Deutscher Schäferhund

Beschreibung:

Ein Deutscher Schäferhund ist ein mittelgroßer, kräftiger und stark bemuskelter Hund. Er sollte jedoch niemals schwerfällig dabei erscheinen. Sein Körperbau ist eher länger als hoch. Dabei bildet sein Widerrist die höchste Stelle des Rückens. Im ausgewachsen Zustand sollte der Widerrist bei einem Schäferhund Rüden zwischen 60 cm und 65 cm liegen und der Rüde sollte bei dieser Größe ein Gewicht auf die Waage bringen, welches zwischen 40 kg und 40 kg liegt. In der Regel fallen die Hündinnen mit einer Widerristhöhe zwischen 55 cm und 60 cm bei einem Gewicht zwischen 22 kg und 32 kg kleiner und auch leichter aus.

Der Kopf eines deutschen Schäferhundes ist keilförmig wobei die Stirn nur minimal gewölbt ist. Der Nasenrücken ist geradlinig und laut dem Rassestandard der FCI ist ausschließlich eine schwarze Nase zugelassen. Charakteristisch für einen Hund nach Rassestandard sind seine aufrecht stehenden, relativ großen Ohren und ein so genanntes Scherengebiss mit 42 Zähnen. Der deutsche Schäferhund ist im Besitz eines sehr kräftigen Fangs. Die Augen sind stets dunkel und sollen ihm einen aufmerksamen Ausdruck verleihen. Die sichelförmige Rute dieser Hunde wird herabhängend getragen. Sie ist von mittlerer Länge.

Der Deutsche Schäferhund kommt in zwei Fell-Varietäten vor. Dies sind zum einen der Stockhaartyp und zum anderen der Langstockhaartyp, der erst seit dem Jahr 2008 wieder im Rassestandard beschrieben wird. In erster Linie soll das Fell seinen Zweck erfüllen und pflegeleicht sowie wetterbeständig gegen Schnee, Regen, Kälte und Hitze sein. Sein Haarkleid besteht aus dicht anliegendem Deckhaar und sehr dichter Unterwolle. Bei dem Stockhaartyp soll das Deckhaar dicht am Körper anliegen und kurz sein. Davon ausgenommen sind die Hinterläufe, der Kragen und die Rute an denen das Deckhaar etwas länger sein darf. Die Langstockhaarvariante des deutschen Schäferhundes soll dem gegenüber längeres und nicht dicht anliegendes Deckhaar aufweisen.

Bei den Farben des Fells ist der braune beziehungsweise gelbe Schäferhund mit seinem schwarzen Sattel und weiteren dunklen Abzeichen der populärste Vertreter dieser Hunderasse. Charakteristisch für den Schäferhund sind seine schwarzen Abzeichen am Kopf. Es sei allerdings auch erwähnt, dass es auch Hunde gibt, die fast ausschließlich schwarz sind. Diese können dann zudem gelbe, braune oder auch weiße Abzeichen aufweisen.




Verwendung:


In der heutigen Zeit wird diese Rasse nur noch selten als Hütehunde bei einem Schäfer verwendet. Als typische Gebrauchshunderasse sind ihre Verwendungsmöglichkeiten aber vielfältig. Neben seiner Eignung als Familienhund und Wach- und Schutzhund erfüllen Deutsche Schäferhunde auch bei Militär, Polizei und Zoll ihre Aufgaben als Diensthunde. Aufgrund seiner guten Nase wird er gerne als Drogen- und Sprengstoffsuchhund eingesetzt. Auch das Rettungswesen und die Bergwacht nutzen diese Rasse gerne als Spür- und Lawinensuchhund. Bei der Suche nach Lawinenopfern hat der Deutsche Schäferhund sogar den Bernhardiner von seinem Platz verdrängt. Als Hilfs- und Führhund für Blinde oder andere behinderte Menschen ist der Deutsche Schäferhund eine unverzichtbare Stütze.


Wesen:


Der deutsche Schäferhund ist im Allgemeinen sehr belastbar, ausgeglichen und nervenstark. Der Hund ist selbstsicher, mutig und absolut unbefangen neuem gegenüber. Außerdem sehr lernwillig, aufmerksam, Leinenführig und treu. Aufgrund dieser Eigenschaften und seinem ausgeprägten Schutzverhalten braucht er eine gute Erziehung und sollte fortwährend beschäftigt und gefordert werden. Hundesport und darüber hinausgehende geistige Beschäftigung ist für den Hund sehr wichtig.




Herkunft und Geschichte:

Der Deutsche Schäferhund gilt mit seiner Größe von 55 bis 65 cm und einem ungefähren Gewicht von 30 bis 40 kg als mittelschwerer Hund. Seine mittlere Lebenserwartung liegt bei ungefähr 13-15 Jahren.

Die Vorfahren dieser Rasse lassen sich auf Schläge von Hütehunden aus dem deutschen Raum zurück verfolgen. Die eigentliche Rasse kommt aus Württemberg und Thüringen. Der erste Deutsche Schäferhund wurde im Jahr 1899 im Zuchtbuch des SV (Verein für Deutsche Schäferhunde) erwähnt. Dieser Verein wurde von Max von Stephanitz gegründet der als Begründer dieser Hunderasse angesehen wird.

Hütehunde sind ursprünglich von Schafhirten eingesetzte Arbeitshunde. Ihre Aufgabe besteht aus dem Hüten und Treiben der Schafe sowie aus der Gefahrenabwehr für die Schafherde. Außerdem sollten sie das Hab und Gut des Schäfers beschützen. Sie wurden speziell für diese Zwecke gezüchtet. Aus diesen Arbeitshunden wurden Hunderassen entwickelt und aus dem Begriff für den Beruf des Schäfers und dem Wort Hund entstand dann die Bezeichnung Schäferhund. In Deutschland wird dieser Begriff umgangssprachlich auch für den Deutschen Schäferhund verwendet.

