Maremmaner Hirtenhund

Beschreibung:

Der Maremmaner Hirtenhund ist ein großer, kräftiger allerdings niemals schwerfälliger Hütehund, der seine Ursprünge in Italien, speziell in der westlichen Toskana (Maremma), hat. Er ist auch unter dem Namen Maremmen-Abruzzen-Schäferhund oder dem italienischen Namen Cane da Pastore Maremmano-Abruzzese bekannt. Ein Rüde dieser Hunderasse erreicht eine Widerristhöhe, die zwischen 65 cm und 73 cm liegt. Dabei wird dieser imposant erscheinende Hund bis zu 45 kg schwer. Hündinnen des Maremmaner Hirtenhundes werden in der Regel etwas kleiner und sind im allgemeinen etwas zierlicher gebaut. Sie werden 60 cm bis 68 cm groß und erreichen dabei ein Gewicht bis zu 40 kg.

Der Maremmaner Hirtenhund ist im Besitz von langem, weißen Haar, dass nicht gewellt ist. Andere Farben als weiß sind im FCI-Rassestandard nicht vorgesehen, obwohl die Tönungen Elfenbein, Blassorange oder Zitrone in beschränktem Maße toleriert werden. Die Hunde haben einen bärenähnlichen Kopf mit dunklen mandelförmigen Augen und dreieckigen anliegenden Hängeohren. Lefzen, Nase, Lidränder und Krallen sind schwarz, der Hals hat eine deutliche Mähne. Die Statur des Cane da Pastore Maremmano-Abruzzese drückt seine Kraft durchaus aus.




Verwendung:

Der Maremmano-Abruzzese ist eine in Deutschland kaum anzutreffende Hunderasse. Allerdings ist er in seinem Ursprungsland Italien verhältnismäßig weit verbreitet, meist als reiner Arbeitshund mit den Schafherden. Die Zucht als Familienhund gibt es so gut wie gar nicht.

Seinem Ursprung entsprechend wird er heute auch in den USA, England, Australien, Spanien und der Schweiz als Arbeitshund bei den Schafherden eingesetzt.

Wesen:

Das Verhalten des Hundes ist abhängig von seiner Sozialisation. Seiner Bestimmung gemäß wird ein Arbeitshund mit den Schafen aufgezogen und beschützt dann seine Herde. Man kann diese Fähigkeit auch für jede andere Tierart (z.B. Rinder, Pferde, Geflügel) nutzen. Ist der Hund auf den Menschen geprägt, verhält er sich gegenüber seiner Familie wie ein aufmerksamer Beschützer. Vorsicht ist geboten, wenn der Hund seine eigentliche Aufgabe wahrnimmt, das Beschützen „seiner“ Herde. Nähert sich zum Beispiel ein Wanderer, wird sich der Hund, lautstark anschlagend, schützend vor die Herde stellen. Der Mensch sollte das als Warnung annehmen, denn der Hund wird seine Herde verteidigen, auch gegen einen vermeintlich bedrohenden Menschen. Hunde, die zum Schutz der Herde eingesetzt werden sollen, werden schon ganz jung auf Schafe geprägt, viel stärker als auf den Menschen; daher sehen sie die Schafe als „ihre Familie“ an. Der Hirte überließ den Schutz der Herde vollständig dem Hund. Im Verlauf der Zuchtgeschichte war ein guter Zuchthund nur ein Arbeitshund, der in dieser Weise selbständig arbeitete. So entwickelte sich im Laufe der Zeit der äußerst eigenwillige Charakter dieser Hunde. Seine angeborenen Verhaltensmuster sind stark ausgeprägt. Er ist sehr gelehrig, dennoch wird er meist keinen unterwürfigen Gehorsam zeigen, denn er wurde jahrhundertelang daraufhin selektiert, selbständig, also ohne Anweisungen des Menschen, zu arbeiten.

Herkunft und Geschichte:

Der Maremmen-Abruzzen-Schäferhund stammt aus dem Landstrich zwischen der westlichen Toskana (Maremma) und den Abruzzen. Eine Kreuzung der Herdenschutzhunde dieser beiden Landstriche hat zum Maremmano-Abruzzese wie wir ihn heute kennen geführt. Diese Hunderasse wird in ihrem Ursprungsland Italien heute noch genauso wie früher zum Hüten der Schafherden eingesetzt. Ihre Aufgabe besteht hauptsächlich darin, die Schafherde vor Wölfen, Bären oder anderen Raubtieren zu schützen.

In Deutschland ist der Maremmen-Abruzzen-Schäferhund sehr selten anzutreffen.


Dieser Artikel basiert auf dem FCI Rassestandard:
Rassestandard Nr. 201 der FCI: Maremmen-Abruzzen-Schäferhund
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