Mops

Beschreibung:

Der Mops ist ein kleiner Hund, der durchschnittlich zwischen 6,3 und 8,1 kg wiegt. Das Fell ist kurz und glatt und ist in den meisten Fällen beige. Allerdings gibt es auch Varianten, die grau oder schwarz sind. Die Grundfarbe des Mopses wird durch Stirnflecken, Masken und schwarze Muttermale ergänzt. Lediglich die schwarzen Varianten sind einfarbig, da kein Unterschied zwischen der Grundfarbe und den schwarzen Zeichnungen festzustellen ist. Das so genannte Knopfohr zeichnet sich durch eine kleine Größe und ein Nachvornefallen aus. Nach dem FCI-Standard wurden bis zum Jahr 2010 fehlende Fänge und vorstehende Augen gefordert, um ein flaches Seitenprofil zu erzielen. Auch eine, den Nasenschwamm vollständig bedeckende Nasenfalte galt als angemessen. Da dieser Standard erst Ende des Jahres 2010 geändert wurde, sind noch heute Züchtungen mit diesen Merkmalen im Umlauf.


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Ein fröhlicher Hund mit einigen Einschränkungen


Der Mops gilt weitläufig als sogenannte Qualzucht. Während der Mops um 1900 noch eine sehr ausgeprägte, lange Nase hatte, hat der Mops heute eine extrem flache zurückgezüchtete Nase. Dies gilt als allgemeiner Zuchtstandard und wird von vielen Haltern gefordert, um dem idealen Bild des Mopses möglichst nahe zu kommen. Allerdings geschieht dies auf Kosten des Wohlbefindens des Tieres. In der Hundezucht ist dies ein bei vielen Rassen typisches Vorgehen. Ein weiteres prominentes Beispiel hierfür sind sogenannte Tea-Cup Chihuahuas. Grundlegend besteht das Problem dadurch, dass der Mops zu der brachykephalen Rasse gehört. Dies bedeutet, dass seine Schnauze generell dazu neigt, kurz zu sein, der Kopf rund ist und die Augen hervorstehen. Dies führt zu den häufig auftretenden Atemproblemen. Durch die bereits genannte Zurückzüchtung der Nase verstärkt sich dieses Problem massiv. Darüber hinaus wird eine Reizung der Hornhaut des Auges durch Haare der Nasenfalte begünstigt.

Möpse sind für die sogenannte „Pug-Dog-Encephalitis“ sehr anfällig. Hierbei ist das zentrale Nervensystem einer entzündlichen Erkrankung ausgesetzt. Ein Prozent aller Möpse erkranken an dieser spezifischen Krankheit. Ein weiteres Problem, das in den Bereich der Qualzucht einzuordnen ist, ist eine falsche Relation der Größe der Welpen zu den Muttertieren. Die Muttertiere sind hierbei deutlich zu klein um die zu großen Welpen zu gebären. Dies hat extreme Komplikationen bei der Geburt zur Folge. Darüber hinaus sorgen zu kurze Fänge nach der Geburt für Komplikationen bei der Abnabelung der Welpen. Ohne ein helfendes Eingreifen des Menschen ist es den Muttertrieren somit in vielen Fällen nicht möglich die Nabelschnur zu durchtrennen.

Auch Fehlbildungen der Wirbelsäule und der Rute sind häufig. Aufgrund der häufigen Qualzuchten, die unter anderem den früheren FCI-Rassestandards zugeschrieben werden müssten, wurde ein Verband für eine artgerechte und gesunde Züchtung von Mops- und Pekineserassen gegründet. Dieser sogenannte „Mops- und Pekinesen Rassehunde-Verband“ setzt sich zum Ziel, dass Tiere mit verbesserten Merkmalen gezüchtet werden, die ein gesundes und leidfreies Leben ermöglichen. Nach den Forderungen des Verbandes gelten freiliegende Nasenschwämme, erkennbare Fänge, keine hervorstehenden Augen und ein Gewicht zwischen acht bis elf Kilo als ideal. Nach diesen geforderten Standards würde das Aussehen des Mopses wieder dem ursprünglichen Tier des 19. Jahrhunderts nahe kommen.

