Chihuahua

Beschreibung:

Der Chihuahua ist die kleinste anerkannte Hunderasse der Welt. Ihr ideales Gewicht wird mit 1.5 kg bis 3.0 kg angegeben, wobei allerdings auch Hunde mit weniger Gewicht bekannt sind. Der Rassestandard legt sich bei der Widerristhöhe allerdings nicht fest. Dies ist eher ungewöhnlich. Aber aufgrund des geringen Gewichts ist zu erahnen, dass ein Chihuahua nicht sehr groß ausfallen kann.

Der Chihuahua hat einen sogenannten Apfelkopf und einen ausgeprägten Stop mit kurzem, manchmal etwas zugespitztem Fang. Typisch sind die großen, im Winkel von 45° abstehenden Ohren. Der trotz seiner Kleinheit kompakte Körper ist etwas länger als hoch und steht auf nicht zu feinen, gut bemuskelten und geraden Läufen. Die mäßig lange Rute trägt der Chihuahua über den Rücken gebogen. Der Standard erlaubt alle Farben: von rein weiß, über weißlich mit cremefarbenen Abzeichen, Tricolor (dreifarbig) und andere, bis hin zu rein schwarz. Die Farbe Blau und Merle-Schattierungen sind jedoch nicht ganz unproblematisch, da sie häufiger mit bestimmten Krankheiten oder Missbildungen einher gehen können.

Diese Hunderasse gibt es in zwei Fell Varietäten. Zum einen einen langhaarigen und zum anderen einen kurzhaarigen Chihuahua.

  • Der langhaarige Chihuahua (Pelo largo; poil long; long-haired) hat weiches Haar, befranste Ohren, einen ausgeprägten Halskragen und die Rute voll behaart. Das Haar ist entweder glatt oder leicht gewellt.

  • Der kurzhaarige Chihuahua (Pelo corto; poil court; smooth-haired) besitzt dichtes, weiches, glänzendes Haar, das geschmeidig am Kopf und Körper anliegt.



Rasseproblematik / Gesundheitliches:

Besonders auffällig sind seine überproportional großen Augen und die kurze Schnauze, was bei falscher Zucht zu sehr empfindlichen Augen, Atemproblemen und Zahnproblemen führen kann.

Obwohl das Idealgewicht zwischen 1,5 und 3 kg liegt, werden auch Hunde zwischen 500 g und 1,5 kg akzeptiert. Exemplare über 3 kg werden allerdings in den meisten Vereinen von Zucht und Ausstellungsbewertung ausgeschlossen, wobei es auch Vereine gibt, die im Interesse der Gesundheit des Chihuahuas auch etwas kräftigere Tiere zulassen. Im Rassestandard werden keine Angaben zur Widerristhöhe gemacht, bei Ausstellungen wird jedoch bei ansonsten gleichwertigen Hunden in der Regel dem kleineren der Vorzug gegeben. Dies hat in der jüngeren Vergangenheit zu diesen extrem kleinen Hunden (500 Gramm) geführt, die allerdings in deutlich erhöhtem Maß zu gesundheitlichen Problemen neigen. Die Unterordnung dieser Probleme unter das Zuchtziel, immer kleinere Hunde zu züchten, wird unter Tierschutzaspekten als Qualzucht kritisiert.[2][3]

Verwendung:

Der Chihuahua wurde und wird in der Regel als Begleit-, Schoß- und Familienhund verwendet.

Wesen:

Der Chihuahua ist ein robuster Hund. Er wird als ein lernfähiger und gutmütiger Hund beschrieben und eignet sich somit hervorragend als Begleit- und Familienhund.




Herkunft und Geschichte:

Es gibt mehrere Theorien über die Abstammung des Chihuahuas. Eine ist die, dass diese Hunderasse von den im alten Mexiko vorhandenen Opferhunden (den Techichis) abstammt.[1] In Mexiko gibt es in der Provinz Chihuahua nach wie vor wild lebende kleine Hunde, auf welche der Chihuahua zurückgeführt wird. Laut anderer Quellen wurden Chihuahuas dem vernehmen nach von den alten Aztekenpriestern schon im 8. Jahrhundert gehalten und zählten zu den Lieblingen aztekischer Prinzessinnen. In der Religion sah man in diesen Hunden den Führer toter Seelen auf ihrer Reise ins Jenseits. Aus diesem Grunde mussten bei jeder Beerdigung auch Chihuahuas ihr Leben lassen. Doch er war nicht nur ein Opfertier, sondern wohl auch Bestandteil des Speiseplanes mexikanischer Indianer.

Mitte des 19. Jahrhunderts begannen die Bauern der Provinz Chihuahua ihre kleinen Hunde verstärkt an Touristen zu verkaufen. Über die Vereinigten Staaten von Amerika wurden sie dann nach Europa gebracht und verbreiteten sich bis heute allerdings nicht übermäßig stark.

Literatur:

  1. D. Caroline Coile: The Chihuahua Handbook. Barron's Educational Series, Hauppauge NY 2000, ISBN 0764115219, S. S. 5.
  2. Council of Europe Publishing: Animal Welfare,S. 125, Veröffentlicht von Council of Europe, 2006, ISBN 92-871-6016-3
  3. Sabine Augustin: Kain, was machst Du mit deinem Bruder? Eine ethische Betrachtung der heutigen (Nutz-)Tierhaltung und damit verbundener Folgen, S. 45, GRIN Verlag, 2007 ISBN 3-638-82061-0

Dieser Artikel basiert auf dem FCI Rassestandard:
Rassestandard Nr. 218 der FCI: Chihuahua
und auf dem Artikel Chihuahua_(Hunderasse) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung). In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.