Bernhardiner

Beschreibung:

In der Regel erreicht ein Bernhardiner eine Widerristhhe von bis zu 90 cm und gehrt somit zu den sehr groen Hunderassen. Sein Fell ist langhaarig oder stockhaarig und liegt sehr dicht und glatt am Krper an. Die vorherschende Fellfarbe des Bernhardiners ist wei mit rotbraun oder rotbraun mit wei in verschiedenen Abstufungen.

Ein Bernhardiner sollte weie Abzeichen an der Brust, den Pfoten, der Nase, dem Hals und der Rutenspitze haben. Wie bei allen sehr groen und sehr massigen Hunden ist das Durchschnittsalter eher niedrig.

Laut Guinness-Buch hie der schwerste Bernhardiner Benediktiner vom Schwarzwaldhof und lebte in der Stadt Grand Rapids in den Vereinigten Staaten von Amerika. Er brachte am 20. Mrz des Jahres 1987 ein Gewicht von 140,6 kg bei einer Schulterhhe von 99 cm auf die Waage.

Neben dem Mastiff zhlt der Bernhardiner zu den schwersten Hunderassen.

Gesundheitliches:

Die Hunderasse ist aufgrund ihrer Gre und ihres Gewichts stark von Hftgelenksdysplasie betroffen. Daneben ist eine familire Hufung von Osteosarkom (Knochenkrebs) beschrieben. [3]

Darber hinaus leidet diese Rasse wie viele groe Hunde verstrkt an Magendrehung.

Vermarktung des Bernhardiners:

Bis im Jahr 2005 war das Hospiz auf dem Groen Sankt Bernhard der Hauptzuchtort der Rasse. In diesem Jahr verkauften die Augustiner-Chorherren die Zucht an die Fondation Barry du Grand-St-Bernard, eine Stiftung, die nun die Zucht weiterfhrt. Whrend der Sommermonate befindet sich allerdings etwa die Hlfte der Hunde auf dem Hospiz. Dies war von den Chorherren als Bedingung fr den Verkauf bestimmt worden, weil die Hunde eine wichtige Touristenattraktion auf dem Pass darstellen. Eine groe Zahl von Souvenirs mit den legendren Hunden wird feilgeboten.

Im Juni 2006 wurde in einem alten Militrarsenal in Martigny das Muse et Chiens du Saint-Bernard erffnet. Das Museum zeigt, neben lebenden Exemplaren, alle mglichen Exponate mit Bezug zum Bernhardinerhund, darunter Briefmarken aus aller Welt und Bilder von Barry als Werbetrger.

Viele der mythischen Geschichten um den Hund sind denn auch frei erfunden, wurden aber so oft weitererzhlt und umgeschrieben, dass es schwierig ist, Wahrheit von Legende zu trennen. Dazu zhlt auch das berhmte Schnapsfsschen, das die Hunde auf jeder Abbildung um den Hals tragen, angeblich um den Lawinenopfern einen Schluck daraus zur Aufwrmung zu geben. Die Legende entstammt vermutlich einem Brief, den einer der Soldaten Napoleons beim Zug ber den St. Bernhard schrieb.

Die vllig berforderten Chorherren hatten die Hunde als Transporttiere eingesetzt, um den erschpften Soldaten Verpflegung zu bringen. In diesem Brief stand: Wir staunen darber, dass es in diesem Kloster sehr groe Hunde gibt, die Reisende aufspren, die im Schnee verloren gingen. Sie richten sie auf, bieten ihnen Branntwein dar, den sie um den Hals gebunden mitfhren und fhren sie ins Haus. Die Geschichte wurde mndlich weitererzhlt und in verschiedenen Filmen als Motiv aufgenommen, ihr Wahrheitsgehalt ist jedoch hchst umstritten.

Einige der erhalten gebliebenen Fsschen zeigen, dass es sich wohl nur um ein Schmuckstck handelte, denn diese Fsser haben keine ffnung. Dazu wre das Fass fr die Hunde bei der Suche nach Verschtteten im tiefen Schnee sehr hinderlich – ganz abgesehen von der Tatsache, dass der Konsum von Alkohol bei Unterkhlung kontraproduktiv ist.