Trotz der vielen Qualzuchten und den schlechten Voraussetzungen, mit denen die Möpse ins Leben gehen, zählen sie zu den Hunderassen mit der höchsten Lebenserwartung. Sie erreichen somit ein Spitzenalter zwischen 15 und 18 Jahren. Möpse neigen dazu übergewichtig zu sein, was bei der Fütterung beachtet werden sollte.



Ein geselliger Familienhund

Der Mops ist ein sehr geselliger Hund, der die Gesellschaft seiner Halter benötigt und auch gerne mit anderen Hunden zusammenlebt oder Zeit mit ihnen verbringt. Im Idealfall lebt ein Mops mit einem weiteren Artgenossen zusammen. Möpse, die alleine gehalten werden, fixieren sich extrem auf ihre Halter. Daher gilt der Mops gemeinhin als „Klette“. Sofern er einen Spielgefährten in seinem Heim hat, neigt er dazu sich nicht so überdurchschnittlich auf den Menschen zu fixieren, sondern verbringt gerne und viel Zeit mit dem anderen Mops. In seltenen Fällen kann es aber passieren, dass Möpse die man gemeinsam hält, sich dazu entscheiden sich gemeinsam auf ihre Halter zu fixieren und nicht von deren Seite zu weichen. In diesem Fall hat man also mehrere „Kletten“ im Haus, die sich selbst zum Lebensmittelpunkt der Familie machen.

Die Erscheinung des Mopses verleitet Menschen oft dazu, ihn als schüchtern und zurückhaltend einzustufen. Allerdings wird spätestens, wenn der Mops im Bett seiner Besitzer nächtigen darf, deutlich, dass er den Platz den er haben möchte für sich beansprucht. Trotz seiner geringen Größe neigt er dazu, die Menschen im Bett zu stupsen und zu treten, um den Bereich einzufordern, den er für sich beanspruchen möchte. Halter, die dies nicht wünschen, sollten ihren Mops von Anfang an so erziehen, dass er einen festen Platz in einem Hundekörbchen hat oder ihn als Welpen in eine Hundebox verweisen. Bei der Entscheidung des Schlafplatzes des Mopses sollte darüber hinaus beachtet werden, dass Möpse bedingt durch ihre flache Nase dazu neigen, nachts in derselben Lautstärke wie Menschen zu schnarchen. Wer also weiß, dass er geräuschempfindlich ist und mit dem Geräusch des Schnarchens nicht nächtigen kann, sollte seinen Welpen dazu erziehen außerhalb des persönlichen Schlafbereiches zu schlafen.

Weiterhin ist bei der Haltung zu beachten, dass ein Mops das ganze Jahr über haart. Er verliert nicht wie andere Hunderassen allein sein Winterfell, sondern haart in einer gleichbleibenden Intensität. Seine Haare haften stark an Möbeln, Kleidung und anderen Textilien. Insbesondere dunkle Materialien sind hiervon betroffen.


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Ein langes Leben durch gesunde Ernährung

Wie bei jeder Hunderasse gilt auch für den Mops, dass eine ausgewogene Ernährung wichtig für die Gesundheit und das Wohlbefinden des Hundes ist. Da Möpse zu Übergewicht neigen, muss auf die richtige Futtermenge geachtet werden. Je nach Gewicht des Hundes sollte die Futtermenge berechnet werden. Mopswelpen bekommen drei kleine Mahlzeiten, während ausgewachsene Möpse zwei feste Mahlzeiten bekommen. Zu anderen Zeiten sollte der Napf leer bleiben, da Möpse dazu neigen nicht mit dem Sättigungsgefühl zu stoppen, sondern weiter zu fressen.

