Böhmisch Rauhbart (Český fousek)

Beschreibung:

Der Böhmisch Rauhbart, eigentlich Český fousek genannt, ist ein großer Vorstehhund, der seine Ursprünge in der tschechischen Republik hat. Rüden dieser Hunderasse werden in etwa 60 cm bis 66 cm groß und erreichen dabei ein Gewicht welches in etwa zwischen 28 kg und 34 kg liegt. Hündinnen werden mit 58 cm bis 62 cm etwas kleiner, erreichen dabei aber ein deutlich geringeres Gewicht. Sie werden ungefähr 22 kg bis 28 kg schwer und sind im allgemeinen etwas zierlicher und leichter gebaut.

Der Český fousek (böhmisch Rauhbart) hat rauhaariges und eher kurzes Fell. Er ist damit auch für das raue Klima der Berge gut gewappnet. Die Fellfarben sind dunkelschimmel mit oder ohne braune Platten; braun mit melierten Abzeichen an der Vorderbrust und an den unteren Gliedmaßen oder braun ohne jegliche weitere Abzeichen. Die mit kurzem, weichem Haar bedeckten Ohren des Český fousek sind hoch angesetzt und breit, am Ende leicht abgerundet und liegen gut am Kopf an. Die Rute bildet optisch die Verlängerung der Rückenlinie, mittelstark. Seinen deutschen Namen erhielt er vom typischen Bart, weil sich am Unterkiefer sowie an den Lefzen längeres und weicheres Haar befindet. Die Stirn, der Oberkopf und die Backen des böhmisch Rauhbart sind mit einem kurzen und derben Haar bedeckt.




Verwendung:

Der Böhmisch Rauhbart wird als universeller Hund für Feld-, Wasser- sowie Waldarbeit verwendet. Raubzeugscharf ist er trotzdem leicht zu führen und seinem Hundeführer und dessen Familie sehr zugetan.

Wesen:

Der Böhmisch Rauhbart ist ein ausdauernder und arbeitswilliger Jagdhund. Er ist relativ leicht zu führen und seinem Hundeführer und seiner Familie sehr zugetan und anhänglich. Er besitzt allerdings auch einen großen Jagdtrieb, aufgrund dessen dieser Hund nicht für unerfahrene Halter zu empfehlen ist.




Herkunft und Geschichte:

Die älteste bekannte Aufzeichnung über einen böhmischen Jagdhund stammt aus dem Jahr 1348. Diese Dokumente sind auf der Burg Karlstein zu finden. Ob es sich bei dem Hund um einen Vorstehhund handelte, ist allerdings nicht bekannt. Erst in späteren Aufzeichnungen wird dieser als „canis boehmicus“, ´zu deutsch also Böhmischer Rauhbart, bezeichnet. Im 16. und 17. Jahrhundert scheinen die tschechischen Jagdhunde im mitteleuropäischen Raum sehr beliebt gewesen sein. Eine erste eindeutige Zuordnung ist erst im 1882 erschienenen Werk „Myslivost“ (Jagdwesen) von J. Černý zu finden. Die Anerkennung begann 1881 mit der Gründung des „Vereins für die Züchtung und Abrichtung von Jagdhunden“, von 1882 stammt der erste Rassestandard. 1886 wurde in Písek der „Klub zur Förderung des Böhmischen Vorstehhundes“ gegründet und der Name Český Fousek festgelegt. [1]

Bis zum Ersten Weltkrieg war der Český Fousek der häufigste rauhaarige Vorstehhund auf dem Gebiet Böhmens. Nachdem die Rasse durch den folgenden Krieg dezimiert worden war, begannen deren Liebhaber in den 1920er Jahren sie wieder aufzubauen. Dazu wurden die wenigen verbliebenen Exemplare des Böhmischen Rauhbarts mit rauhaarigen Pointern und Griffons gekreuzt, um die heute bekannte, moderne Rasse des Český Fousek zu erhalten. Erst 1958 wurde das Einkreuzen fremder Rassen eingestellt. [1]

Derzeit nimmt diese Hunderasse bei den Zuchtzahlen für Jagdhunde in ihrem Ursprungsland wieder Platz zwei ein.[2] Der böhmische Rauhbart erfreut sich im mitteleuropäischen Raum immer größerer Beliebtheit. In Österreich, Deutschland und der Schweiz gibt es Besitzer, Züchter und Zuchtvereine des Český Fousek.

Literatur:

  1. Hans Räber: Enzyklopädie der Hunderassen. Bd.2, Franckh-Kosmos Verlag, Stuttgart 1995/2001, ISBN 3-440-06752-1, Der Böhmische Rauhbart, S. 550ff.

  2. Rassestandard Nr. 245 der FCI: Český fousek

Dieser Artikel basiert auf dem FCI Rassestandard:
Rassestandard Nr. 245 der FCI: Český fousek
und auf dem Artikel Český_fousek aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung). In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.