Cão de Água Português (Portugiesischer Wasserhund)

Beschreibung:

Der Cão de Água Português wird im deutschen auch als portugiesischer Wasserhund bezeichnet und ist ein mittelgroßer, massiver Wasserhund, der seine Ursprünge in Portugal hat. Populärer wurde diese eher seltene Hunderasse mit dem Einzug der Familie Obamas in das weiße Haus. Als versprochenes Einzugspräsent für seine Töchter schaffte sich die Präsidentenfamilie einen portugiesischen Wasserhund an.

Ein Rüde dieser Hunderasse wird ungefähr 50 cm bis 57 cm groß und erreicht ein Gewicht zwischen 19.0 kg und 25.o kg. Hündinnen des Cão de Água Português werden kleiner und auch leichter und kommen auf eine Widerristhöhe von 43 cm bis 52 cm. Das Gewicht einer Hündin liegt in etwa bei 16.0 kg bis 22.0 kg.

Es existieren zwei Haarvarianten: gewelltes Langhaar und kürzeres gekräuseltes Haar, einfarbig oder mehrfarbig. Die Einfarbigen sind überwiegend schwarz, selten auch braun oder weiß in verschiedenen Farbintensitäten. Die Mehrfarbigen zeigen Mischungen von Schwarz oder Braun mit Weiß, wobei der Weißanteil das Verhältnis 1/3 nicht überschreiten sollte. Die Ohren werden am Kopf anliegend und die Rute sichelartig über den Rücken getragen. Ein weiteres Kennzeichen der Rasse sind Zwischenzehenhäute, die die Hunde beim Schwimmen unterstützen.[4]

Um Lungen und Herz vor der Kälte des Wassers zu schützen und gleichzeitig eine maximale Beinfreiheit in der Hinterhand zu erhalten, hatte man die Hunde von der Rückenmitte abwärts geschoren. Das ist ein Relikt der Vergangenheit, wird aber auch heute noch so gehalten und als „Löwenschur“ bezeichnet. Auf europäischen Hundeausstellungen und Wettkämpfen ist diese damalige „Arbeitsschur“ heute Pflicht. Der Körperbau ist robust und kräftig, die Bewegung ruhig und kontrolliert. Der Kopf ist kurz, rundlich mit breitem Fang.




Gesundheitliches:

In der Hunderasse gibt es genetisch bedingte Erkrankungen, deren Auftreten durch Gentests und entsprechende Zuchtmaßnahmen verhindert werden kann. Dazu gehören Progressive Retinaatrophie (PRA), Storage isease (GM-1) und Juvenile Dilatative Cardiomyopathie (JDCM). Eine Zucht ohne vorherige Gentests birgt eine hohe Gefahr des Auftretens dieser Krankheiten. Die Tests sind vom VDH jedoch nicht vorgeschrieben.[2]

BBei der VDH-Europasieger-Ausstellung im Mai des Jahres 2009 wurde ein Handzettel der 1. Interessengemeinschaft für den Cão de Água Português verbreitet, in der die Züchter auf die steigende Nachfrage, die Seltenheit der Rasse und ihre genetischen Probleme sowie die Notwendigkeit verantwortungsvoller Zuchtstrategien hinwiesen.[[6]

Verwendung:

Der Cão de Água Português ist ein Fischerhund, der alle Aufgaben übernahm, die ein Hund für den Fischer leisten konnte: Er bewachte Boot, Gerät und Fang, er roch die Fischschwärme und gab den Fischern Signal zum Auswerfen der Netze, sprang ins Wasser und trieb die Fische ins Netz, er trieb entwischte Fische zurück ins Netz, half beim Einholen der Netze und hielt die Verbindung von Boot zu Boot und zum Festland. Früher wurde er an der gesamten Küste Portugals gebraucht. Mit der Modernisierung der Fischerei verlor er sein Aufgabengebiet. Heute findet man ihn als treuen Haushund in vielen Ländern. Aufgrund seines sanften, freundlichen Wesens und seiner Bindungsbereitschaft an den Menschen wird er als kinderfreundlicher Familienhund geschätzt und von verschiedenen Züchtern weltweit gezüchtet. In den USA wird die Rasse häufig in der tiergestützten Therapie eingesetzt.[5]

BeBedingt durch die Tatsache, dass der Cão de Água Português kaum haart, wird er als eine der Hunderassen angesehen, die für Tierhaarallergiker geeigneter erscheint.

