Staffordshire Bullterrier

Beschreibung:

In Großbritannien ist der Staffordshire Bullterrier seit jeher ein anerkannter und beliebter Familienhund und wird bis heute gerne als „Babysitterdog“ eingesetzt. Trotzdem wird dieses Kraftpaket in Deutschland immer noch skeptisch behandelt und hat mit einem eher negativen Image zu kämpfen, da er oft mit der amerikanischen Kampfhunderasse American Staffordshire Terrier gleichgesetzt wird. Dabei besitzt diese Hunderasse gerade gegenüber Kindern eine sehr hohe Zuneigung.



Der Staffordshire Bullterrier ist ein glatthaariger Hund. Dabei verfügt der Staff trotz seiner eher geringen Schulterhöhe von ca. 40,5 cm über eine überproportionale Kraft. Gleichzeitig ist diese Rasse jedoch durch ihre kräftige Bemuskelung ziemlich beweglich und lebhaft. Wobei ein gesunder Hund ein Gewicht von 11 bis 17 kg auf die Waage bringt. Der Schädel sowie der Kopf sind kurz und gleichmäßig tief bzw. breit, mit ausgeprägten Wangenmuskeln, einem kurzen Fang und deutlichen Stop. Wobei dieser Fang von der schwarzen Nase aus bis zum Stop doch etwas geringer ausfällt, als der Bereich zwischen dem Stop und dem Hinterkopf. Gleichzeitig verfügt der Staffordshire Bullterrier über weit auseinander stehende und kleine Knopf- oder Rosenohren. Währenddessen der Brustkorb vom Staff tief und breit hervorsteht. Dabei stehen die recht knochigen und doch geraden Vorderläufe ziemlich weit auseinander, während sich die Hinterläufe parallel gegenüberstehen und ziemlich muskulös ausfallen. Zum Schluss ist der Staffordshire Bullterrier noch mit einer ziemlich kurzen Rute ausgestattet, welche tief getragen wird und sich zur Spitze hin verjüngt.

Die Fellfarbe jedoch kann bei den einzelnen Hunden ziemlich unterschiedlich ausfallen. Denn neben Schwarz und Weiß, sind auch Farben wie Rot, Blau oder eine Mischung dieser Farben mit weiß möglich. Gleichzeitig kann sich das Fell beim Staffordshire Bullterrier sogar gestromt in verschiedene Schattierungen zeigen. Die einzigen Farben, die bei dieser Rasse nicht gefördert werden dürfen, sind hingegen schwarzloh oder gar lederbraun.


Haltung


Wer sich dazu entschließt, einen Staffordshire Bullterrier zu halten, sollte sich darüber in klaren sein, dass diese Rasse nicht für Anfänger geeignet ist. Gleichzeitig benötigt diese Rasse von Anfang an eine sehr konsequente Erziehung, da ein Staff über ein ziemlich starkes Selbstbewusstsein verfügt und sehr hartnäckig ist. Aus diesem Grund ist hierbei sogar eine Zwingerhaltung nicht zu empfehlen. Doch nicht bei der Erziehung muss sich der Besitzer gut informieren. Denn da diese Rasse in den meisten deutschen Bundesländern als Listenhund geführt wird, sind für die Haltung einige Auflagen zu erfüllen.

Ein wichtiger Bestandteil ist dabei das Einfuhrverbot nach Deutschland, sodass man einen Staffordshire Bullterrier nur durch einen deutschen Züchter erhalten kann. Darüber hinaus besitzt diese Rasse eine Lebenserwartung von 10 bis 12 Jahren und verfügt über eine robuste Gesundheit. Auch in eher beengten Wohnungen kann man einen Staffordshire Bullterrier gut halten, solange man dem Hund genügend Auslauf ermöglicht. Schließlich können eine falsche Haltung zu Schäden beim Staffordshire Bullterrier führen, wie etwa einer Gelenkerkrankung. Gleichzeitig können vereinzelt Haut- und Augenerkrankungen bei dieser Hunderasse auftreten.

Wesen:

Bereits als Welpe verfügt der Staffordshire Bullterrier über große Freude am Leben. Somit gehören rennen und toben einfach dazu, bis er schließlich nicht mehr kann. Auch im späteren Leben geht diese Freude nie ganz verloren, sodass diese Rasse ihr ganzes Leben lang über Schwung und viel Energie verfügt. Aber trotz des eher ungewöhnlichen Aussehens und einem doch dominanten Benehmen ist der Staff gleichzeitig ein absoluter Familienhund. Denn aus der Geschichte dieser Rasse konnte sich dieses Wesen entwickeln, und bis heute erhalten. Dazu gehören sowohl Mut und Intelligenz wie seine Ausdauer und der Zuneigung gegenüber Freunden und Kindern.