Das Verdauungssystem des Mopses verträgt warme, beziehungsweise Nahrung auf Zimmertemperatur besser. Somit empfiehlt es sich, Futter, das im Kühlschrank gelagert wurde, für einige Minuten im Wasserbad oder der Mikrowelle aufzuwärmen.

Das Futter des Mopses sollte eine gesunde Mischung aus Fleisch in Lebensmittelqualität, Ölen, Bären und Früchten sein. Somit wird der Mops mit essentiellen Fettsäuren, Vitaminen und anderen Nährstoffen versorgt. Die Fleischsorten Rind, Lamm und Huhn können variiert werden. Auch Fisch bekommt und schmeckt dem Mops gut. Als besonders gesund und schmackhaft gilt Pansen. Wer nicht immer die Zeit oder die finanziellen Mittel zur Verfügung hat, um das Futter für den Hund selbst zusammenzustellen, kann auch auf industriell gefertigtes, hochqualitatives Futter zurückgreifen.

Da eine strenge Ernährung des Mopses so wichtig ist, darf einem Betteln des Hundes nicht nachgegeben werden. Das von den Menschen konsumierte Essen sollte nicht an den Hund weitergegeben werden. Insbesondere zuckerhaltige Lebensmittel wie Schokolade dürfen nicht an den Mops verfüttert werden. Zartbitterschokolade ist ein absolutes Tabu für den Mops, da diese giftig sein kann, auch wenn der Hund versucht, sie vehement einzufordern.

Eine Ruhezeit von einer Stunde vor der Fütterung und nach der Fütterung muss bei einem Mops eingehalten werden. Aktivitäten wie Spielen oder Rennen mit einem gefüllten Magen können eine große Gefahr für den Mops darstellen. Die Bandbreite reicht von relativ harmlosen Verdauungsstörungen bis zu einer lebensbedrohlichen Magendrehung.


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Ein Hund mit besonderen Bedürfnissen

Da Möpse ganzjährig haaren, empfiehlt es sich das Fell einmal wöchentlich zu bürsten. Dafür eignen sich ein Noppenhandschuh oder eine weiche Bürste. Neben der Entfernung des überschüssigen Fells hat dies eine positive Wirkung auf die Durchblutung der Haut und abgestorbene Hautschuppen werden entfernt.

Wenn das Fell des Mopses durch Spielen im Matsch stark verschmutzt ist, kann man ihn in der Dusche oder Badewanne kurz abduschen. Allerdings sollte man davon Abstand nehmen, dies zu häufig zu machen, da sonst die natürliche wasser- und schmutzabweisende Schicht des Fells zerstört wird. Nach der Reinigung des Mopses empfiehlt es sich, das Fell mit einem Handtuch abzurubbeln, um eine Erkältung zu verhindern.

Da die Augen des Mopses durch die Überzüchtung sehr groß sind und hervorstehen, neigen sie dazu zu tränen. Dies führt dazu, dass sich Sekret in den Augenwinkeln des Mopses sammelt. Mit einem sauberen und weichen Tuch können diese Rückstände entfernt werden. Die Augen sollten außerdem auf Rötungen untersucht werden, da Bindehautentzündungen bei Möpsen keine Seltenheit sind. Auch die Ohren sollten regelmäßig auf Verschmutzung kontrolliert werden. Spezielle Mittel vom Tierarzt ermöglichen eine sanfte und fachgerechte Reinigung. Kauknochen und Kaustripes sorgen dafür, dass Plaque gelöst und Zahnstein vermieden wird. Wenn der Hund es zulässt, empfiehlt es sich das Gebiss regelmäßig mit einer speziellen Zahncreme vom Tierarzt zu reinigen.