Wesen:

In der Rassebeschreibung der FCI wird er folgendermaßen als ein Hund mit einem heftigem Temperament beschrieben. Der portugiesische Wasserhund ist ein eigenwilliger, stolzer, genügsamer und unermüdlicher Hund. Sein Blick ist durchdringend und aufmerksam. Er ist außergewöhnlich intelligent und versteht alle Befehle seines Herrn und gehorcht ihnen. Er ist wachsam, aber kein Kläffer. Da er sehr lernbegierig ist, ist er vielseitig einsetzbar. So hat er viel Freude an sportlichen Aktivitäten wie z.B. Agility, Obedience oder Breitensport und an der Ausbildung zum Rettungshund.

Eine Ausbildung zum Schutzhund ist allerdings nur bedingt möglich. Aufgrund seiner guten Charaktereigenschaften wird er in Portugal und auch in den USA als Therapiehund eingesetzt. Besonders im Umgang mit Kindern erweisen sich die meisten Wasserhunde als außerordentlich rücksichtsvoll mit einer sehr hohen Reizschwelle.




Herkunft und Geschichte:

Wahrscheinlich wurden Wasserhunde schon in vorchristlicher Zeit von den Persern nach Portugal eingeführt. Dort wurde der canis turcus oder the great mongrel dog bereits um das Jahr 600 v. Chr. erwähnt. Als die Römer die iberische Halbinsel besetzten, berichtete man vom canis piscator, einem fischenden Hund. Zur gleichen Zeit war in Rom unter Kaiser Augustus ein Hund mit dem Namen canis leo bekannt. Dieser Hund war wie ein Löwe getrimmt. [1]

Der heutige Rassestandard wurde nach dem Hund Leao, der in den 1930er Jahren lebte, formuliert. Leao stammte von einem portugiesischen Fischer aus Albufeira und war in Besitz von Vasco Bensaude.[2] Heute haben Wasserhunde ihre Bedeutung beim Fischfang verloren und waren daher in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts fast verschwunden. Anfang der 1970er Jahre gab es weltweit ca. 50 registrierte Cães de Água Português, 2008 bereits 10.000.[2]

Neuerdings erfreuen sich Portugiesische Wasserhunde wieder zunehmender Beliebtheit. Beim VDH wurden im Juli 2010 nur zwei Züchter mit der Kennzeichnung Züchter im VDH geführt.[3]

Ein Portugiesischer Wasserhund namens Bo ist auch der so genannte First Dog der Vereinigten Staaten von Amerika, den Präsident Barack Obama seinen beiden Töchtern zum Einzug ins Weiße Haus versprochen hatte. Bo ist ein Geschenk von Senator Edward Kennedy an die Familie Obama.[7] In Folge der dadurch bedingten Medienpräsenz ist die Nachfrage nach Welpen dieser Rasse stark gestiegen. Aus diesem Zusammenhang betrachtet ist es möglich, dass der portugiesische Wasserhund zu einem Modehund werden könnte.[8]

Literatur:

  1. Hans Räber: Enzyklopädie der Hunderassen, Band 2, Seite 718 (Cao de Agua Portugues: Zur Geschichte der Wasserhunde), Franckh-Kosmos Verlag Stuttgart 1993, ISBN 3-440-06555-3
  2. Vernarrt in rare Portugiesen Interview mit Silke Hirtz-Schmidt in Der Hund 5/2008 Deutscher Bauernverlag Berlin ISSN 0323-4924, S. 24–27
  3. VDH Züchtersuche
  4. Hans-Joachim Swarovsky: BI-Lexikon Hunderassen. 2. Auflage. VEB Bibliographisches Institut, Leipzig 1985, S. 124.
  5. Rasseinformation der 1. Interessengemeinschaft für den Cão de Água Português
  6. Der Hund 7/2009 Deutscher Bauernverlag Berlin ISSN 0323-4924, S. 3
  7. Das Weiße Haus hat einen First Dog. in: Spiegel Online vom 12. April 2009
  8. "First Dog" steigert die Nachfrage bei Züchtern bei RP Online (Abgerufen am 3. Juni 2010)

Dieser Artikel basiert auf dem FCI Rassestandard:
Rassestandard Nr. 37 der FCI: Cão de Água Português
und auf dem Artikel Cão_de_Água_Português aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung). In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.