Bullterrier

Beschreibung:

Der Bullterrier ist ein krftig gebauter und sehr muskulser Hund. Unabhngig von der Gre des Hundes sollten Rden maskulin und Hndinnen feminin aussehen. Er hat einen durchdringenden und entschlossenen Gesichtsausdruck. Bei den Bullterriern gibt es keine vom Rassestandard vorgegebene Gre und kein vorgegebenes Gewicht. Der Eindruck hchstmglicher Substanz sollte aber gegeben sein. Deswegen werden Bullterrier nicht allzu gro gezchtet, da dies mit zunehmender Gre nicht mehr so leicht erreicht werden kann.

Ein einzigartiges Merkmal des Bullterriers ist sein downface (darunter versteht man divergierende Kopflinien) und der Kopf in Eiform.

Die Ohren sind klein, dnn und nahe zueinander angesetzt, steif aufgerichtet. Typisch fr diese Hunderasse ist der eifrmige Kopf mit einer konvexen, so genannten rmischen Nase. Die Form des Kopfes geht auf Zuchtbemhungen von Raymond Oppenheimer zurck.

Ein Bull Terrier hat kurzes und glattes Fell. Meistens ist dies rein wei. Bei farbigen Hunden muss die jeweilige Farbe dominieren. Gesprenkeltes und blaues Fell wird nicht gern gesehen. Ursprnglich wurden Bullterrier als rein weie Hunde gezchtet. Von Anfang an gab es aber auch Zchter, die farbige Hunde bevorzugten. Die farbigen Bullterrier entstanden unter anderem durch das Einkreuzen von Staffordshire Bullterriern. Bis ins Jahr 1950 bestand jedoch beim Kennel Club ein Kreuzungsverbot fr weie mit farbigen Tieren.[1]

Rechtliches:

Der Bullterrier wird von den meisten deutschen Bundeslndern in ihren Hundeverordnungen oder -gesetzen in der Liste der gefhrlichen Hunde aufgefhrt.

Das hat zur Folge, dass die Haltung und/oder Zucht des Bullterriers in diesen Bundeslndern verboten oder eingeschrnkt ist. Darber hinaus wird diese Hunderasse im Hundeverbringungs- und Einfuhrbeschrnkungsgesetz gefhrt, wodurch der Import in das Bundesgebiet verboten ist. Dies gilt auch fr Bundeslnder, in denen der Bullterrier nicht in der Rasseliste steht.

In der Schweiz fhren neun der elf Kantone mit Rasselisten den Bullterrier auf diesen Listen.  Eine Haltung ist in diesen Kantonen bewilligungspflichtig.

In den Kantonen Wallis und Zrich sind Haltung, Zucht und Einfuhr verboten.

Wesen:

Der ideale Charakter eines Bullterriers wird als eigensinnig, feurig und tapfer beschrieben. Er sollte dabei mit einem ausgeglichenen Wesen ausgestattet sein. Des weiteren sollte er sich diszipliniert und freundlich gegenber Menschen zeigen.

Zchter sollen nunmehr Tiere, die diesen Forderungen nicht nachkommen, nicht wesensfest oder gar aggressiv sind, von der Zucht ausschlieen.[7]

Die FCI verlangt in der Rassebeschreibung folgende Eigenschaften: „Mutig, lebhaft, mit einem verspielten Wesen. Ausgeglichenes Wesen und diszipliniert. Obgleich sehr eigensinnig, ist er im besonderen sehr gut gegenber Menschen.“ [8]

Herkunft und Geschichtliches:

Die Zucht des Bullterriers hatte in Mittelengland ihren Anfang und damit an den Orten der groen Kohlezentren und Porzellanmanufakturen. Hier hatten Tierkmpfe verschiedenster Arten eine Monopolstellung und war eine uerst beliebte Abwechslung der Bevlkerung. [1]  Es wurde eine kleine, bewegliche und sehr leistungsfhige Hunderasse gesucht, die Hundekmpfe durch Schnelligkeit, Mut und Aggressivitt spektakulrer machen konnte. Der Fang eines solchen Hundes sollte auch besser zum Beien geeignet sein als die des eher langsamen Vollblut-Bulldogs.[1]

So entstand der Bullterrier als eine Kreuzung zwischen der englischen Bulldogge alten Typs, dem spter nach dem Inkrafttreten des Kupierverbotes in England um 1880 ausgestorbenen White English Terrier und dem Dalmatiner. Noch heute gibt es in der Zucht von Bullterriern Hunde, die ihrem ueren nach zum einen oder anderen Rasseahnen hin tendieren. So spricht man vom Dalmatiner- (eher hochlufig, nicht so schwer gebaut, wirkt eleganter), Bulldog- (eher kurzlufig, sehr knochenstark, schwer und plump gebaut, hufig mit Vorbiss behaftet) oder Terrier typ.