Wesen:

Der Bernhardiner ist ein groer, krftiger Hund. Trotz seiner imposanten Gre ist er jedoch sehr sensibel und hat einen zuverlssigen und treuen Charakter. Er ist ein sehr sanftmtiger und liebevoller Hund. Dieses Temperamet bringt er sogar mit Fremden zum Ausdruck.

Insgesamt ist er ein ausgeglichener, ruhiger Hund. Er ist aber auch im Besitz eines ausgeprgten Beschtzerinstinkts. Sein "Dickkopf" ist eher typisch fr diese Rasse. Berhmt wurden die Bernhardiner durch ihren unfehlbaren Ortssinn, die gute Nase sowie durch ihre Wetterfhligkeit, Ausdauer und Wetterfestigkeit.

Herkunft und Geschichtliches:

Unter dem Namen Bernhardiner werden die Hunde des Hospizes auf dem Groen St. Bernhard verstanden, das um 1050 gegrndet wurde. Hunde zur Untersttzung der Mnche werden etwa ab Ende des 17. Jahrhunderts vermutet.

Die Mnche holten sich Hunde dazu aus der Umgebung, die zu den Vorfahren der heutigen Sennhunde zhlen. Eine regelrecht durchgngige Zucht war auf der Passhhe nicht mglich, immer wieder wurden Hunde nachgeholt, weil der Stamm erloschen war. In der Regel wurden die Hunde zudem nicht alt. 6 bis 8 Jahre waren auf Grund der ueren Umstnde blich. Die frhen St. Bernhardshunde hatten mit den heutigen nur eine entfernte hnlichkeit, weder die Gre noch die Farben entsprachen dem heutigen Hundetyp. Erst im 19. Jahrhundert stabilisierte sich das Aussehen, der fr die Arbeit auf dem Pass ungeeignete Langhaar kam hinzu. Deutschland schuf unter dem Namen Alpenhund einen eigenen Standard. 1887 wurde der Schweizer Standard allgemein anerkannt und war fortan federfhrend. [1]

Bekannt wurde der Bernhardiner durch seine Nutzung als Lawinenhund bei den Augustiner-Mnchen des Hospizes auf dem Groen St. Bernhard und vor allem durch den Lawinenhund Barry, der ber 40 Menschen das Leben gerettet haben soll.

Heute ist der Bernhardiner auf Grund der Zuchtauslese fr diese Aufgabe ungeeignet - er ist zu schwer und zu massig geworden. Abgelst wurde er durch den Deutschen Schferhund und in neuerer Zeit durch den Belgischen Schferhund. Hunde stellen bei der Lawinensuche jedoch weiterhin ein unverzichtbare Hilfe dar, da Lawinensonden und LVS-Gerte bisher nicht weit genug entwickelt sind.

Heute ist der Bernhardiner ein Haus- und Begleithund. Seit 1884 gilt er als Schweizer Nationalhund.[2]

Der Bernhardiner war Anfang des 20. Jahrhunderts wesentlich leichter und kleiner als 80 Jahre spter. (Zum Vergleich auch das Bild des ausgestopften Hunds Barry, der Anfang des 19. Jahrhunderts gelebt hat.) Der Bernhardiner ist auch ein Beispiel, wie Zucht in die falsche Richtung fhrt: Der Bernhardiner ist nicht mehr zu den Leistungen fhig, wie der Ur-Bernhardiner.

Als Rettungshund ist er seit Jahrzehnten ungeeignet. Einhergehend mit dem Zuchtziel Gre und Masse und anderen zchterischen bertreibungen knnen heutzutage gesundheitliche Probleme auftreten. So kann er nicht mehr als Gebrauchshund gefhrt werden. Manche Wissenschaftler sehen Anzeichen von Qualzucht in einigen Zuchtlinien.

 

 

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Bernhardiner aus der freien Enzyklopdie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz fr freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung). In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfgbar.