Mittelschnauzer

Beschreibung:

Der Mittelschnauzer ist ein beliebter Familienhund, der ursprünglich aus Süddeutschland stammt, wo er bereits im Mittelalter vorwiegend als Stallhund, aber auch als Begleithund für Fuhrwerke eingesetzt wurde.




Das Aussehen des Mittelschnauzers hat sich in all den Jahrzehnten nur wenig verändert. Rüden bzw. Hündinnen werden 45 bis 50 cm groß, 14 bis 20 kg schwer und etwa 12 bis 14 Jahre alt. Da es sich um eine sehr gesunde Rasse handelt, können nur zu zwei Erbkrankheiten auftreten: Hüftgelenksdysplasie (Gelenkpfannendefekt des Hüftgelenks) und Augenerkrankungen.

Das Fell des Mittelschnauzers ist zweischichtig: drahtig, hart und dicht, mit einem kurzen und am Körper anliegenden, rauen Deckhaar und einer dichten Unterwolle. Als Farbschläge können schwarz und pfeffer-salz (Tönung von dunkel-eisengrau bis silbergrau) vorkommen. Während bei schwarzen Mittelschnauzern auch die Unterwolle schwarz ist, besitzen pfeffer-salzfarbige eine graue Unterwolle.

Der Körperbau des Mittelschnauzers scheint quadratisch (Verhältnis Kopf-Rückenlänge = 1:2) und zeichnet sich durch einen kräftigen, kurzen und strammen Rücken aus. Der Schwanz ist dünn und kurz und wird aufrecht getragen. Die Bewegungen des Mittelschnauzers wirken elastisch und elegant, aber auch wendig und raumgreifend.

Der Kopf des Mittelschnauzers ist lang, mit einem kräftigen, buschigen Schnauzbart und dichten Augenbrauen. Die Augen sind ovalförmig, dunkel und nach vorne gerichtet. Die Ohren hängen V-förmig seitlich herunter. Das Scherengebiss besteht aus 42 Zähnen und die Lefzen sind von schwarzer Farbe.


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Verwendung:


Wurde der Mittelschnauzer im Mittelalter als Begleithund für Fuhrwerke, als Stallhund oder zum Fangen von Nagetieren eingesetzt, wird er heutzutage auch als Spürhund bei der Drogen- oder Sprengstoffsuche verwendet. Da er sich von Fremden nicht bestechen lässt, eignet er sich sehr gut als Wachhund. In den USA gehören die Mittelschnauzer zu den Arbeitshunden, während sie in Australien und England als Gebrauchshunde genutzt werden.


Wesen:


Der Mittelschnauzer ist intelligent, sehr beweglich, aufmerksam, zuverlässig und besitzt große Ausdauer. Auch wenn er entspannt auf dem Boden liegt, ist er immer noch sehr wachsam. Er lässt sich gut erziehen, benötigt aber eine geduldige, liebevolle und konsequente Erziehung. Wie schon seine Vorfahren hat er einen ausgeprägten Jagdinstinkt.

Bei entsprechender Erziehung ist der Mittelschnauzer ein guter Familienhund, der auch zu Kindern sehr liebevoll ist. Jedoch sollten Kleinkinder in seiner Nähe nicht unbeaufsichtigt sein. Der Mittelschnauzer ist sehr neugierig und möchte überall mit dabei sein. Seinem Herrchen bzw. Frauchen gegenüber ist er sehr anhänglich und treu ergeben. Fremden gegenüber ist er misstrauisch, jedoch nicht ängstlich. Als guter Wachhund akzeptiert er keine Fremden, egal ob zwei- oder vierbeinig. Allerdings gehört er nicht zu den Kläffern.

Der Mittelschnauzer benötigt viel Bewegung und Auslauf. Im Hundesport sind Agility, Obedience oder Spürwettbewerbe genau das Richtige für ihn. Aber auch sportliche Aktivitäten wie Hunde-Frisbee oder Flyball, Schwimmen, Wanderungen oder Radtouren mag er sehr. Das Apportieren macht dem Mittelschnauzer viel Spaß. Ob Socken, Schuhe, Stock oder Ball, alles wird zum Besitzer zurückgebracht. Auch im Garten buddelt er gerne Löcher. Seinen Spieltrieb verliert der Mittelschnauzer auch im fortgeschrittenen Alter nicht.