Bevorzugt wird der sogenannte „Allrounder“, die als perfekt betrachtete Mischung aus allen drei Hundetypen in einem Individuum vereint. Um 1850 begann der Tierhndler James Hinks aus Birmingham mit der systematischen Zucht der neuen Rasse. Weil es ber die frhe Zeit seiner Zuchtbemhungen keine Zuchtbcher oder andere schriftliche Aufzeichnungen gibt, ist die genaue Herkunft bis heute teils spekulativ. Die Existenz einer neuen Rasse Bullterrier als Kreuzung zwischen Bulldog und Terrier ist jedoch schon um 1821 belegt.[2]

„Die verhltnismig groen Hink’schen Bull Terrier hatten bald viele Bewunderer. Das Bulldogaussehen war weitgehend aus ihnen heraus gezchtet, ihnen fehlten die losen Lefzen und die Wammenbildung des Bullenbeiers. Hinks Terrier, die meist rauhaarig waren, hatten lngere und gestreckte Kpfe, waren strker im Fang. Auerdem waren sie schnell, mutig und muskuls, ohne dabei im Wesen zu sanft zu sein. Sie galten bald als eine der entschlossensten und bissigsten Hunderassen, die erstaunlichen Mut im Kampf mit grerem Raubzeug, vornehmlich Dachsen, entwickelte. (BECKMANN, 1894; RBER, 1995)“[3]

Das damals angestrebte Verwendungsziel beim Bullterrier war neben Dachse-Ziehen (engl.: badger-baiting) und Rattentten (engl.: rat-killing) der Hundekampf mit mehr „Nervenkitzel“. „Bei Kmpfen zwischen Bullterriern fliet Blut, denn jedem Kampf geht eine frchterliche Beierei voraus, bis es dem einen der Kmpfenden gelingt das Pltzchen an der Kehle zu fassen, was fr den, der sich diese Ble gab, "Tod" bedeutet.(STREBEL, 1903)“[3]

Hundekmpfe sind in den meisten Lndern Europas seit langem verboten. Die Zuchtstrategien der Zuchtvereine nderten sich im Laufe der Zeit. Groe Zuchtverbnde zchten heute Bullterrier als Familienhunde. „Es fllt auf […], dass der Bullterrier ein Hund ist, der im Vergleich zu anderen so gut wie berhaupt nicht durch aggressives Verhalten auffllt. Er bietet Aggression nicht als Lsungsstrategie an. Das liegt daran, dass die Bullterrier-Zchter schon lange einen Wesenstest in der Zucht eingefhrt haben.“[4]

Der englische Autor Kevin Kane, der Zugang zu Originaldokumenten von Hinks hat, geht davon aus, dass bereits Hinks keinen Hund fr Hundekmpfe zchtete. Er bezeichnet Hinks' Hunde als Ausstellungshunde. In vielen der weit verbreiteten und in der Literatur dargestellten Geschichten um die Kampfhunde von Hinks hat er Widersprche gefunden und dokumentiert.[5]

Seit der Entstehung der Rasse als Ausstellungshund gab es sie in verschiedenen Gren. Die besonders kleinen Tiere wurden als Toy Bull Terrier bezeichnet und separat gewertet. Sie waren weniger verbreitet als die greren Bullterrier. Nachdem der Kennel Club 1902 die Gewichtsgrenze fr die Toys auf 8 Pounds (3,6 kg) gesenkt hatte, gab es bis zur Neugrndung eines Zuchtklubs fr Miniatur-Bullterrier mit neuem Standard 1938 [6] auf Ausstellungen keine Toys und spter keine Eintragungen in das entsprechende Zuchtbuch mehr.[5]

Am 5. Juli 2011 folgte die FCI dem britischen Vorbild und erkannte den Miniature Bull Terrier unter der Nummer 359 als eigenstndige Rasse an.

 

Literaturangaben:

1. Andrea Steinfeldt: „Kampfhunde“ Geschichte, Einsatz, Haltungsprobleme von „Bull-Rassen“ - Eine Literaturstudie - (PDF-Datei) Hannover 2002 Dissertation, S. 54

2. Andrea Steinfeldt: „Kampfhunde“ Geschichte, Einsatz, Haltungsprobleme von „Bull-Rassen“ - Eine Literaturstudie - (PDF-Datei) Hannover 2002 Dissertation, S. 55

3. Andrea Steinfeldt: „Kampfhunde“ Geschichte, Einsatz, Haltungsprobleme von „Bull-Rassen“ - Eine Literaturstudie - (PDF-Datei) Hannover 2002 Dissertation, S. 56

4. „Ein Hund darf durchaus aggressiv sein, wenn er in bestimmte Zwangssituationen kommt. Das ist Normalverhalten!“ Der Gebrauchshund im Gesprch mit Prof. Dr. Hansjoachim Hackbarth – dem Leiter des Instituts fr Tierschutz und Verhalten an der Tierrztlichen Hochschule Hannover. In: Der Gebrauchshund 2/2005 S. 39

5. a b Hans-Joachim Swarovsky: Nicht frs Kmpfen geschaffen - Miniatur Bull Terrier. In: Partner Hund. Nr. 06, 2004 (Online).

6. The Miniature Bull Terrier Club: History.

7. R. Strebel: Die deutschen Hunde, 2 Bd., E. Ertel, Mnchen 1903 zitiert in Andrea Steinfeldt: „Kampfhunde“ Geschichte, Einsatz, Haltungsprobleme von „Bull-Rassen“ - Eine Literaturstudie - Hannover 2002, Dissertation, S. 56

8. FCI-Standard Nr. 11: Bull Terrier. FCI (5. Januar 2011). Abgerufen am 1. Juli 2011.

 

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