Die Rasse der Deutschen Schäferhunde ist seit jeher sehr beliebt was leider auch Nachteile für diese Rasse einbrachte. Im ersten und zweiten Weltkrieg waren tausende Hunde dieser Rasse an der Front im Einsatz und viele fanden den Tod. Eingesetzt sowohl von der der deutschen Seite als auch von den Gegnern. Leider wurde der Deutsche Schäferhund in den 30er und 40er Jahren durch die Nazis für Propagandazwecke instrumentalisiert, er sollte die „typisch deutschen Tugenden“ symbolisieren. Hitlers Hündin Blondie war ein Deutscher Schäferhund.
 


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Rassetypische Erkrankungen


Wie bei den meisten stark gezüchteten Hunderassen treten auch beim Deutschen Schäferhund rassetypische Erkrankungen auf. Bei allen erblich/genetisch bedingten Erkrankungen werden die betroffenen Tiere in aller Regel nicht mehr zur Zucht zugelassen. Das hat dazu geführt das Erbkrankheiten, zumindest in den meisten Zuchten, rückläufig sind.

Die sicherlich bekannteste Erkrankung ist die Hüftdysplasie oder Hüftgelenkdysplasie (HD). Es handelt sich dabei um eine genetisch bedingte Fehlentwicklung des Hüftgelenks. Diese Erkrankung wurde erstmals bei einem Deutschen Schäferhund festgestellt ist allerdings nicht auf diese Rasse beschränkt. Mittlerweile sind andere Hunderassen stärker betroffen. Anzeichen einer HD sind Schmerzen, meistens beim Spazierengehen. Der Hund weigert sich weit zu laufen, setzt sich öfter hin und zeigt einen instabilen Gang. Eine Heilungsmöglichkeit besteht nicht jedoch kann dem Hund, bei frühzeitiger Entdeckung und richtigem Umgang mit der Krankheit, ein normales und weitgehend schmerzfreies Leben ermöglicht werden. Es existieren verschiedene Operationsverfahren um einem Hund mit HD zu helfen. Diese reichen von leichten Eingriffen bis zum Ersatz des geschädigten Gelenkes.

Die Ellbogendysplasie (ED) ist eine weitere Gelenkerkrankung die beim Deutschen Schäferhund auftreten kann. Es handelt sich bei der ED um eine vererbbare Entwicklungsstörung des Skeletts in der Wachstumsphase. Deshalb tritt die ED meistens schon zwischen dem vierten und achten Lebensmonat auf. Es kommt zu einer schmerzhaften Veränderung des Gelenkes und der gelenkbildenden Knochenteile. Erste Anzeichen für diese Erkrankung sind Steifigkeit am Morgen oder nach einer Ruhephase und Lahmheit. Die Krankheit schreitet lebenslang fort. Auch bei der ED gibt es leider keine Heilungsmöglichkeit. Der erkrankte Hund kann aber durch Tierärztliche Behandlung weitgehend schmerzfrei gehalten werden.


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Außer der Hüftgelenkdysplasie ist noch die degenerative lumbosakrale Stenose (DLSS) zu nennen. Die Erkrankung tritt sehr häufig bei älteren, mittelgroßen und großen Hunden mit mehr als 20kg Körpergewicht aller Rassen auf. Es handelt sich dabei um eine degenerative neurologische Erkrankung der Wirbelsäule und ist sehr schmerzhaft. Durch Verschleiß der Wirbelsäule oder durch einen Bandscheibenvorfall werden die Nervenwurzeln am Ende des Rückenmarks gequetscht was zu starken Schmerzen und Lahmheit führt. Die Krankheit entwickelt sich schleichend und wird vom Hundebesitzer oft nicht bemerkt oder als normale Alterserscheinungen abgetan. Der Hund wird lauf-faul, möchte keine Treppen mehr steigen oder springen. Die Schmerzen bessern sich in Ruhephasen und werden bei Belastung wieder stärker. Auch Lähmungserscheinungen können auftreten. Die Behandlungsaussichten einer DLSS sind sehr gut. Neben der konservativen Therapie mit Schmerzmitteln, Bewegungstherapie und Boxenruhe stehen auch verschiedene Operationsverfahren zur Verfügung. Diese zielen darauf ab den Druck auf die Nervenwurzeln zu beseitigen. Solange keine deutlichen Lähmungen auftreten sind die Heilungsaussichten sehr gut.

Eine weitere Erkrankung die beim Deutschen Schäferhund auftreten kann ist das Vestibularsyndrom. Dies ist eine seltene Erbkrankheit die sowohl bei Hunden als auch Katzen auftreten kann. Der Fachbegriff bezeichnet eine Fehlbildung des Gleichgewichtsorgans im Innenohr. Erste Anzeichen treten bereits in den ersten zwei Lebensmonaten in Form von Kopfschiefhaltung, Gleichgewichtsstörungen und Neigung zum Umfallen auf. Meistens besteht auch eine ein- oder zweiseitige Taubheit. Auch diese Krankheit ist leider nicht heilbar. Jedoch übernehmen in den meisten Fällen ab dem zweiten Lebensmonat andere Sinne die Aufgaben des Gleichgewichtsorgans weitgehend mit, so dass eine deutliche Besserung der Symptome auftritt. Trotz der Taubheit kann der Hund ein weitgehend beschwerdefreies Leben führen.

Dieser Artikel basiert auf dem FCI Rassestandard:
Rassestandard Nr. 166 der FCI: Deutscher Schäferhund