Pekinese

Beschreibung:

Der Pekinese zählt zu den chinesischen Hunderassen und zur Untergruppe der Begleit- und Gesellschaftshunde. Sein Standard wurde in Großbritannien unter dem FCI festgelegt und anerkannt. Bekannt ist diese Rasse auch unter den Namen Peking-Palasthund oder Pekingese.

Der Pekinese hat keine vorgegebene Widerristhöhe. Er sollte möglichst klein, stämmig und untersetzt wirken. Seine Beine sind kurz, die Schnauze flach. Seit dem neuen Standard von 2009 muss die Schnauze deutlich zu erkennen sein, eine zu flache Nase ist unzulässig und gesundheitsschädlich. Der Fang darf dennoch breit und kurz sein. Jedoch sollten die Nasenlöcher freiliegen und eine normale Atmung zulassen. Der Kopf ist im Verhältnis zum Körper ziemlich groß, die Augen sollten jedoch nicht allzu groß sein und dürfen nicht herausstechen. Das Gesicht sollte quadratisch wirken. Seit 2009 wurden einige Standardänderungen vorgenommen. Daher ist Atemnot oder die Unfähigkeit des korrekten Laufens verboten und sollten bestraft werden

Der Körper ist ziemlich kurz, besitzt eine feste Taille und sollte kräftig wirken. Männliche Tiere sind bei dieser Rasse, im Gegensatz zu vielen anderen, leichter. Ein Rüde sollte um die 5 kg, eine Hündin um 5.4 kg wiegen. Laut Standard sollte das Gewicht beim Hochheben des Hundes überraschend schwer sein.

Der Pekinese verfügt über ein üppiges Haarkleid. Als Löwenhund sollte er über eine gute, kräftige Mähne rund um den Hals verfügen. Diese darf jedoch nicht weiter als bis zu den Schultern reichen. Der Rest des Körpers ist mäßig behaart. Das Fellkleid sollte den Körper weder verschleiern noch in der Bewegung beeinträchtigen. Die Deckhaare sind lang, derb und bestehen aus harten Haaren. Die Unterwolle ist weich und dicht. Mittlerweile wird auf mäßige Haarmenge geachtet. Einige Tiere hatten so viel Fell, das sie auf Kühlakkus sitzen mussten, um nicht zu dehydrieren. Dieser Entwicklung wird nun mit dem neuen Standard entgegengewirkt.

Alle Farbschläge sind erlaubt. Das Gesicht sollte einer deutliche Maske und Schecken eine gute Farbabgrenzung aufweisen. Nur Albinos und Leberfarben sind höchst unerwünscht.




Verwendung

Schon seit jeher war der Pekinese ein Begleithund. Damals wurde er in den Palästen Chinas als Hund zum Liebhaben gehalten und durfte nur von der kaiserlichen Familie gezüchtet und betreut werden. Auch als das Kaiserreich im 19.Jahrhundert zerfiel, änderte sich diese Verwendung nicht.

Der Pekinese war, schon aufgrund seines Körperbaues, nie ein Gebrauchshund. Noch heute gilt er als reiner Begleithund ohne Aufgabe. Auf Ausstellungen werden sie jedoch gerne gezeigt.


Wesen

Pekinesen gelten als sehr selbstbewusst, treu und furchtlos. Sie neigen nicht zur Aggressivität, haben jedoch ihren eigenen Kopf. Sie selbst entscheiden mit wem sie, wann Zärtlichkeiten austauschen wollen. Nicht jeder Mensch ist aus ihrer Sicht ein idealer Partner. Deswegen ist diese Rasse nicht für Kinder zu empfehlen. Zwar ist der Pekinese sehr verschmust und anhänglich, doch er braucht auch seinen Freiraum. Man mag es ihnen nicht ansehen, aber auch Pekinesen sind kluge Hunde. Sie legen weniger Wert auf lange Spaziergänge, möchte jedoch trotzdem geistig ausgelastet werden und nicht nur den ganzen Tag auf dem Sofa liegen.

Diese Rasse neigt nicht zum Bellen, da sie jedoch dennoch Laut geben, sollte sich ein Fremder nähern, dienen sie gut als kleine Wachhunde. Pekinesen sind skeptisch und lassen nicht jeden Fremden an sich heran. Sie suchen sich die Menschen selbst aus. Mit Artgenossen gibt es nur in den seltensten Fällen ernste Probleme. In einigen Situationen können sie sich zurückhaltend zeigen, sind dabei aber nicht ängstlich oder gar panisch. Meist sind sie recht ruhige, treue Begleiter für den Alltag.




Herkunft und Geschichte:

Die genaue Herkunft der Vorfahren ist recht umstritten. Schon vor der Zeitrechnung gab es wohl Hunde mit ähnlichem Erscheinungsbild. Aus diesen ging, mit hoher Wahrscheinlichkeit, der Pekinese hervor. Wie der Name schon sagt, stammt dieser Hund aus dem Kaiserreich China. Genau aus Peking. Von hier stammt auch der allererste Rassestandard. Bekannt ist dieser Hund dort auch als Löwenhund. Einer Legende nach begleiteten Buddha zwei Löwenhunde, welche sich bei Gefahr in Löwen verwandelten. Dies machten sich auch die Kaiser zu nutzen. Der Pekinese war allerdings ein reiner Palasthund. Kein Außenstehender hatte eine Chance an diese Hunde heranzukommen. Mit großer Sorgfalt und Genauigkeit wurde der Pekinese im Palast selbst gezüchtet und gehütet. Sie durften auf keinen Fall weggegeben werden. Der Höhepunkt ihrer Entwicklung war wohl in der Qing-Dynastie, welche von 1644 bis zum Jahr 1912 anhielt. In dieser Zeit entstanden einige Plastiken, Jadefiguren oder Pekinesen aus Porzellan. Die letzte Kaiserin war besonders angetan von dieser Rasse.

Im Zweiten Opiumkrieg um 1860, gelang es britischen Truppen Peking und dessen Paläste einzunehmen. Es heißt, dass die Chinesen zahlreiche Pekinesen töteten, damit diese nicht in die Hände der Europäer fielen. Allerdings gelang ihnen dies nicht. Fünf Tiere wurden erbeutet und nach Europa gebracht. Zwei dieser Paare gelten als Urväter der heutigen Hunderasse. Der Fünfte ging an Queen Victoria. Sein Name ist noch heute bekannt. Er wurde "Looty" genannt, abgeleitet vom englischen Wort "loot", welches so viel wie "Kriegsbeute" bedeutet.

Schon vier Jahre nach dem Sieg über China wurde der erste Pekinese im Jahre 1864 ausgestellt. Im Jahre 1898 folgte dann die Anerkennung im britischen Kennel Club und die erste Festlegung des Standards. Im Jahr 1900 erreichte der Pekinese dann auch Deutschland und fand hierzulande bis heute immer mehr Liebhaber. Aufgrund erheblicher gesundheitlicher Probleme wurde der Standard zuletzt im Jahr 2009 geändert.