Englische Bulldogge

Beschreibung:

Die Englische Bulldogge ist in Anbetracht ihrer Gre, mit 25 kg und mehr, ein schwerer Hund. Sie wird bei diesem Gewicht in etwa zwischen 30 cm und 40 cm gro.

Das Haar ist von feiner Struktur, kurz, dicht und glatt. Es tritt auch gestromt auf. Dabei sind rot in allen Schattierungen, falb, rehbraun und so weiter erlaubt. Wei und gescheckt kann die Bulldogge auch sein. Einzig in schwarzer ist sie unerwnscht.

Der Kopf dieser Hunderasse ist im Verhltnis zum Krper uerst gro, massig. Die Englische Bulldogge ist im Besitz einer kurze Schnauze. Auffllig an ihr ist auch die sehr breite Brust und das schmale Hinterteil.

Die Ohren sind hoch ber den Augen angesetzt und stehen dabei weit auseinander. Sie sind klein und dnn. Es sind sogenannte „Rosenohren“. Die Rute sollte tief angesetzt sein. Sie tritt an der Wurzel ziemlich gerade heraus und ist nach unten gebogen. Viele Englische Bulldoggen haben eine Rute, die man als Korkenzieherrute bezeichnet. Diese kann unter Umstnden zu gesundheitlichen Problemen fhren.

Die moderne Englische Bulldogge ist hitzeempfindlich, lange Spaziergnge und ausgelassene Spiele sollten bei hheren Temperaturen zwingend vermieden werden.

Neuer Standard beim Britischen Kennel Club:

Im Januar 2009 kndigte der britische Kennel Club eine grundlegende Revision seines Standards an. In Zukunft soll die Gesundheit und das Wohlergehen der Hunde im Mittelpunkt stehen. Deshalb soll auf bertriebene Merkmale wie zu kurze Nase, zu groe Kpfe, besonders faltiges Gesicht, zu kurze Lufe verzichtet und eine nachhaltige Verbesserung der Atmung sichergestellt werden.

Auch sollen Manahmen ergriffen werden, die zu einem Rckgang der Kaiserschnittquote, der Fruchtbarkeitsprobleme und der Welpensterblichkeit fhren sollen. Der dabei als Entwurf zur Diskussion vorgelegte Interimsstandard stie bei Zchtern auf massiven Widerstand, wozu u.a. in einer Petition aufgerufen wurde. Ihrer Auffassung nach sei der Bulldog gesund und bedrfe keines genderten Standards. Der Kennel Club verabschiedete dennoch im Oktober 2009 diesen jetzt verbindlichen neuen Standard.[10]

Gesundheitliches:

bertypisierungen und Extremzucht fhren in manchen Fllen zu Qualzucht. Vielfach ist bei derart gezchteten Tieren eine natrliche Geburt nicht mehr mglich und ihre Welpen mssen per Kaiserschnitt zur Welt geholt werden. Dies ist zwingend zu vermeiden und wird auch vor Gesetz als Tierqulerei angesehen.

Verschiedene Zchter bevorzugten die Schaffung neuer Rassen wie der Olde English Bulldogge oder der neuen Schweizer Rasse Continental Bulldog, wobei es sich erst aber noch mit der Zeit erweisen muss, welchen Einfluss derartige Vorhaben auf die Gesundheit der neu gezchteten Tiere haben.

Bei dem neuen Rassestandard aus dem Jahr 2009 soll der Gesundheit der Hunde mehr Aufmerksamkeit gewidmet werden.

Wesen:

Die Bulldogge tritt selbstbewusst und freundlich auf. Ihr Mut und ihre Schmerzunempfindlichkeit sind das Erbe ihrer Vergangenheit als sogenannter Kampfhund.

Die Erziehung gestalltet sich nicht unbeding einfach, der Hund wird als eigenwillig beschrieben. „Kadavergehorsam“ darf der Mensch von ihm nicht erwarten. Bei richtiger Erziehung wird die Bulldogge aber als anhnglich und absolut gutmtig beschrieben.

Herkunft und Geschichtliches:

Der Ursprung ist nach einer Theorie etwa im 6. Jahrhundert v. Chr. zu suchen, als mit Britannien Handel treibende Phnizier ihre aus der Levante mitgebrachten Molosser mit britannischen doggenartigen Hunden kreuzten.

Zum ersten Mal erwhnt wird der Hund im 13. Jahrhundert unter dem Namen Bonddog (von englisch bond „fesseln“) bzw. Bolddog (von bold „khn“). Der heutige Name taucht etwa im 17. Jahrhundert auf. Die Englische Bulldogge wurde als Bullenbeier, eine Art von Kampfhund, eingesetzt: Ihr Metier war der Kampf gegen Bullen (Bullbaiting). Bei der Zucht wurde damals im Charakter des Hundes auf „Mut“ und Aggressivitt, uerlich auf eine kurze Schnauze, breite Kiefer und eine zurckgenommene Nase Wert gelegt. Die zurckliegende Nase diente dem Zweck, dass der Hund sich in die Nase eines Bullen verbeien konnte und dabei weiter gut Luft bekam.

