Dobermann

Beschreibung:

Der Dobermann ist ein großer, muskulöser und kräftiger deutscher Gebrauchshund, der ein durchaus imposantes Auftreten hat. Ein Dobermann Rüde erreicht eine Widerristhöhe die in etwa zwischen 68 cm und 72 cm liegt. Dabei erreicht er ein Gewicht von 40 kg bis 45 kg. Hündinnen fallen deutlich kleiner und leichter aus und erreichen ein Stockmaß von 63 cm bis 68 cm. Dabei erreicht eine Dobermann Hündin ein Gewicht von 32 kg bis 35 kg.

Der Dobermann hat glatthaariges Fell, dass glänzend, schwarz mit rotbraunen Abzeichen und dunkelbraun mit rotbraunen Abzeichen ist. Weitere Farben, die allerdings in Deutschland von der Zucht ausgeschlossen sind: isabell, blau und weiß.

Die Ohren sind für einen Pinscher typisch. Sie sind mittelgroß, abgerundet und werden hängend getragen. Rute und Ohren wurden in der Vergangenheit oft kupiert (mittlerweile in den meisten Ländern Europas verboten), damit dieser Hund einen bedrohlicheren Ausdruck bekommt.

Die Dobermannzucht erstrebt einen mittelgroßen, kräftigen und muskulös gebauten Hund, der trotz aller Substanz in der Linienführung des Körpers Eleganz und Adel erkennen lässt.




Gesundheitliches:

Beim Dobermann tritt das Kongenitale Vestibularsyndrom, eine Erbkrankheit des Innenohrs mit Gleichgewichtsstörungen und Taubheit, gehäuft auf. Die Hunderasse hat auch eine Prädisposition für das Wobbler-Syndrom. Ebenfalls verbreitet ist die Dilatative Kardiomyopathie (DCM), auch bezeichnet als Dobermann Kardiomyopathie, eine sehr aggressive Form der Herzerkrankung, bei der es zum plötzlichen Herztod kommen kann.

Die Hüftgelenksdysplasie ist, wie bei vielen großen Hunderassen, ebenfalls anzutreffen. Eine seltene neurologische Erkrankung ist die Dancing Dobermann Disease. Kurz zusammengefasst hat diese Krankheit eine Schwächung der Hinterhand zur Folge. Aufgrund dieser langsamen Schwächung kommt es dann zu einem taumelnden und tänzelnden Gang des Hundes. Diese Krankheit ist, wie bereits erwähnt, sehr selten und tritt nur bei Dobermännern und anderen Pinschern auf.

Rechtliches:

Der Dobermann gehört in Brandenburg zu den Listenhunden. Solange der Hundehalter nicht in jedem Einzelfall ein entsprechendes Negativzeugnis erwirkt hat, wird von einem gefährlichen Hund ausgegangen.[1]

In der Schweiz führen acht der elf Kantone mit Rasselisten den Dobermann als Listenhund, die Haltung ist in diesen Kantonen bewilligungspflichtig. Im Kanton Wallis sind Haltung, Zucht und Einfuhr verboten.

Verwendung:

Der Dobermann wird zu den Gebrauchshunderassen gezählt. Dank seines Temperaments und seiner Intelligenz ist er für viele Hundesportarten sehr gutgeeignet. Dazu zählen unter anderem Agility, Obedience, VPG-Sport, oder auch die Fährtenarbeit. Er wird aber auch als Diensthund bei der Polizei, beim Zoll und bei der Bundeswehr eingesetzt, sowie als Rettungshund. Als Therapie- und Blindenführhund ist der Dobermann zudem auch geeignet.

DDobermänner waren neben Schäferhunden und Airedale-Terriern bevorzugte Diensthunde in Konzentrationslagern.

Wesen:

„Die Grundstimmung des rassetypischen Dobermanns ist friedlich, in der Familie sehr anhänglich, treu und kinderliebend. Außerdem ist er sensibel, aufmerksam/wachsam, sehr intelligent und folgsam. Gefordert werden ein mittleres Temperament und eine mittlere Schärfe. Weiterhin wird eine mittlere Reizschwelle gefordert. Bei einer guten Führigkeit und Arbeitsfreude des Dobermanns ist auf Leistungsfähigkeit und Mut zu achten. Bei angepasster Aufmerksamkeit gegenüber der Umwelt ist besonderer Wert auf Selbstsicherheit und Unerschrockenheit zu legen. “ [2]

– FCI-Rassestandard Dobermann




Herkunft und Geschichte:

Seinen Namen erlangte der Dobermann durch seinen ersten bekannten Züchter, den aus Apolda stammenden Friedrich Louis Dobermann (1834–1894). Bei der Züchtung dieser Hunderasse verpaarte er einige besonders angstfreie, mutige Hunde, darunter seine Lieblingshündin, die mausgraue „Schnuppe“, die weder Schäferhund noch Pinscher war, und demnach nichts weiter als ein Kreuzungsprodukt aus dem damals rund um Apolda vorhandenen Hundebestand. Diese Hündin wurde mit einem Fleischerhund verpaart, einer Art Vorläufer des Rottweilers, vermischt mit einer Art Schäferhund, der sich in Thüringen vorwiegend in schwarz, mit rostroten Abzeichen vorfand. Darüber hinaus sollen auch Mischlinge aus Pinscher- und Jagdhunderassen eingekreuzt worden sein, sowie ein Greyhound, um dem Hund eine schlankere Linie zu verleihen. So entstand eine Gebrauchs-, Arbeits- und Wachhunderasse, die nicht nur wachsam, sondern auch „mannfeste Hof- und Haushunde“ waren.

Der Dobermann wurde schon früh als Polizeihund verwendet, was damals zu dem Beinamen „Gendarmenhunde“ führte. Bei der Jagd wurde er überwiegend zur Bekämpfung des Raubwildes eingesetzt.

Im ersten und auch im zweiten Weltkrieg fand der Dobermann vor allem im deutschen Heer als Melde-, Minensuch- und Sanitätshund Verwendung. In der heutigen Zeit ist der Dobermann immer noch ein beliebter Polizei- und Wachhund. Auch als guter Familien- und Begleithund erfreut sich diese Hunderasse Beliebtheit.

Literatur:

  1. Ordnungsbehördliche Verordnung über das Halten und Führen von Hunden (Hundehalterverordnung - HundehV) vom 16. Juni 2004

  2. Rassestandard Nr. 143 der FCI: Dobermann

 

Dieser Artikel basiert auf dem FCI Rassestandard:
Rassestandard Nr. 143 der FCI: Dobermann
und auf dem Artikel Dobermann aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung). In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.