Irischer Wolfshund (Irish Wolfhound)

Beschreibung:

Der Irischer Wolfshund ist ein Hund mit beachtlicher Größe. Sein allgemeines Erscheinungsbild soll imponieren und Kraft sowie Eleganz zum Ausdruck bringen. Er ist stark bemuskelt aber nicht so massig, wie eine Deutsche Dogge. Ein Irischer Wolfshund Rüde soll eine mindest Widerristhöhe erreichen, die bei 79 cm liegt. Dabei soll er ein Mindestgewicht von 54.5 kg aufweisen. Hündinnen werden mit mindestens 71 cm bei mindestens 40.5 kg etwas kleiner und auch etwas leichter. In der Regel liegt ein Rüde allerdings zwischen 81 cm und 86 cm Widerristhöhe. Dies ist auch das angestrebte Ziel des Rassestandards der FCI. Manche Hunde erreichen sogar eine Größe, die an die 100 cm reicht. Der Irische Wolfshund gilt auch als die größte Hunderasse.

Der Irischer Wolfshund hat einen langen Kopf. Er wird horizontal und hoch getragenen. Die Augen dieser Hunde sind von dunkler Farbe. Er ist im Besitz von kleinen Rosenohren, die in etwa wie die des Greyhounds getragen werden. Er hat eine lange, leicht gebogene und gut behaarte Rute. Sein Gang wird als frei und aktiv beschrieben.

Der Irischer Wolfshund hat raues und hartes Fell, welches besonders drahtig ist. Die anerkannten Farben für diese Hunderasse sind grau, gestromt, rot, schwarz, rein weiß und rehbraun. Darüber hinaus sind alle anderen Farben erlaubt, die bei dem Deerhound auch vorkommen können.



Gesundheitliches:

Wie die meisten der sehr Großen Hunderassen hat auch der Irische Wolfshunde im Vergleich zu kleinen Hunden eine signifikant kürzere Lebenserwartung – in der Literatur ist ein Durchschnittsalter zwischen 6,5 und 10 Jahren zu finden, wobei die wenigen zum Thema vorhandenen wissenschaftlichen Arbeiten das Durchschnittsalter eher im unteren Bereich dieser Marge ansiedeln.

Einer neueren Studie (Egenvall 2005) zufolge werden 28 Prozent aller Wolfshunde keine 5 Jahre alt, 63 Prozent sterben vor dem Alter von 8 Jahren, 91 Prozent vor dem Alter von 10 Jahren. Anders ausgedrückt: 72 Prozent aller Wolfshunde werden 5 Jahre alt, 37 Prozent werden 8, und nur 9 Prozent aller Wolfshunde werden 10 Jahre oder älter. Aus diesen Zahlen lässt sich auch ableiten, dass durchschnittlich 51 Prozent aller 5-jährigen Wolfshunde 8 und 24 Prozent aller 8-Jährigen Wolfshunde 10 oder mehr Jahre alt werden.

Aufgrund ihres allgemein eher stoischen Wesens können irische Wolfshunde auch schmerzhafte Krankheitssymptome lange Zeit unterdrücken und somit sehr gut verstecken. Das hat zur Folge, dass Krankheiten oft erst in einem fortgeschrittenen Stadium erkannt werden können. Daraus ergeben sich in vielen Fällen schlechtere Heilungschancen.

Daneben existieren in der Rasse verschiedene Erbkrankheiten und zumindest teilweise erbliche Dispositionen. Die häufigsten davon sind:

  • Dilatative Kardiomyopathie (krankhafte Erweiterung des Herzmuskels) [4]
  • Osteosarkom (Knochenkrebs)
  • Magendrehung
  • Portosystemischer Shunt (intrahepatisch)
    (kurz PSS - Gefäßverbindung (=Shunt) zwischen dem Pfortadersystem, dass Blut von Darm, Magen und Milz sammelt und der Leber zuführt, und der untere Hohlvene)
  • Osteochondrose
    (Störung der Umwandlung von Knorpel zu Knochen als Teil des normalen Wachstumsprozesses)

Des weiteren sind in der veterinärmedizinischen Literatur weitere erblich bedingte Krankheiten und Dispositionen beschrieben:

  • Epilepsiesup[5]
  • Rückenmarksembolien [6]
  • PPrimäre Ciliäre Dyskinesie/Rhinitissyndrom
    (chronische Nasennebenhöhlen-Entzündung) [7][8]
  • Progressive Retinaatrophie (langsam fortschreitendes Absterben der Netzhaut)  [9]
  • Von-Willebrand-Erkrankung (erhöhte Blutungsneigung) [10]
  • Calcinosis circumscripta[11]

