Kooikerhondje

Beschreibung:

Der Kooikerhondje ist ein mittelgroßer Hund, der seine Ursprünge in den Niederlanden hat. Ein Kooiker wird in etwa 35 cm - 42 cm groß und erreicht dabei ein Gewicht im Bereich von 9 kg bis 11 kg. Der Kooiker hat klar abgegrenzte Flecken von reiner orange-roter Farbe auf weißem Grund. Hündinnen sind meist zierlicher als Rüden. Das Haar ist mittellang, leicht gewellt (ist nicht erwünscht) oder glatt. Es sollte allerdings nicht lockig, dicht anliegend und glänzend sein. Darüber hinaus hat er dicht an den Wangen herabhängende "Ohrringe" (im Niederländischen "Oorbellen" genannt).




Verwendung:

Der Kooiker wird heute meist als Begleithund eingesetzt. Er eignet sich hervorragend für Hundesportarten und benötigt auch viel Beschäftigung und Bewegung. Früher war diese Hunderasse spezialisierter Entenkooiker, der die Wildenten durch seine spezielle Ausbildung in die Fangvorrichtung gelockt hat. Ein sehr autonom arbeitender Hund, der durch den Kooimaster Futter bekam und sonst Wildenten anlockte.

Gesundheitliches:

Die Nekrotisierende Myelopathie des Kooiker-Hundes ist eine innerhalb der ersten drei Lebensmonate bei Kooiker-Hunden auftretende Degeneration der weißen Substanz, vor allem im Halsmark. Sie äußert sich in gesteigerten Reflexen und schnell fortschreitenden Lähmungen und ist nicht behandelbar.

Wesen:

Der Kooiker ist ein sehr willensstarker und auch freundlicher Hund, der eine feste Hand bei der Erziehung benötigt. Er hat sehr viel Temperament und muss genug ausgelastet werden. Das Kooikerhondje ist als Familienhund gut geeignet und sehr lernwillig.

Ein Kooiker erfordert eine sensible, aber feste Hand. Der Kooiker ist nicht schussfest, da er kein Jagdhund ist und ein wenig schreckhaft bei lauten Geräuschen. In der „Pubertät“ (mit 7-8 Monaten) tritt der letztendliche Charakter des Hundes zutage, gefestigt ist er erst mit zwei bis drei Jahren. Der Kooikerhondje benötigt immer wieder alle Stationen der Erziehung, er ist ein sehr willensstarker Hund. Deshalb ist er für einen unerfahrenen Halter nicht zwingend zu empfehlen.

Herkunft und Geschichte:

Der Kooiker ist eine sehr alte, aber wieder neu aufgebaute Hunderasse und somit ist die FCI-Anerkennung noch nicht sehr alt. Ein Kooikerhondje wurde bei der Entenjagd eingesetzt. Dies geschah in speziellen Fangeinrichtungen, dem so genannten Kooi.

Diese Hunderasse wird zu den Vogelhunden gezählt, ähnlich wie auch die Spaniel. Während des Zweiten Weltkrieges war sie fast ausgestorben. Aus den verbliebenen fünfundzwanzig Hunden wurde die Rasse neu aufgebaut, heute werden im Jahr etwa 500 Welpen neu registriert.

In den wasserreichen Niederlanden, mit ihren Tümpeln, Sümpfen und alten Flussarmen hat sich für die Entenjagd eine spezielle Fangtechnik entwickelt: Die Jagd auf Enten in einem eigens angepassten Gelände mit einer Art Reuse, genannt Eendenkooi (= wörtlich übersetzt: Entenkäfig). Dazu gehört auch die spezielle Umgebung: Kooigebüsch, eine gezielt angelegte Schilfverbauung aus Matten und Gebüsch, und eine kleine See, wo zahme Enten lebten, die nicht gejagt wurden, sondern als Lockvögel dienten. Hier gab es Brutgelegenheit, aber auch Schutz in strengen Wintern.

Hieran angeschlossen war die Fangreuse (niederl.: vangpijp), ein Gang, der im letzten Abschnitt rundherum entendicht war und in einem Fangkäfig endete. Der Hund hatte die Aufgabe die neugierigen Enten anzulocken, für die er durch seinen Körperbau und sein Äußeres so geeignet schien. Die immer flugbereiten, aber auch neugierigen Enten sehen von dem kleinen, bunten Hündchen, das plötzlich am Ufer in der Fangröhre erscheint, nur das Hinterteil, die wedelnde Schwanzspitze, einen weißen Fleck in der schummrigen Fangröhre. Einmal in der Röhre wurden sie durch den Menschen, den Kooibaas (baas = Meister) in den Käfig gejagt, wo sie „geerntet“ wurden, also geschlachtet und vermarktet. Das „kooirecht“ war das Recht, das vom Grafen von Holland oder einem anderen Landesherrn verliehen wurde, einen Entenkäfig anzulegen und zu benutzen. Es enthielt, zum Schutz des Gebietes, auch das Verbot jeder anderen menschlichen Tätigkeit innerhalb eines bestimmten Schutzkreises.

Einige dieser alten Rechte bestehen bis auf den heutigen Tag. Auch heute noch gibt es diese kooien, „Käfige“, in der Regel werden sie aber wissenschaftlich genutzt, zur Katalogisierung, also beispielsweise zum Überprüfen der Beringung. Die noch erhaltenen Fangeinrichtungen dieser Art stehen fast alle unter Naturschutz. Aus diesem Entenjagdbetrieb stammt auch ein niederländischer Ausdruck: de pijp uit gaan = zur Fangröhre hinausgehen (wie die gefangenen Enten): sterben.


Dieser Artikel basiert auf dem FCI Rassestandard:
Rassestandard Nr. 314 der FCI: Kooikerhondje
und auf dem Artikel Kooikerhondje aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung). In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.