Ein ausgeglichener und doch eigensinniger Hund


Möpse gelten als ausgeglichen und als Familienhunde. Sie bestechen durch ihr fröhliches und lebhaftes Wesen und ihre Ausgeglichenheit. Allerdings weisen Mopswelpen einen gegenteiligen Charakter auf und werden in Familien daher zunächst als Problem gesehen. Doch sobald die Möpse die Kindheit hinter sich haben, gibt sich dies von alleine. Mopswelpen sind aufdringlich und neigen dazu ihre spitzen Milchzähne dazu zu nutzen, um zu zubeißen und zu kauen. Kinder sollten somit in den ersten Monaten von einem Mops ferngehalten werden. Ein ausgewachsener Mops ist ein liebenswerter Lebensgefährte und neigt niemals zu Aggressivität. Auch die Intelligenz des Mopses ist positiv hervorzuheben. Er hat eine gute Auffassungsgabe und kann Situationen gut und schnell einschätzen. Bei einem Zusammentreffen mit deutlich größeren Hunden neigen Möpse allerdings dazu größenwahnsinnig zu werden. Das heißt, dass größere Hundearten wie Schäferhunde und Rottweiler von Möpsen angegriffen werden. Zum Schutz des Mopses ist ein Eingreifen von daher nötig.

Ein Mops ist ein ausgezeichneter Jäger. Das Gerücht, dass Möpse keinen Jagdinstinkt haben hält sich hartnäckig. In Wirklichkeit ist diese Hunderasse dazu in der Lage Fährten und Spuren anderer Tiere und Menschen aufzunehmen. Auch Jogger und Spaziergänger können für einen Mops durchaus interessant werden.


Mit Konsequenz zum Erfolg

Da der Mops ein treuer Gefährte des Menschen ist, ist es nicht schwierig ihm Kommandos beizubringen. Allerdings führt er diese nur aus, wenn er dies auch wirklich möchte. Somit gilt die Hunderasse als gelehrig und intelligent, aber manchmal durchaus als schwierig. Er entscheidet selbst, ob ein erteiltes Kommando Sinn macht oder ob er sich in der richtigen Stimmung befindet. Somit gilt er trotz seines ausgeglichenen Wesens als stur. Eine derartige Stimmung kann auch nicht durch Leckerchen oder andere Belohnungen geändert werden, der Mops ist in solchen Momenten unbestechlich. Trotzdem ist es durchaus möglich und empfehlenswert dem Mops einen Grundgehorsam anzutrainieren. Dies ist insbesondere von Nöten, um die bereits erläuterten Punkte des Größenwahns und des Jagdtriebes zu entschärfen. Durch eine konsequente Ausbildung eignet sich ein Mops trotz dessen als Begleithund. Hundesportarten wie Agility, die Intelligenz und Schnelligkeit erfordern, sind gut für Möpse geeignet. Auch Dogfrisbee, Dogdancing und Flyball werden von Möpsen ebenfalls gerne ausgeübt.




Herkunft und Geschichte:

Der Mops hat seinen Ursprung im Kaiserreich China. Vor etwa zwei Tausend Jahren wurde er dort aus Doggenarten gezüchtet. Obwohl er zu den kleineren Hundearten gehört, wird er den Molossern zugeordnet. Er hatte eine ganz besondere Stellung, da er als spezielles Privileg der chinesischen Kaiser galt. Nur diese hatten die Befugnis ihn anzufassen oder ihn zu besitzen. Möpse, mit denen eine Weiterzucht nicht möglich war, wurden für hohe Summen an das Volk verkauft. Somit hatte die Hunderasse die Chance den Weg in die Damensalons zu finden. Und da sich wohlhabende Frauen gerne auf Gemälden verewigen ließen, fand der Mops seinen Weg auch in die Kunst. Ein bekanntes Beispiel ist das Bildnis der Marquesa de Pontejos. Einer der bekanntesten Möpse überhaupt ist Fortuné, ein Hund, der sich im Besitz von Joséphine de Beauharnais befand. Durch die vielen Auftritte in bekannten Gemälden und einigen prominenten Hunden von Damen der Gesellschaft erfreute sich der Hund an großer Beliebtheit und war immer häufiger anzutreffen. Allerdings galt ab 1900 der Pekinese als klassischer Modehund, doch im Jahr 1918 konnte der Mops seine alte Stellung zurückgewinnen.