Neufundländer

Beschreibung:

Der aus Kanada stammende Neufundländer wird zu den molossoiden Hunden gezählt. Er ist ein großer, massiger und kräftiger Hund. Rüden erreichen eine Größe die, bei einem Durchschnittsgewicht von 68.0 kg, durchschnittlich 71 cm beträgt. Hündinnen werden leichter und auch kleiner und kommen auf durchschnittlich 66 cm Widerristhöhe, bei einem Gewicht um 54.0 kg. Der Neufundländer hat ein imposantes Auftreten.

Der Neufundländer hat einen massiven und kräftigen Kopf. Seine Augen sind verhältnismäßig klein und haben in der Regel eine dunklbraune Farbe. Bei Neufundländern mit braunem Fell sind hellere Augenfarben laut dem Rassestandard zuässig. Auch die Ohren dieser Hunde sind verhältnismäßig klein. Sie sind von dreieckiger Form und liegen dicht am Kopf an. Sie haben eine dreieckige form und werden aufrecht getragen.

Das Fell eines Neufundländers ist dicht und wasserabweisend. Es ist mit starker, jedoch weicher Unterwolle ausgestattet und lässt ihn noch massiger erscheinen. Der Rassestandard der FCI erlaubt drei Farbschläge: Schwarz, braun und weiß-schwarz.[7] Die Heimatländer England (bis 1949 war Neufundland eine Kolonie Großbritanniens) und Kanada haben jeweils eigene Rassestandards, die teilweise von dem der FCI abweichen.[8] [9]
Neben den Standardfarben treten auch Farbvarietäten auf, die aber in der Zucht nicht erwünscht sind. Im Heimatland Kanada entspricht der braune Farbschlag nicht dem Rassestandard.[9] In den USA ist der graue Neufundländer standardkonform.[10] Abgesehen von der Farbe grau, welche durch das Dilute-Gen kontrolliert wird und zu Haarausfall (Blue-dog-syndrome) führen kann,[11] sind die unerwünschten Farben gesundheitlich unbedenklich.



Gesundheit:

Der Neufundländer ist stark von orthopädischen Erbkrankheiten und Dispositionen betroffen: Hüftdysplasie,[12] Ellbogendysplasie[13] und Kreuzbandruptur[14] kommen bei der Rasse häufig vor. Wie bei anderen großen Hunderassen sind auch beim Neufundländer Dilatative Kardiomyopathie[15] und Knochenkrebs[16] überdurchschnittlich häufig. Gewisse Neufundländer-Zuchtlinien scheinen außerdem in ihrem Futter aufgrund eines erblichen Stoffwechseldefekts einen höheren Tauringehalt als andere Hunderassen zu benötigen.[17] Ein möglicher Zusammenhang zwischen Taurinmangel und Kardiomyopathie wird diskutiert.[18]

Als weitere Erbkrankheiten und Dispositionen sind beschrieben:

  • Cystinurie[19]
  • Mitralstenose[20] und Subaortenstenose[21]
  • Myasthenia gravis[22]
  • Primäre Ciliäre Dyskinesie[23]

Die Lebenserwartung der Rasse ist unterdurchschnittlich. Dies hat der Neufundländer mit vielen großen Hunderassen gemein. Im Schnitt sterben 22% aller Neufundländer vor dem Alter von fünf Jahren, 42% vor dem Alter von acht Jahren, und 62% werden keine zehn Jahre alt.[24]

Verwendung:

I
m Rassestandard wird der Neufundländer als Schlittenhund für schwere Lasten und als Wasserhund beschrieben. Er wird auch als Familienhund eingesetzt. Für die Haltung eines Neufundländers sollte man ausreichend Platz haben.

Wesen:

Der Neufundländer gilt als freundlich, ruhig und ausgeglichen. Eigenschaften wie Aggressivität und Scheu werden im Rassestandard als Fehler bezeichnet.



Herkunft und Geschichtliches:

Die Heimat des Neufundländers ist die kanadische Atlantikinsel Neufundland. Die Herkunft liegt jedoch im Dunkeln. Man geht allgemein davon aus, dass bei der Entstehung des heutigen Neufundländers zahlreiche europäische Hunde, die von den europäischen Fischern auf die Insel gebracht wurden, beteiligt waren, die sich mit den Hunden der auf der Insel lebenden Micmac- und Beothuk-Indianer vermischten.[1]

Der Neufundländer, der erstmals im 18. Jahrhundert von einem englischen Kapitän namens Cartwright als "Newfoundland dog" erwähnt wurde[2], diente den Fischern auf Neufundland als Arbeitstier. Der Neufundländer ist ein nationales Tiersymbol der Provinz Neufundland & Labrador. [3]

