Deutsche Dogge

Beschreibung:

Auffällig ist ganz klar die Größe dieser Hunde. Da erstaunt es kaum, dass diese Hunderasse einer der größten Hunderassen überhaupt ist. Bei männlichen Tieren beträgt die minimale Wiederristhöhe 80 cm und bei weiblichen 72 cm. Eine Unterschreitung dieses Wertes ist unerwünscht, da die Tiere zunehmend durch ihre Größe charakterisiert werden.

Die Deutsche Dogge wird oftmals als Apoll unter den Hunderassen beschrieben. Grund dafür ist ihr edles Gesamterscheinungsbild. Sie besitzt einen großen, kräftigen Körperbau durch den Kraft, Stolz und Eleganz zum Ausdruck kommen. Die Dogge besitzt ein sehr harmonisches Erscheinungsbild dank ihrer wohlproportionierten Linienführung und dem ausdrucksvollen Kopf. Oftmals wird ihr Erscheinungsbild mit dem einer Statue verglichen, dies soll vor allem zeigen wie wertvoll und besonders diese Rasse ist.




Das Gebäude des Körpers erscheint nahezu quadratisch, dies gilt besonders für Rüden aufgrund ihres kräftigeren Körperbaus. Die Rumpflänge, ein Maß von Brustbeinspitze bis Sitzbeinhöcker, sollte bei männlichen Tieren die Wiederristhöhe nicht über 5% übersteigen und bei weiblichen Tieren nicht über 10%.

Für viele ist die Deutsche Dogge der schönste Hund der Welt. In dieser Rasse werden Anmut und Eleganz vereinigt, jedoch kommen auch Kraft und Zielstrebigkeit zum Ausdruck.

Der Schädel sollte in Harmonie zur Gesamterscheinung geformt sein. Er sollte lang gestreckt und aus der Vorderansicht schmal erscheinen. Das "Gesicht" ist sehr markant und ausdrucksvoll. Der Nasenrücken sollte möglichst breit, die Backenmuskulatur nur leicht angedeutet sein und das Stopp deutlich betont sein. Die Färbung der Nase sollte in jedem Falle schwarz sein, jedoch wird bei Tigerdoggen eine schwarz-weiß gefleckte oder fleischfarbene Nase toleriert. Bei blauen Doggen ist die Nase anthrazitfarbig. Der Fang sollte tief und möglichst rechteckig sein, dabei sollten die Lefzen-Winkel gut erkennbar und dunkel pigmentiert sein. Der Kiefer sollte breit sein und zudem ein Scherengebiss, mit 42 Zähnen gemäß der Zahnformel, vorliegen.

Die Augen sollen mit lebhaftem, klugem und freundlichem Ausdruck sein. Zudem mittelgroß, möglichst dunkel, mandelförmig und mit gut anliegenden Liedern. Bei blauen oder gefleckten Doggen kann die Farbgebung variieren. Blaue Doggen haben meist hellere Augen und bei gefleckten Doggen kann es vorkommen, dass diese unterschiedlich gefärbt sind. Die Ohren sind von Natur aus hängend und hoch angesetzt. Der Rücken ist straff und kurz, dabei ist ein leichter Abfall nach hinten möglich und die Lenden sind durchzogen von einer kräftigen Muskulatur, außerdem breit und gewölbt geformt.

Die Kruppe der deutschen Dogge fällt zum Rutenansatz hin leicht ab. Sie erscheint sehr breit und enorm mit Muskeln ausgestattet und die Brust dieser Hunde ist von guter breite mit einer ausreichend ausgebildeten Vorbrust. Außerdem reicht sie bis zu den Ellenbogengelenken. Im Allgemeinen erscheint sie gut gewölbt und bis zu den Rippen zurückreichend.

Die Rute einer deutschen Dogge ist bis zum Sprunggelenk reichend und hoch angesetzt. Dabei ist die Verjüngung zum Ende hin typisch. In der Ruhe des Tieres hängt die Rute mit natürlichem Schwung herab, bei Erregung wird diese jedoch leicht säbelartig getragen. Nie ist die Rute oberhalb der Rückenlinie anzutreffen und eine Bürstenrute ist nicht erwünscht.

Der Gang der Dogge umfasst raumgreifende große Schritte. Durch leicht federnde Bewegungen wirkt die Gangart sehr geschmeidig und harmonisch und die Haut ist straff am Körper anliegend und sollte je nach Färbung gut pigmentiert sein. Das Haar ist sehr kurz anliegend und dicht. Zudem erweckt die Pigmentierung den Eindruck eines Schimmers.

Doggen gibt es nach dem Rassestandard in fünf unterschiedlichen Farben in den drei Farbschlägen "Blau", "Gelb und Gestromt" und "Gefleckt und Schwarz".




Gelbe Doggen sind, wie der Name verrät, im Farbton von hellgoldgelg bis Goldgelb mit einer schwarzen Maske. "Gestromt" bedeutet, dass diese Gelben Doggen in Richtung der Rippen klar und gleichmäßig verlaufende Streifen aufweisen. Eine Maske ist auch hier erwünscht. Unerwünscht sind hingegen weiße Abzeichen an Brust und Zehen.

Die sogenannten Tigerdoggen, also die gefleckten, besitzen eine rein weiße Grundfarbe. Die gesamte Oberfläche sollte gleichmäßig von zerrissenen, ungleichmäßigen lackschwarzen Flecken durchzogen sein. Eine spezielle Form sind die Manteltiger. Bei einer Geflecktzucht kann es vorkommen, dass die Tiere rein Schwarz sind. Als Manteltiger werden sie dann bezeichnet, wenn sie an Fang, Hals, Brust, Bauch, Läufen und Rutenspitze weiß abgesetzt sind. Die schwarze Oberfläche bildet einen Mantel, der die weißen Abzeichen umhüllt.

