhältnis kann aufgebaut werden, wenn als negative Strafe der Hund angeschrien wird. Erfolgt die Hundeerziehung innerhalb einer Familie, müssen alle Mitglieder an einem Strang ziehen.

Den Hund verstehen

Wichtig ist zu wissen, dass ein Hund kein schlechtes Gewissen kennt. Ist eine negative Strafe notwendig, muss diese unmittelbar erfolgen. Hat der Hund aus Langeweile etwas zerstört und es wird später entdeckt, hilft hier kein Anschreien mehr, denn der Hund weiß gar nicht warum. Ist man im Gegensatz dazu dabei, wenn etwas mutwillig geschieht, sollte die negative Strafe die logische Konsequenz sein. Bereits im Welpenalter ist die Konditionierung erforderlich. Das betrifft auch das Beißverhalten. Spielerisch kann dem Hund das zwicken und knabbern abtrainiert werden. Wieder gilt es, keine negative Strafe anzuwenden. Beißt ein Hund beim Spiel zu fest zu, hilft ein leichtes „Quietschen“. Dies versteht der Hund besser, als wenn die Hand schnell zurückgezogen würde. Hier ist er der Auffassung, dass dieses Spiel weitergeht. Nach einer kurzen Unterbrechung sollte diese spielerische Erziehungsmaßnahme wiederholt werden.

Ein gut erzogener Hund springt nicht an dem Menschen hoch. Die einfachste Methode dies dem Hund abzugewöhnen, da dies ein Verhalten des Tieres ist, um den Mundwinkel zu lecken und seine Unterwürfigkeit zu dokumentieren, ist ruhig stehen zu bleiben. Setzt sich der Hund hin, ist die positive Verstärkung, durch ein Lob oder ein Leckerli angebracht. Tiere sollten nach und nach daran gewöhnt werden, dass sie eine gewisse Zeit ohne ihr Herrchen sind. Da eignet es sich, die Zeiten nach und nach zu steigern. Eine Belohnung für geduldiges Warten zeigt dem Hund an, dass das Herrchen nur einige Zeit nicht da ist und ein braves Warten angesagt ist.




Die ersten Kommandos der Hundeerziehung


Kurze Kommandos wie „Hier“, „Sitz“, „Platz“, „Bleib“, „Aus“ und „Bei Fuß“ sind am wichtigsten. Zu jedem Kommando gehört eine Handbewegung. Das Handzeichen hat generell vor dem Befehl zu erfolgen. Erst wenn das gewünschte Verhalten eintritt, ist eine positive Verstärkung angebracht. Ein unerwünschtes Verhalten ist zu ignorieren. Die Konditionierung sollte nicht länger als 5 – 10 Minuten dauern. Ab einem Alter von einem halben Jahr kann man die Konditionierung auf eine halbe Stunde pro Tag erweitern. Sichere Zeichen, dass der Hund überfordert ist, sind das Gähnen, das Kratzen oder er legt sich einfach hin.

Kommando „Hier“ wird mit dem Handzeichen auf den Oberschenkel klopfen begleitet.

Der erhobene Zeigefinger steht für den Befehl „Sitz“.

Führt man die Handfläche langsam nach unten, sollte die Reaktion „Platz“ sein.

Die Konditionierung lässt sich am besten zu zweit erreichen, wenn es um den Befehl „Bleib“ geht. Das Herrchen entfernt sich von dem Hund mit diesem Befehl. Die zweite Person hält ihn einen Moment zurück. So kann durch die positive Verstärkung das richtige Verhalten schneller verinnerlicht werden.

Zur Hundeerziehung gehören noch die Kommandos „Aus“ und „Bei Fuß“.

„Aus“ ist wieder ein Befehl, welcher spielerisch beigebracht werden kann. Nimmt man beispielsweise den Ball, welchen der Hund in der Schnauze hat, sollte dieser nach dem Kommando „Aus“ fallen lassen. Klappt das nicht, fasst man ihm leicht auf die Schnauze und drückt leicht von oben gegen die Lefzen. Lässt er nun den Ball fallen, ist sofort eine Belohnung wichtig.

Für das Kommando „Bei Fuß“ eignet sich eine Leine.





Fehler bei der Hundeerziehung

Um zu erreichen, dass der Hund stubenrein wird, ist es falsch den Hund mit der Nase in den Urin zu drücken, oder ihn mit seinem Kot einzureiben.

Langes Warten bei Verhaltensauffälligkeiten

Bei der Hundeerziehung ihn zu rufen um ihn zu bestrafen

Schlagen des Hundes oder Einsatz von schmerzhaften Erziehungsmitteln

Inkonsequenz

Unzureichende oder zu späte Belohnung

Diese Maßnahmen wirken sich negativ auf das Hundetraining aus.


Erklärungen zur Hundeerziehung

Die Positive Verstärkung sollte ständig im Vordergrund stehen. Sie kann durch Leckerli erfolgen. Eine ebenso gute Wirkung zeigt das Loben des Hundes und das Streicheln.

Die negative Verstärkung ist bei der Hundeerziehung anzuwenden in Form von Nichtbeachtung, keine Vergabe von positiven Dingen wie das Leckerli oder die Streicheleinheiten.

Die Konditionierung ist altersabhängig zu gestalten. Bei Welpen sind 5 bis 10 Minuten ausreichend. Sind die Hunde etwa ein halbes Jahr alt, kann die Dauer bis auf eine halbe Stunde gesteigert werden.

Das „Nackenschütteln“ ist beim Hundetraining unbedingt zu vermeiden. Dies ist kein Kommunikationsmittel zwischen Tier und Mensch.

Ebenso verhält es sich bei der Hundeerziehung mit der „Alpharolle“. Dieses Zeichen der Unterwerfung gehört nur in die Tierwelt. In diesem Fall hat es eine Bedeutung für die Rangordnung.

Bei der Hundeerziehung ist der „Leinendruck“ eine sehr schlechte Maßnahme. Sie verursacht Schmerz und baut kein Vertrauen auf. Ein Lernprozess wird damit nicht gefördert.




Die Hundesprache

Die Grundlage einer Hundeerziehung ist die Sprache des Hundes zu verstehen. Hier einige Beispiele, wie die Körpersprache zu deuten ist.

Der Hund spitzt die Ohren, legt die Stirn in Falten und neigt seinen Kopf nach einer Seite. Dies ist ein sicheres Anzeichen erhöhter Aufmerksamkeit. Er ist dabei wachsam und verfügt über Selbstvertrauen.

Rollt sich hingegen ein Hund zur Seite, ist dies ein Zeichen dafür, dass er traurig ist. Erfolgt dieses Verhalten nach einer Bestrafung, zeigt es, dass er beleidigt ist.

Oft falsch interpretiert wird das Schwanzwedeln. Dieses ist im Zusammenhang mit der gesamten Körperhaltung des Hundes zu betrachten. Steht ein Hund mit erhobenem Haupt vor dem Menschen und wedelt mit dem Schwanz nur kurz hin und her, ist es ein Zeichen der Dominanz. Sollte die Rute dabei erhoben sein, kann es sein, dass sich eine Aggression aufbaut.

Ein weit ausschweifendes Wedeln des Schwanzes zeigt, dass der Hund freudig erregt ist. Zu beobachten ist dann auch, dass die Ohren häufig angelegt sind. Zieht der Hund den Schwanz ein und klemmt diesen unter seinen Bauch, hat er große Angst. Der Kopf ist oft gesenkt und die Ohren sind angelegt. Die erhobene Rute ist ein Zeichen von erhöhter Anspannung.

Die Rückenlage hat zwei Bedeutungen. Es ist zum einen eine Gebärde der Unterwerfung. Zum anderen, wenn der Hund sich beispielsweise auf frischem Gras hin und her wälzt, ist es ein Zeichen dafür, dass er sich sehr wohl fühlt.

Beim Hundetraining trifft auch zu, die Augen des Hundes lügen nicht. Ein direktes Starren in die Augen des Menschen zeigt eine Angriffslust und Dominanz aus. Manche Hunde können den Menschen kaum direkt in die Augen schauen. Dies ist nicht mit einer Unterwürfigkeit gleich zu setzen.

Die Laute, wie das Knurren sind ebenfalls zu unterscheiden. Ist es ein ruhiges tiefes Knurren, zeigt es eine Phase des Wohlbefindens. Ein tiefes Grollen geht dem Knurren voraus und sollte ernst genommen werden. Dies ist die Warnung vor dem Angriff. Ein kurzes scharfes Bellen zeigt, das sich der Hund bedroht fühlt. Ist dieses Bellen in einem Intervall von ein-bis zweimal kurz hintereinander erfolgt, drückt es Freude aus. Ein lang anhaltendes Bellen zeigt, dass der Hund mehr Aufmerksamkeit benötigt. Ein langsames Bellen, welches sich steigert und hastig wird, zeigt an, dass das Revier bedroht wird.

Sollten dennoch bei der Hundeerziehung Probleme auftreten, ist die Teilnahme an einem Hundetraining in einer Hundeschule sehr hilfreich. Unter Artgenossen lernt es sich bessern. Außerdem erhält man noch wertvolle Hinweise, was an der Erziehung zu verbessern ist.

Auch bei einer guten Erziehung sollte der Versicherungsschutz nicht vergessen werden. Ebenfalls ist an den Impfschutz und an die Anmeldepflicht beim zuständigen Amt zu denken.