„Zahlreichen Berichten zufolge soll es unter diesen ersten Bulldogs auch Hunde gegeben haben, die selbst mit gebrochenen Lufen oder von den Hrnern aufgerissenen Buchen den Stier wieder angriffen. Nur der Hund, der „game“ (entschlossen, furchtlos) genug war bis zum Tode zu kmpfen, galt als echter Bulldog. Verbi sich einer der Hunde an einer anderen Stelle, so wurde er als unrein, nicht der Rasse zugehrig, angesehen und von weiteren Kmpfen ausgeschlossen, was einem Todesurteil gleichkam.[1][2][3][4] Im Anschlu an den Kampf konnte der gehetzte Bulle vom Metzger geschlachtet werden. Die Hundezchter nutzten diese Gelegenheit und lieen ihre Welpen sich im blutigen Stierschdel verbeien, um sie auf ihre spteren Kmpfe vorzubereiten.[5][6][7]

In spteren Jahren wurde er auch auf andere groe Tiere gehetzt. Auch kamen immer mehr Kmpfe Hund gegen Hund in Mode. Im 19. Jahrhundert wurden Hundekmpfe in Grobritannien gnzlich verboten (1835). Mit dem Verbot verschwand auch fast die Hunderasse der Bulldogge.

Im Jahr 1864 wurde „The Bulldog Club“ gegrndet – der weltweit erste Rassehunde-Club. Dieser verschwand zwar wieder sehr schnell, legte aber erstmals einen Rassestandard fest. Im Jahr 1875 wurde der „Bulldog Club Incorporated“ gegrndet, der von da ab die Zuchtregie bernahm. Ab sofort wurde auf Vertrglichkeit Wert gelegt. Ein Kampfhund war nicht mehr gefragt, sondern der friedliche Familienhund.

„Der Grundzug des Bulldogcharakters ist Gutmtigkeit, ein gewisses Phlegma, beides aber nur solange, als sich nichts ereignet oder ihnen begegnet, was ihre schlummernden Leidenschaften auslst. Es liegt hierin ein scheinbarer Widerspruch, man kann es aber nicht anders bezeichnen, als da Phlegma und Leidenschaft unvermittelt nebeneinander ruhen. In dem Ausbruch ihrer Leidenschaft liegt eine ungeheure Beharrlichkeit, ebenso in dem ihres Willens. Man hat oft dies Unvermittelte fr Jhzorn gehalten, ich mchte dies mehr als eine uerst heftig einsetzende Willensbettigung bezeichnen, wozu sich ein unentwegtes Festhalten an einem einmal gefaten Entschlu gesellt.[8][9]

Im Januar des Jahres 2009 kndigte der britische Kennel Club eine grundlegende Revision seines Standards an. In Zukunft soll die Gesundheit und das Wohlergehen der Hunde im Mittelpunkt stehen. Deshalb soll auf bertriebene Merkmale wie zu kurze Nase, zu groe Kpfe, besonders faltiges Gesicht, zu kurze Lufe verzichtet und eine nachhaltige Verbesserung der Atmung sichergestellt werden. Desweiteren sollen Manahmen ergriffen werden, die zu einem Rckgang der Kaiserschnittquote, der Fruchtbarkeitsprobleme und der Welpensterblichkeit fhren sollen. Der dabei als Entwurf zur Diskussion vorgelegte Interimsstandard stie bei Zchtern auf massiven Widerstand, wozu sogar in einer Petition aufgerufen wurde. Ihrer Auffassung nach sei die Englische Bulldogge gesund und bedrfe keines genderten Standards. Der Kennel Club verabschiedete dennoch im Oktober 2009 diesen jetzt verbindlichen neuen Standard.[10] Die FCI hat diesen Standard am 13.10.2010 bernommen. Der ACEB, der in Deutschland das Zuchtbuch fhrte, wurde 2011 vom VDH ausgeschlossen. Der VDH nimmt die Zucht- und Zuchtbuchhoheit fr den Englisch Bulldog selbst wahr.[11][12]

 



Literaturangaben:

1. D. Fleig: Kampfhunde I und II. Helga Fleig, Mrlenbach (Eifel) 1981a und 1983; Kynos, ISBN 3-924008-02-7 und ISBN 3-924008-03-5.

2. H. Mller: Der Bullterrier. Paul Parey, Hamburg / Berlin 1992, ISBN 3-490-42212-0

3. I. Angehrn: English Bulldog. 1. Aufl., Kynos, Mrlenbach (Eifel) 1993, ISBN 3-924008-90-6.

4. D. Fleig: Kampfhunde ... wie sie wirklich sind! Kynos, Mrlenbach (Eifel) 1999, ISBN 3-933228-04-2.

5. D. Fleig: Kampfhunde I. Helga Fleig, Mrlenbach (Eifel) 1981; Kynos, ISBN 3-924008-02-7.

6. T. Fenstermacher: American Pit Bull Terrier – heute. Kynos, Mrlenbach (Eifel) 1997a, ISBN 3-929545-64-0.

7. Andrea Steinfeldt: „Kampfhunde“ Geschichte, Einsatz, Haltungsprobleme von „Bull-Rassen“ - Eine Literaturstudie -. (PDF-Format) Dissertation, Hannover 2002, S. 49.

8. R. Strebel: Die deutschen Hunde. 2 Bd., E. Ertel, Mnchen 1903.

9. Andrea Steinfeldt: „Kampfhunde“ Geschichte, Einsatz, Haltungsprobleme von „Bull-Rassen“ - Eine Literaturstudie -. (PDF-Format) Dissertation, Hannover 2002, S. 52.

10. KC Standard 2009

11. VDH-Vorstand: Zur Situation Englisch Bulldog und Allgemeiner Club fr Englische Bulldogs (ACEB) e.V. vom 10. August 2011 mit Begrndung des Antrags auf Ausschluss des ACEB

12. Christoph Jung: Knalleffekt in der Hundezucht - Bulldog-Rasseklub aus deutschem Zuchtverband Ausgeschlossen. In: WUFF das Hundemagazin. 2/2012, S. 24 ff.

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