Ist eine Dogge Blau, so entspricht die Farbgebung einer stahlblauen Farbe, bei der weiße Abzeichen an Brust und Pfoten zugelassen sind. Die Vermischung der Farbschläge ist in der Zucht strengstens untersagt. Die einzige Ausnahme bilden sogenannte "Sanierungszuchten".

Die sogenannte Qualzucht ist seit 1990 verboten. Bei dieser werden gefleckte Doggen mit anderen gefleckten Doggen verpaart. Das Risiko bei dieser Zucht ist, dass einige Tiere träger des Merle-Gens sein können, bei dem es zu weißen, blinden oder tauben Welpen kommt.


Verwendung:


Die Deutsche Dogge ist ausgeschrieben als Begleit-, Wach - und Schutzhund. In der heutigen Zeit wird sie allerdings auch sehr gerne als Familienhund gehalten, so dass die ursprüngliche Schutzaufgabe dieser Hunde in den Hintergrund tritt.

In Jahrhunderte langer Tradition wurde die Dogge als Jagdhund eingesetzt, jedoch ist sie heutzutage ein treuer und liebevoller Begleiter tausender Familien.


-Anzeige-


Wesen:


Das Wesen einer deutschen Dogge wird als liebevoll, freundlich und anhänglich beschrieben. Im Bezug auf Besitzer, besonders Kinder ist die Deutsche Dogge sehr liebevoll und anschmiegsam. Sie möchte stets in die alltäglichen Abläufe integriert sein und am Leben ihrer Besitzer teilhaben. Das bedeutet, sie eignet sich sehr gut als Familienhund. Im Bezug auf Fremde ist die Deutsche Dogge eher zögern und zurückhaltend. Das Wesen kann als unerschrocken, selbstsicher, leicht führig und gelehrig charakterisiert werden.

Zudem ist die Deutsche Dogge sehr wesensfest und hat eine hohe Reizschwelle. Unkontrollierte oder schnelle Aggressivität werden damit ausgeschlossen.  Sie ist trotz ihres menschenbezogenen Charakters jedoch weniger unterwürfig als andere Rassen. Allgemein sind sie im Umgang mit Menschen und anderen Hunden sehr verträglich, das ist abhängig vom ausprägungsgrad der Sozialisierung.


Herkunft und Geschichte:

Die Deutsche Dogge hat ihren Ursprung, wie der Name schon sagt, in Deutschland. Ihre Geschichte kann bis vor 4000 Jahren zurückverfolgt werden. In dieser Zeit lebte ein Volk, das sich große starke Kampfhunde hielt. Diese Kampfhunde gelten als Stammeseltern der Deutschen Dogge.

Jedoch ist die Geschichte der Dogge erst ab dem 16. Jahrhundert lückenlos zu verfolgen. Die großen hochläufigen Doggen, so wie wir sie heute kennen und lieben, wurden durch Kreuzungen mit Mastiffs, irischen Wolfshunden und Windhunden geschaffen.

Anfang des 17. Jahrhunderts betrieb man ihre Zucht auch selbstständig in Deutschland, jedoch weiterhin unter dem Namen "Englischer Hund". Dieser Begriff festigte sich bis in das 19. Jahrhundert. Zur damaligen Zeit wurden sie an Fürstenhöfen gehalten, jedoch als Bären,- Eber- und Hirschhunde. Das definiert klar ihre Aufgabe als Gebrauchshunde. Ihre jagdlichen Erfolge verdankten sie dem Kampftrieb und der Kraft des Mastiffs sowie der Schnelligkeit und Gewandtheit des Windhundes. Das bedeutete für diese Rasse den Vorteil nicht nur große kräftige Tiere jagen zu können, sondern auch schnelle gewandte wie zum Beispiel den Hirsch. Aus dieser Zeit stammen die Begriffe "Saupacker" und "Hatzrüden".

Als Hetzjagden ein ende fanden und die Jagdbräuche sich änderten wurde die Dogge zu einem hoch angesehenen Liebhaberhund. So wurde die Rasse, die vorerst nur ein großer, starker Hund war, mit rassetypischen Namen wie Ulmer Dogge, Englische Dogge und Dänischer Dogge versehen, wobei in Kennerkreisen noch weitere Namen bekannt sind. Diese Einteilungen erfolgten aufgrund von Farbgebung und Größe.

1878 wurde in Berlin erstmals die "Deutsche Dogge" ausgestellt. Ein siebenköpfiges Komitee aus engagierten Richtern und Züchtern legte fest das alle vorher entstandenen "Unterrassen" der Dogge unter dem Namen "Deutsche Dogge" zusammengefasst werden sollten. Dies war der Grundstein für eine eigenständige deutsche Hunderasse. Daraufhin wurde 1880 erst mal ein Standard für die Deutsche Dogge festgelegt. Dieser wird vom "Deutschen Doggen-Club 1888 e.V." seit 1888 überwacht. Dieser Standard wurde im Laufe der Jahre jedoch mehrmals überarbeitet. Die heutigen Vorgaben entsprechen den Vorgaben des FCI.


-Anzeige-


Weil die Deutsche Dogge ein Liebhaberhund ist, wird ihr auch eine besondere Ehre zuteil. So ist die Rasse zum Beispiel der offizielle "State Dog" des US-Bundesstaates Pennsylvania. Doggen sind mit ihrer enormen Größe auch Rekordhalter im Guinnessbuch der Rekorde. Die Deutsche Dogge namens Zeus, aus Michigan in den USA hält den aktuellen Rekord mit einer Schulterhöhe von 1,11 Meter.

Dieser Artikel basiert auf dem FCI Rassestandard:
Rassestandard Nr. 235 der FCI: Deutsche Dogge