Darüber hinaus machen sein Selbstvertrauen und seine offene und fröhliche Art den Staffordshire Bullterrier ziemlich liebenswert. Jedoch benötigt diese Rasse eine ziemlich konsequente Erziehung, sodass ein Staff nicht für jeden Besitzer geeignet ist. Denn wie genau sich das Wesen des Hundes später wieder spiegelt, hängt eng mit der Erziehung zusammen. Wobei die Tatsache, dass der Staffordshire Bullterrier öfter als Kampfhund ausgebildet wurde die Rasse auf die Liste der gefährlichen Hunderassen gebracht hat. Wobei die meisten Bundesländer in Deutschland diese Hunde sogar in einer der höchsten Kategorien einordnen. Aber auch die Nachtbarländer Österreich und Schweiz haben den Staffordshire Bullterrier inzwischen auf ihrer Rassenliste eintragen lassen, wobei in Zürich und Wallis sogar Einfuhr, Haltung und Zucht dieser Rasse streng verboten sind.




Herkunft und Geschichte:

Um Bulldoggen neben ihrer Ausdauer und Hartnäckigkeit noch mit Intelligenz und Schnelligkeit auszustatten, wurde etwa um 1800 normale Bulldogs mit dem Old English Terrier gekreuzt. Aus dieser Kreuzung entstanden die sogenannten „Bull and Terrier“, welche heute als direkte Vorfahren der Staffordshire Bullterrier angesehen werden können. Dabei wird diese Rasse alternativ als Staff bezeichnet. Gerade in den Gegenden Birmingham und Staffordshire waren die Staffordshire Bullterrier sehr beliebt und gehörten hier schnell zum Statussymbol der normalen Arbeiterklasse. Denn mithilfe von Wetten und dem Verkauf ihrer Welpen konnten sich die Arbeiter zusätzliches Geld verdienen.

Nachdem schließlich 1835 die Tierkämpfe in Großbritannien verboten wurden, hielten sich die Arbeiter einen Staff, um ihr Zuhause von Ratten zu befreien und die Kinder zu schützen. Wobei der Staffordshire Bullterrier bis heute als Familien-, Begleit- oder Wachhund Verwendung findet und es inzwischen gut 500.000 reinrassige Staffordshire Bullterrier gibt. Somit gehört diese, vom FCI anerkannte Rasse zu den am häufigsten auftretenden Hunderassen in Großbritannien. Gleichzeitig werden einige Exemplare sogar als Rettungshunde sehr erfolgreich eingesetzt.


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Pflege und Ernährung

Doch nicht nur genügend Bewegung ist wichtig für den Staffordshire Bullterrier, auch eine ausreichende Pflege sollte nicht vernachlässigt werden. Dabei sollte man lediglich einmal in der Woche sein kurzes Fell gut durchbürsten, um auf diese Weise die abgestorbenen Hautschüppchen und totes Haar zu entfernen. Wobei dieses Bürsten gleichzeitig die Durchblutung des Hundes unterstützt. Darüber hinaus kann man das Fell vom Staffordshire Bullterrier etwa alle zwei Wochen einölen. Auf diese Weise sorgt man gerade im Winter für einen guten Schutz vor schlechten Wetter und der Kälte. Dabei eignet sich hierbei vor allem ein Kokosöl, welches gründlich in das Fell des Hundes einmassiert und anschließend mit einem Handtuch abgerieben wird. Schließlich sollte man den Augenbereich nur noch regelmäßig mit Mineralwasser reinigen und auf saubere Ohren achten.

Bei der Ernährung sollte der Besitzer gut darauf achten, dass der Staffordshire Bullterrier nicht überfüttert wird. Denn dieses Kraftpaket ist wirklich kein Vielfraß. Stattdessen reichen einem Hund mit etwa 15 kg pro Tag ca. 325g Fleisch mit etwa 160g Nudeln oder Reis und 160g Gemüse. Wobei das Gemüse, die Nudeln und der Reis vorab gekocht und abgespült werden müssen. Gleichzeitig sind zusätzliche Mineralien und Vitamine für die Ernährung des Staffordshire Bullterriers sehr wichtig. Wer jedoch keine Zeit besitzt seinem Hund das Essen selbst zu kochen kann natürlich auf Fertigfutter zurückgreifen. Denn diese doch recht unkomplizierte Rasse frisst sowohl Trockenfutter wie Nassfutter aus der Dose. Darüber hinaus ist dieser aktive Hund häufig durstig, sodass sein Trinknapf immer gut gefüllt sein sollte.

Dieser Artikel basiert auf dem FCI Rassestandard:
Rassestandard Nr. 76 der FCI: Staffordshire Bullterrier