Shar-Pei

Beschreibung

Der Shar-Pei ist nicht länger ein reiner Modehund aus China, sondern hat auch viele andere Vorteile, die nun hier besser beleuchtet werden und aufgezeigt wird auf was bei dieser Hunderasse besonders geachtet werden muss.

Meist wird der Name Shar-Pei mit "Faltenhund" übersetzt was aber falsch ist, richtig übersetzt bedeutet der Name "Sand-Haut-Hund". Der chinesische Standard hat diesen Hund besonders poetisch beschrieben: Muschelohren, eine Nase wie ein Schmetterling, der Kopf von der Größe einer Melone, das Gesicht einer Großmutter, der Hals eines Nilpferdes, ein Pferdehinterteil und Beine die von einem Drachen sein könnten.



Zuerst sollte man wissen das die Shar-Pei´s eine Schulterhöhe von 44-51 cm erreichen können, also ist diese Rasse für kleine Wohnungen eher nicht geeignet, denn man sollte beachten, dass für große Hunde auch entsprechender Auslauf und die entsprechende Raumgröße geboten werden sollte.


Optisch auffällig an den Shar-Pei´s sind die vielen Hautlappen bzw. Falten an Kopf, Schultern, Schwanzansatz und natürlich die kleinen, dreieckigen, anliegenden Ohren. Der Shar-Pei ist auch einer der wenigen Rassen die bläuliche bis blau-schwarze Gaumen und Zunge haben. Sein Fell ist rau, borstig, kurz und damit sehr pflegeleicht. Die Haare stehen gerade vom Körper ab und vom Zuchtstandart sind alle einheitlichen Farben außer Weiß erlaubt. Das Fell gibt es in rush coat, also ca. 2cm lang, fest, geschmeidig und biegsam und optimal für´s Kuscheln und Knuddeln. Das horse coat, ist sehr kurz, hart und stachelig. Am besten, wenn Sie sich einen Hund anschaffen möchten, testen Sie das Fell vor dem Kauf einfach durch Streicheln. Es gibt nichts Schlimmeres als einen Hund wieder abgeben zu müssen nur weil das Fell vielleicht zu stachelig ist und Sie davon vielleicht Ausschlag bekommen.

Die Shar-Pei Welpen haben mehr überschüssiges Fell als andere Welpen, aber nach der 16. Woche wächst der Hund hinein. Ein erwachsener Shar-Pei sollte seine Falten nur noch auf der Stirn und im Schulterbereich haben, denn als gezüchteter Arbeitshund soll er ja beweglich sein und nicht durch übermäßige Falten gestört werden.

Pflege und Gesundheitliches

Durch das kurze Fell sind Shar-Pei´s sehr pflegeleicht. Heute wird versucht die übermäßige Faltenbildung bei der Züchtung zu vermeiden. Sollte der Hund aber trotzdem ausgeprägte Falten behalten müssen die ständig kontrolliert werden. Seine große Lefzen legen die Vermutung des Sabberns nahe doch das stimmt nicht, bei großer Hitze und viel Bewegung werden Sie sich jedoch wundern wie viel Schaum und Speichel dieser Hund produzieren kann.

Natürlich gibt es auch typische Krankheiten für diese Rasse beispielsweise die Idiopathische Muzinose, welche sich durch erhöhte Ablagerung von Glykosaminoglykanen in der Lederhaut zeigt, wodurch die Haut eine teigige Konsistenz bekommt. Danach stellen sich Hautveränderungen wie Haarausfall, Hautrötung und Juckreiz ein.


Verwendung

Hunde der Rasse Shar-Pei entstanden vor mehreren Jahrhunderten im südlichen China und lassen sich sogar bis in die Zeit um Christi Geburt nachweisen. Meistens wurde die Rasse von den ärmeren Schichten gehalten, wie Fischer oder Bauern. In Anbetracht der Verwendung der Shar-Pei´s primär als Wachhunde und sekundär zur Jagd auf Ratten und Kleinwild ist dies auch nachzuvollziehen. Man sollte sich also nicht wundern wenn man Besitzer eines Shar-Pei ist und dieser Jagdverhalten an den Tag legt.


Wesen


Der Shar-Pei hat einen sehr individuellen Charakter. Wenn die Menschen friedlich und freundlich sind, begegnet er ihnen mit den selben Eigenschaften. Am wohlsten fühlt er sich zuhause wenn alle Familienmitglieder anwesend sind, für Zwingerhaltung sind die Shar-Pei´s nicht gemacht. Ein weiterer Vorteil dieser Hunderasse ist das sie wenig bellen und kein Interesse haben Ihr Eigentum zu zerstören, sogar kleine Grobheiten der Kinder lässt er sich geduldig über sich ergehen. Die sehr tiefe Stimme wird er nur selten einsetzen. Seine Familie ist ihm das liebste, er kann aber auch gehalten werden wenn man allein ist, und sein Rudel verteidigt er wachsam. Fremden gegenüber ist er reserviert und sehr zurückhaltend, er wird also nicht schwanzwedelnd auf jeden zugesprungen kommen. Er fügt sich beispielsweise zwar allen Kommandos, aber durch seinen stolzen Charakter verträgt er weder großen Zwang, noch Dressur oder Schulung. Am besten erzieht man Shar-Pei´s mit viel Geduld und sanft aber trotzdem konsequent, sonst neigt er nicht nur anderen Hunden gegenüber zur Dominanz.

Eine weitere kleine Eigenart der Shar-Pei´s und vor allem der Welpen sind die Laute die sie von sich geben und als eine Mischung aus Gurren, Grunzen und Schnaufen wahrgenommen werden.




Herkunft und Geschichte

In den 1950er-Jahren war die Urform des Shar-Pei´s fast ausgestorben bis ein Züchter aus Hongkong das Potential der Rasse erkannte, züchtete und 1972 der „Chinese Shar-Pei“ erstmals als offizielle Rasse vor- und ausgestellt wurde. Bereits 1976 wurde der Shar-Pei als seltenste Hunderasse der Welt geahndet, da weltweit nur noch 145 lebende Exemplare gezählt wurden, vielleicht lag dies auch daran das sich die damaligen Shar-Pei´s deutlich von den heutigen unterscheiden. Die ursprüngliche Form war nicht so massig, besaß einen kleineren Kopf, war jedoch insgesamt etwas größer. Die bläuliche Zunge, die dreieckigen Ohren, das harte Haar und die geringelte Rute ist jedoch gleich geblieben. Besonders interessant ist auch die genetische Untersuchung von Shar-Pei´s, so wurden beispielsweise Hinweise gefunden das erst eine relativ späte Vermischung mit Grauwölfen stattgefunden hat, genauso wie mit chinesischen Wölfen, trotzdem grenzt sich das Genmaterial stark von dem anderer Hunde ab und so wird diese Rasse als altertümliche Rasse bezeichnet und genauer zu der Asiatischen Gruppe gezählt.

Dieser Artikel basiert auf dem FCI Rassestandard:
Rassestandard Nr. 309 der FCI: Shar-Pei