Rottweiler

Beschreibung:

Der Rottweiler ist ein großer und sehr kräftiger Hund. Ein Rüde dieser Hunderasse erreicht eine Widerristhöhe die in etwa zwischen 61 cm und 68 cm liegt. Das Gewicht beträgt dann ungefähr 50.0 kg. Hündinnen fallen leichter und kleiner aus und kommen ungefähr auf eine Größe zwischen 56 cm und 63 cm, bei einem Gewicht von etwa 42.0 kg.

Der Rottweiler hat einen mittellangen, kräftigen Kopf. Seine Augen sind mandelförmig, von dunkelbrauner Farbe geprägt und haben insgesamt eine mittlere Größe. Die Ohren sind von dreieckiger Form, mittelgroß und werden hängend getragen. Sie sind weit von einander angesetzt und geben dem Kopf somit einen etwas breiteren Eindruck. Er hat eine naturbelassene, mittellange Rute. Der Gang dieser Hunde wird als sicher, kraftvoll und harmonisch beschrieben. Der Rottweiler ist ein Traber.

Rottweiler haben ein kurzes schwarzes Fell mit Unterwolle, welches an den Backen, am Maul, an den Augenbrauen, unter der Schwanzwurzel sowie auf der Brust und an den Beinen klar abgegrenzte rotbraune Abzeichen, den so genannten Brand aufweist.




Rechtliches:

Durch einige Vorfälle – darunter auch die Tötung von Kleinkindern – hat der Rottweiler teilweise einen schlechten Ruf bekommen. Der Rottweiler ist ein großer und starker Hund, von dem vor allem bei falscher Haltung und Sozialisierung eine Gefährdung ausgehen kann.

Dies ist aber in erster Linie auf falsche Handhabung und Haltung zurückzuführen und nicht auf diese Hunderasse im allgemeinen.

Eine im Jahr 2002 veröffentlichte Schweizer Untersuchung zu medizinisch versorgten Hundebissverletzungen kommt zu dem Ergebnis, dass Hunde vom Typ Rottweiler verglichen mit ihrer Häufigkeit in der Hundepopulation überdurchschnittlich oft beißen.[3]

In einer Studie des Instituts für Tierschutz und Tierverhalten der Freien Universität Berlin wird dem Rottweiler (hinter dem Deutschen Schäferhund) eine hohe Auffälligkeitsrate nachgewiesen.[4]

Der Rottweiler wird in einigen deutschen Bundesländern als Listenhund geführt, und seine Haltung unterliegt daher in diesen Ländern bestimmten Einschränkungen. Aufgrund einer Statistik des Deutschen Städtetages aus dem Jahr 1997 wurde der Rottweiler zum 1. November 2002 in die Kategorie II der Kampfhundeverordnung in Bayern aufgenommen und muss in bestimmten Bundesländern einen Wesenstest durchlaufen.[5]

In Österreich steht der Rottweiler in Niederösterreich und Wien auf der Rasseliste.

In der Schweiz führen zehn der elf Kantone mit Rasselisten den Rottweiler auf ihren Listen, die Haltung ist in diesen Kantonen bewilligungspflichtig. In den Kantonen Genf und Wallis sind sogar Haltung, Zucht und Einfuhr verboten.

Gesundheitliches:

Wie bei vielen großen Hunderassen kommen Hüftdysplasie sowie Ellenbogendysplasie häufiger vor. Dies sind Fehlentwicklungen der jeweiligen Gelenke, für die von einer genetischen Disposition auszugehen ist. Deshalb ist bei der Zuchttauglichkeitsprüfung das Vorliegen einer Röntgenuntersuchung vorgeschrieben.[6]

Die Leukoenzephalomyelopathie ist eine erblich bedingte Erkrankung, die bei Jungtieren zu fortschreitenden Lähmungen führt. Sie ist unheilbar, kommt jedoch sehr selten vor.

