Bergamasker Hirtenhund (Hirtenhund der Abruzzen)

Beschreibung:

Der Bergamasker Hirtenhund (Cane da Pastore Bergamasco) wird auch Hirtenhund der Abruzzen genannt und ist ein großer, rustikaler Schäferhund. Bergamasker Rüden erreichen in etwa eine Widerristhöhe die zwischen 58 cm bis 62 cm. Sie werden dabei ungefähr 32.0 kg - 38.0 kg schwer. Hündinnen fallen mit 54 cm bis 58 cm Größe bei einem Gewicht zwischen 26.0 kg und 32.0 kg kleiner und leichter aus.

Der Kopf des Hirtenhund der Abruzzen ist groß und darf dabei aber nicht plump wirken. Seine Ohren sind dünn und werden hängend getragen. Sie sollten ungefähr die halbe Kopflänge haben. Die Augenfarbe sollte mit dem Fell harmonieren. Eine über den Rücken gerollte Rute ist unerwünscht, sie sollte in Ruhe bis zum Sprunggelenk herabhängen und in Erregung sichelartig hochgeschwungen getragen werden, bedeckt ist sie mit ziegenartigem Haar, kürzere Ruten werden vorgezogen.

Charakteristisch für diese Hunde ist die üppige und zottelige, verfilzte Behaarung im hinteren Bereich, die so einen natürlichen Schutz bildet. Die Farbe des Haarkleids ist grau in allen Schattierungen, blue-merle, also grau-schwarz gefleckt. Auch ein ganz schwarzes Haarkleid ist möglich, weiße Abzeichen sind erlaubt.

Pflege:

Um das typische Aussehen des Bergamasker zu bekommen ist eine herkömmliche Fellpflege unnötig. Im zweiten Lebensjahr verfilzen Ober- und Unterwolle. In der Folge bekommen die Hunde dann die typischen Zotteln.

Im Kopf und Nackenbereich sollte das Fell nicht verfilzen - der italienische Fachbegriff für diese unterschiedlichen Fellbereiche ist „Doppio Pelo“. Am Bauch wird das Fell praktischerweise ganz kurz gehalten, so dass die Zotteln quasi wie ein Umhang getragen werden.

Verwendung:

Der Bergamasker Hirtenhund ist ursprünglich ein äußerst vielseitiger Hund. Er wurde sowohl zum Treiben und Führen als auch als Wachhund für Gebirgsherden verwendet. Heute erfreut sich diese Hunderasse zunehmender Beliebtheit als Familienhund. Der Hirtenhund der Abruzzen ist auch für Dogdancing, Mantrailing und Agility sehr zu begeistern.

Neben seiner ursprünglichen Hütearbeit in den Alpen werden Bergamasker zum Beispiel auch als Therapiehunde in Altersheimen und Kinderhorten eingesetzt.

Wesen:

Für seine ursprüngliche Verwendung, dem Führen und Bewachen der Herde, musste sich der Hirtenhund der Abruzzen Wachsamkeit und Konzentrationsfähigkeit aneignen.

Der Bergamasker ist somit ein sehr wachsamer Hund. Darüber hinaus hat er eine sehr gute Auffassungsgabe und lernt sehr gut. Er ist gelassen und geduldig. Darüber hinaus bindet er sich stark an seine Halter.

Aufgrund dieser Eigenschaften eignet er sich als hervorragender Wach- und Begleithund. Der Bergamasker Hirtenhund braucht allerdings viel Beschäftigung. Hier bieten Hundesport Aktivitäten eine Möglichkeit den Hund artgerecht auszulasten.

Herkunft und Geschichte:

Die italienischen Hirtenhunde sind vermutlich Nachkommen der persischen Schäferhunde. Der Bergamasker Hirtenhund und der Maremmaner Hirtenhund (Maremmano) sind die in Italien verbreitetesten und ältesten Hirtenhunde. In Italien wurde im Jahre 1898 das erste Zuchtbuch der Bergamasker Hirtenhunde begonnen.

 

Dieser Artikel basiert auf dem FCI Rassestandard:
Rassestandard Nr. 194 der FCI: Bergamasker Hirtenhund (deutsch)
und auf dem Artikel Hirtenhund_der_Abruzzen aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung). In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.