Herkunft und Geschichte:

Als Ursprungsland des Mittelschnauzers gilt Deutschland. Obwohl er aufgrund seines drahtigen, rauhaarigen Fells und seinem Aussehen nach dem britischen Terrier ähnelt, ist der Mittelschnauzer nicht mit diesen verwandt. Vielmehr stammt er vom mittelalterlichen Biberhund und von alten europäischen Hunderassen ab.

Bereits im Mittelalter wurde der Mittelschnauzer zur Bekämpfung von Nagetieren (Mäuse, Ratten) in Futterkammern und Stallungen eingesetzt, weswegen er auch häufig als „Rattler“ bezeichnet wurde. Er bewachte aber auch die Pferde und neigte nicht dazu, bei offener Tür umher zu streunen. Auch als Begleithund von Fuhrwerken (z.B. von Bierfässern) war er als Schutz vor Banditen sehr beliebt, weswegen er auch „Bierschnauzer“ genannt wurde.

Mittlerweile unterscheidet man zwischen drei verschiedenen Schnauzerrassen (die Unterscheidung ist lediglich von der Größe abhängig): Riesenschnauzer, Mittelschnauzer und Zwergschnauzer. Gemäß Klassifikation der FCI sind die drei Schnauzerrassen in Gruppe 2, Sektion 1: Pinscher und Schnauzer eingeordnet. Der Mittelschnauzer hat die FCI-Standard-Nr. 182.

Der Begriff „Schnauzer“ wurde 1842 zum ersten Mal als Ausdruck für rauhaarige Pinscher verwendet und bereits auf einer Ausstellung in Hannover im Jahre 1879 präsentiert. Ab 1895 wurde er mit der Gründung des Pinscher-Schnauzer-Clubs in Nordhausen (einem der ältesten Rassenhundezuchtvereine Deutschlands) zunächst als „rauhaariger Pinscher“ geführt, da Schnauzer und Pinscher dem gleichen Rassentyp angehören, sich aber lediglich in der Fellstruktur unterscheiden. Bereits 1907 erhielt der "rauhaarige Pinscher" den Namen Mittelschnauzer, als sich der Bayrische Schnauzer-Club in München gründete, und er war 1925 deutschlandweit erheblich bekannter als Riesen- oder Zwergschnauzer. Den neuen Standard erhielt der Mittelschnauzer schließlich 1956, der u.a. Aussehen und Charakter festlegte.

Auch in der Malerei war der Mittelschnauzer als Bildmotiv sehr beliebt und wurde z.B. von Sir Joshua Reynolds, Albrecht Dürer und Rembrandt gerne auf deren Bildern verewigt.


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Ernährung und Pflege

Da der Mittelschnauzer zu Übergewicht neigt, empfiehlt es sich, ihm nicht zu viel Futter zu geben. Ein Mittelschnauzer, der etwa 15 kg wiegt, benötigt täglich Fleisch (230g), Gemüse (gekocht, 120 g) und Reis, Nudel oder Getreide (gekocht, 120 g). Auch das Füttern mit Fertignahrung ist möglich und erspart Zeit und Arbeit.

Es empfiehlt sich, dass Fell (je nach Aussehen) regelmäßig zu trimmen. Ansonsten kann es 5 bis 10 cm lang werden kann und muss regelmäßig gekämmt bzw. gebürstet werden, damit es nicht verfilzt. Dazu wird das Fell entweder per Hand gezupft oder mit einem so genannten Trimmmesser entfernt. Auch das Fell zwischen den Ballen sollte beschnitten und die Krallen kurz gehalten werden. In den Gehörgängen sollte das Fell grundsätzlich nur gezupft und auf keinen Fall geschnitten werden. Um eine Verfilzung zu vermeiden, aber auch um mögliche Essensreste zu entfernen, sollte der Kopfbereich (Bart, Schnurrbart, Augenbrauen) regelmäßig gekämmt werden.  

Dieser Artikel basiert auf dem FCI Rassestandard:
Rassestandard Nr. 182 der FCI: Mittelschnauzer