Die erste überlieferte Ausstellung eines Neufundländers datiert auf das Jahr 1860 in Birmingham[4], die Anerkennung der Rasse durch den AKC erfolgte 1886[5], im gleichen Jahr wurde auch der erste englische Rasseclub gegründet.[6]

Literatur:

  1. JR Smallwood und RDW. Pitt, Encyclopedia of Newfoundland and Labrador, Bd 1 extrakt letter D, S. 631 Newfoundland Book Publishers (1967) Ltd. Online
  2. JR Smallwood und RDW. Pitt, Encyclopedia of Newfoundland and Labrador, Bd 1 extrakt letter D, S. 632 Newfoundland Book Publishers (1967) Ltd. Online
  3. Newfoundland and Labrador Heritage, Memorial University, St. John´s Online
  4. Joanna Kosloff: Newfoundlands. Barron's Educational Series, 2006 ISBN 764133993 S. 10.
  5. Rasseinformation des AKC
  6. Information von The Newfoundland Club
  7. FCI Rassestandard Online
  8. Englischer Rassestandard Online
  9. a b Kanadischer Rassestandard Online
  10. US-amerikanischer Standard Online
  11. S. Schmutz (2008) Genetics of Coat Color in Newfoundland Dogs; University of Saskatchewan
  12. J.L.N. Wood, et al.: Heritability and epidemiology of canine hip-dysplasia score in flat-coated retrievers and Newfoundlands in the United Kingdom. (PDF) In: Prev Vet Med. 46 Nr. 2 2000-07-20, S. 75-86. PMID 10878296. Abgerufen am 29. April 2009.
  13. V. Janutta, O. Distl: Review on canine elbow dysplasia: pathogenesis, diagnosis, prevalence and genetic aspects.. In: Dtsch Tierärztl Wochenschr. 115 Nr. 5 2008-5, S. 172-81. PMID 18547017. Abgerufen am 29. April 2009.
  14. VL. Wilke, et al.: Inheritance of rupture of the cranial cruciate ligament in Newfoundlands. In: JAVMA. 228 Nr. 1 2006-01-01, S. 61-64. PMID 16426167. Abgerufen am 29. April 2009.
  15. D.D. Sisson, et al.: Primary myocardial disease in the dog. In: Textbook of Veterinary Internal Medicine, S. 874-895, Philadelphia, PA: W.B. Saunders 2000
  16. G. Ru, et al.: Host related risk factors for canine osteosarcoma.. In: Vet J. 156 Nr. 1 1998-07, S. 31-39. PMID 9691849. Abgerufen am 29. April 2009.
  17. RC. Backus, et al.: Taurine deficiency in Newfoundlands fed commercially available complete and balanced diets. In: JAVMA. 223 Nr. 8 2003-10-15, S. 1130-36. PMID 14584742. Abgerufen am 29. April 2009.
  18. RC. Backus, et al.: Low plasma taurine concentration in Newfoundland dogs is associated with low plasma methionine and cyst(e)ine concentrations and low taurine synthesis. (PDF) In: J Nutr. 136 Nr. 10 2006-10, S. 2525-33. PMID 16988121. Abgerufen am 29. April 2009.
  19. Henthorn PS, et al.: Canine cystinuria: polymorphism in the canine SLC3A1 gene and identification of a nonsense mutation in cystinuric Newfoundland dogs.. (PDF) In: Hum Genet. 107 Nr. 4 2000-10, S. 295-303. PMID 11129328. Abgerufen am 29. April 2009.
  20. MD Kittleson, Kienle RD: Small Animal Cardiovascular Medicine, S. 603 St. Louis, Missouri: Mosby 1998
  21. rl. Pyle, et al.: The genetics and pathology of discrete subaortic stenosis in the Newfoundland dog. In: Am Heart J. 92 Nr. 3 1976-09, S. 324-34. PMID 986114. Abgerufen am 29. April 2009.
  22. D. Lipsitz, et al.: Inherited predisposition to myasthenia gravis in Newfoundlands.. In: JAVMA. 215 Nr. 7 1999-10-01, S. 956-8. PMID 10511859. Abgerufen am 29. April 2009.
  23. PJ. Watson, et al.: Primary ciliary dyskinesia in Newfoundland dogs.. In: Vet Rec. 144 Nr. 26 199-06-26, S. 718-25. PMID 10423815. Abgerufen am 29. April 2009.
  24. A. Egenvall et al.: Mortality in over 350 insured Swedish dogs from 1995-2000: II. Breed-specific age and survival patterns and relative risk for causes of death. Acta Vet Scand 46(3): 121-36, PMID 16261925
  25. FCI Rassestandard Online

Dieser Artikel basiert auf dem FCI Rassestandard
Rassestandard Nr. 50 der FCI: Neufundländer
und auf dem Artikel Neufundländer aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung). In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.