Seltener wird eine Unterfunktion der Schilddrüse (Hypothyreose) als Rasseproblem der irischen Wolfshunde erwähnt. Allerdings haben sie laut der Veterinary Medical Database der Purdue University im Vergleich zur gesamten Hundepopulation ein um zwei Drittel geringeres Risiko, an dieser Krankheit zu erkranken.[12]

Wie alle Windhunde haben Irische Wolfshunde eine im Vergleich zu anderen Hunden geringere Toleranz für Anästhetika. Die Dosen sind dem entsprechend zu reduzieren.

Verwendung:

Der Irische Wolfshund ist wird als ein sanftmütiger Riese beschrieben und deshalb trotz seiner imposanten Größe hauptsächlich als Familienhund gehalten.

Seinen Ursprung als Windhund für die Jagd kann er beim Geländerennen (Coursing) oder auf der Rennbahn bei Windhund-Rennen ausleben. Er ist wie alle Windhunde ein sehr schneller Hund.

Wesen:

Der Irische Wolfshund wird als ruhiger und sanftmütiger Hund beschrieben. Der Rassestandard bezeichnet ihn als: " Zu Hause ein Schäfchen, aber ein Löwe auf der Jagd".

Er eignet sich somit bestens als Begleit- und Familienhund. Allerdings braucht diese Hunderasse auch viel Bewegung, da sie ein Windhund ist. Viel Platz für diesen sehr großen Hund sollte vorhanden sein.




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Herkunft und Geschichte:

Das Wort Wolfshund wird beim Irischen Wolfshund im Deutschen mit einem s geschrieben. Anders als beim Tschechoslowakischen Wolfhund, wo Wolfhund ohne ein s geschrieb wird, der Grund ist laut FCI folgender:

  • Wolfshund (mit s) ist ein Hund, der Wölfe jagt oder der wolfsfarben ist, z. B. der Wolfsspitz
  • Wolfhund (ohne s) ist eine Rasse, bei der in neuester Zeit wieder ein Wolf eingekreuzt wurde, wie z. B. der Tschechoslowakische Wolfhund.

In der deutschsprachigen Literatur findet sich des Öfteren auch die pseudoenglische Form Irish Wolfshound. Im Englischen wird der Irish Wolfhound jedoch ohne s geschrieben.

Der exakte Ursprung des Irischen Wolfshundes ist leider unbekannt. Archäologische Funde beweisen, dass es große windhundartige Hunde von über 70 cm schon um 7000 v. Chr. in Irland/England und Wales gegeben hat.[1] Die Rasse wird schon in altrömischen Quellen erwähnt (Quintus Aurelius Symmachus, 391 n. Chr): Symmachus bedankte sich in einem Brief für die übersandten sieben Irischen Hunde, die bei den Vorstellungen und Spielen in Rom für großes Aufsehen gesorgt hatten und schrieb:

„Ganz Rom sah sie mit Erstaunen und stellte sich vor, sie müssten in Eisenkäfigen hier hergebracht worden sein.“

Der Irische Wolfshund hatte seine erfolgreichste Zeit im antiken und mittelalterlichen Irland vor der Einführung der Feuerwaffen und wurde zur Jagd auf Wölfe und anderes Großwild eingesetzt. Sein Besitz war damals dem Hohen Adel vorbehalten. Berichte über große Windhunde aus Irland tauchen in diversen alten Sagen auf, unter anderem auch in der folgenden Form:

„Ich möchte Dir einen Rüden darreichen, den ich aus Irland bekam. Er hat riesige Gliedmaßen und ist als Begleiter einem kampfbereiten Manne gleichzusetzen. Darüber hinaus hat er den Verstand eines Menschen, und er wird Deine Feinde anbellen, niemals aber Deine Freunde. Er wird es einem jeden Menschen am Gesicht ablesen, ob er gegen Dich Gutes oder Schlechtes im Schilde führt. Und er wird sein Leben für Dich lassen.“ 
– Brennu Njáls saga, Island, ca. 1000 n. Chr.