In den letzten Jahren sind häufiger Herzerkrankungen bei Rottweilern aufgetreten, deren konkrete Ursache aber bisher nicht übergreifend festgestellt werden konnte.

Verwendung:

Viele Rottweiler werden als Familienhund gehalten. Er gehört zu den Gebrauchshunderassen und wird bei Polizei und Militär eingesetzt.

Durch seinen kräftigen Körperbau und sein kraftvolles Gebiss gibt er einen guten Schutzhund ab und ist gleichzeitig ein beliebter Familienhund. Als Wachhund wird er vor allem aufgrund seines imposanten und kräftigen Auftritts eingesetzt.

Wesen:

Im Rassestandard der FCI wird der Charakter des idealen Rottweilers folgendermaßen:

„Von freundlicher und friedlicher Grundstimmung, kinderliebend, ist er sehr anhänglich, gehorsam, führig und arbeitsfreudig. Seine Erscheinung verrät Urwüchsigkeit; sein Verhalten ist selbstsicher, nervenfest und unerschrocken. Er reagiert mit hoher Aufmerksamkeit gegenüber seiner Umwelt.“[2]

Ein Rottweiler ist demnach kein von Natur aus aggressiver oder angriffslustiger Hund. Dieser Hund gehört in erfahrene Hände und sollte konsequent, aber nicht mit harter Hand erzogen werden.




Herkunft und Geschichte:

Über die Herkunft des Rottweilers bestehen die verschiedensten Ansichten, darunter ist auch die Behauptung, dass die Urahnen der Rottweiler in den damaligen römischen Legionen zu finden sind. Die Aufgabe des Rottweilers in der Vergangenheit Vieh zu treiben und zu bewachen, auch der Körperbau, macht die enge Verwandtschaft mit den Sennenhunden deutlich.[1]

Im Verlauf von mehreren Jahrzehnten wurden diese Hunde auf Lebenstüchtigkeit, Intelligenz, Ausdauer und Treibeigenschaften gezüchtet. So wurden sie unentbehrliche Helfer der Viehhändler und Metzger. Der Rottweiler war am häufigsten in und um die damalige Reichsstadt Rottweil verbreitet, und so erhielt er im Mittelalter den Namen Rottweiler.

Die Stadt Rottweil war im 19. Jahrhundert ein Viehhandels-Zentrum, von dem aus Rinder und Schafe vor allem in den Breisgau, ins Elsass und ins Neckartal getrieben wurden. Der Viehhandel lag hauptsächlich in den Händen der Metzger. Diese waren es, die Hunde zum Bewachen und Treiben der Großviehherden eingesetzt haben und zu ihrem Verwendungszweck als Metzgerhunde züchteten.

Im Laufe der Zeit wurde das Vieh durch Aufkommen der Eisenbahn und anderer Fahrzeuge auf andere Art transportiert und der Rottweiler verlor seinen Verwendungszweck. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde der Gebrauchswert dieser Rasse im Polizeidienst erprobt, und 1910 wurde der Rottweiler als Polizei- und Militärhund anerkannt.[1]

Literatur:

  1. Hans Räber: Enzyklopädie der Rassehunde. Bd.1, Kosmos, Stuttgart 1993/2001, ISBN 3-440-06555-3, Der Rottweiler, S. 168ff.

  2. Rassestandard Nr. 147 der FCI: Rottweiler (Word-Dokument)

  3. Ursula Horisberger: Medizinisch versorgte Hundebissverletzungen in der Schweiz; Opfer – Hunde – Unfallsituationen. Abstract Diss. med vet., Bern 2002. (online)

  4. R. Struwe; F.Kuhne: Auffällig gewordene Hunde in Berlin und Brandenburg - ihre Repräsentanz in offiziellen Statistiken und in der Hundepopulation. (online)

  5. Gesetzliche Regelungen zum Umgang mit gefährlichen Hunden in Bayern

  6. ADRK zu HD und Konsequenzen für die Zuchtzulassung

 

 

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Rassestandard Nr. 147 der FCI: Rottweiler
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