Im 16. und 17. Jahrhundert war er in England sehr weit verbreitet und wurde in der Regel zur Jagd auf Wölfe und zur Bärenjagd verwendet. Das Aufkommen von Feuerwaffen führte schließlich zur Ausrottung des Wolfes in England und Irland, wodurch der Wolfshund keine Aufgabe mehr hatte und in der Folge immer seltener wurde. Mitte des 17. Jahrhunderts erließ Oliver Cromwell ein Ausfuhrverbot aus Irland, um den letzten Bestand zu retten.[2]

Mitte des 19. Jahrhunderts nahm sich der Schotte Capt. George Augustus Graham dieser Hunderasse an und legte einen Rassestandard fest. Er verpaarte die wenigen noch lebenden irischen Wolfshunde mit Deerhounds, Doggen, Barsois und einigen anderen Rassen. Daraus entstand der Irish Wolfhound den wir heute kennen.

Nachdem der Bestand der Hunderasse zwischen den Jahren 1860 und 1914 zugenommen hatte und auch einige Exporte von Zuchthunden auf den europäischen Kontinent und nach Nordamerika erfolgt waren,[3] wurde die Anzahl der irischen Wolfshunde durch die Nahrungsmittelknappheit und deren Rationierung im Ersten Weltkrieg wieder stark verringert.

In der Zeit zwischen den Weltkriegen erholte sich der Bestand allerdings wieder. Die Zucht dehnte sich zum Teil auch auf Kontinentaleuropa aus, wobei aber ein Großteil der Würfe nach wie vor auf den Britischen Inseln und in Nordamerika fiel. Der Zweite Weltkrieg hatte erneut einen Einbruch der Population zur Folge, auf dem europäischen Kontinent erlosch sie vollständig.

Nach dem Zweiten Weltkrieg bis in die 1960er Jahre erholte sich die Population nur langsam. Die Zucht konzentrierte sich dabei nach wie vor zum größten Teil auf den angelsächsischen Raum. Seit etwa 1965 ist weltweit ein exponentieller Anstieg der Zuchtpopulation zu beobachten und seit den 1970er Jahren wird der irische Wolfshund auch in Kontinentaleuropa zunehmend häufiger gezüchtet und erfreut sich wachsender Beliebtheit.

Literatur:

  1. Theophil Studer: Ueber Hunde aus den Crannoges von Irland. In: Mitteilungen der Naturforschenden Gesellschaft in Bern, 1900, S. 132-134.
  2. Erik Zimen: Der Hund. Abstammung – Verhalten – Mensch und Hund. 5. Auflage. Goldmann, München 1992, ISBN 3-4421-2397-6, S. 171.
  3. Harry Walker: Der Irische Wolfshund. In: SHSB. VI, 1896 (online).
  4. Broschk, C. C. (2004) Analyse der Populationsstruktur und populationsgenetische Untersuchung zur Vererbung der dilatativen Kardiomyopathie beim Irischen Wolfshund. Diss. med. vet., TiHo Hannover
  5. Casal, M. et al. (2006) Epilepsy in Irish Wolfhounds.J Vet Int Med 20(1):131-5. PMID 16496932
  6. Junker, K. et al. (2000) Fibrocartilaginous embolism of the spinal cord (FCE) in juvenile Irish Wolfhounds.Vet Q 22(3):154-6. PMID 10952446
  7. Wilkinson, G. (1969) Some Observations on the Irish Wolfhound Rhinitis Syndrome.J Sm Anim Pr 10(1):5-8. PMID 5814071
  8. Clercx, C. et al. (2003) Rhinitis/Bronchopneumonia syndrome in Irish Wolfhounds.J Vet Int Med 17(6):843-9. PMID 14658722
  9. Gould, D.J. et al. (1997) Cloning of canine rom-1 and its investigation as a candidate gene for generalized progressive retinal atrophies in dogs.Anim Genet 28(6):391-6. PMID 9589581
  10. Clark, P. et al. (1995) Survey of Irish Wolfhounds in Australia for von Willebrand's disease.Aust Vet J 72(10):393. PMID 8599574
  11. Owen, L. N. (1967) Calcinosis circumscripta (calcium gout) in related Irish Wolfhounds.J Sm Anim Pract 8(5):291-2. PMID 6068978
  12. Dorn, C. R. (2002) Canine breed-specific risks of frequently diagnosed diseases at veterinary teaching hospitals.AKC Canine Health Foundation
 

Dieser Artikel basiert auf dem FCI Rassestandard:
Rassestandard Nr. 160 der FCI: Irischer Wolfshund
und auf dem Artikel Irish_Wolfhound aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung). In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.