Tschechoslowakischer Wolfhund

Beschreibung:

Der Tschechoslowakische Wolfhund (auch Wolfhund gennant) gleicht einem sehr hochbeinigen wolfsfarbenen Deutschen Schferhund, stockhaarig mit einem leichten, eleganten Bau. Rden werden bis zu 75 cm gro und knne sogar 45 kg schwer werden (in der Regel erreicht ein Rde ein Gewicht von mindestens 26 kg). Hndinnen werden etwas kleiner und auch leichter. Sie erreichen eine Widerristhhe von bis zu 70 cm bei einem Gewicht von mindestens 20 kg.  Seinen Ursprung hat er in der Tschechoslowakischen Repubik.

Seine Ohren sind von mittlerer Gre und werden stehend getragen. Tschechoslowakische Wolfhunde bellen nicht gern. Auch nicht auf Kommando. Die Verstndigung erfolgt, wie beim Wolf, durch die Krpersprache und unterschiedliche Heul-, Jaul- und Brummlaute, meist als Ausdruck der Freude, Unbehagen etc. Es gibt aber auch Ausnahmen, insbesondere, wenn Tschechoslowakische Wolfhunde „ihr“ Revier, „ihr“ Rudel beschtzen/verteidigen.

Hndinnen werden meist nur einmal im Jahr lufig - ein direktes Wolfserbe. Die Hunde sind gesundheitlich sehr robust.

Rechtliches:

Der Tschechoslowakische Wolfhund steht im Schweizer Kanton Tessin auf der Rasseliste der potentiell gefhrlichen Hunderassen, die Haltung ist dort bewilligungspflichtig.

Verwendung:

Eine Schutzdienstausbildung ist im Allgemeinen nicht empfehlenswert. Das war auch ein wesentlicher Hauptgrund der Einstellung der ursprnglichen, staatlich gefrderten Zucht in der ehemaligen ČSSR. Einzelne Hunde dieser Rasse sind dennoch fr diese Ausbildung geeignet.

Trotz seiner vielfltigen Fhigkeiten erfordert der Hund einen erfahrenen Ausbilder, der sich in Wolfs- und Hundeverhalten auskennt, den Hund vielfltig fordern kann und Zeit sowie viel Einfhlungsvermgen mitbringt.

Wesen:

Bei der Entstehung der Hunderasse wurde wolfstypisches Verhalten gezielt gefrdert. Daher ist es bei der Erziehung von Tschechoslowakischen Wolfhunden enorm wichtig, ihn frh auf den Menschen zu sozialisieren und mit Umwelteinflssen zu konfrontieren. Ein gesundes Misstrauen bzw. eine gewisse Reserviertheit allem Neuen und Unbekannten gegenber ist gewnscht und im FCI-Standard festgeschrieben.

Fehlende Sozialisierung hat allerdings bleibende Scheu und Schreckhaftigkeit zur Folge.

Bei Hundehaltern ist dieser Hund beliebt wegen der Vorteile, die aus den besonderen Zuchtzielen resultieren. So sind seine Ausdauer, seine extreme Leistungsfhigkeit, sein Orientierungssinn und Fhrtensicherheit bemerkenswert. Er eignet sich daher als Begleithund zum Sport, Fahrradfahren sowie fr viele Hundesportarten.

Herkunft und Geschichtliches:

Der Tschechoslowakische Wolfhund entstand ab etwa 1955 bei der Idee, den Deutschen Schferhund zu verbessern. Er sollte den Gegebenheiten in der Tschechoslowakei besser angepasst werden: Diensthund zu sein, in den Hhenlagen der Grenzgebiete, mit viel Schnee und groer Klte.

Der Biologe Karel Hartl hatte diese Aufgabe bernommen, ohne auch nur auf die Idee zu kommen, eine neue Hunderasse zu schaffen. Zu diesem Zweck verpaarte er mehrfach Karpatenwlfe mit Deutschen Schferhunden, sowohl Rden als auch Hndinnen. So entstanden vier Zuchtlinien. Im Vordergrund stand das wissenschaftliche Interesse, wie sich diese Verpaarungen auf Fruchtbarkeit und anatomische Eigenheiten bei der Vererbung auswirkt. Schon bei der ersten Generation lie sich eine gewisse Erziehbarkeit bei den Mischlingen feststellen. Aber auch das Wolfserbe machte sich durch Scheu, Fluchttendenz und aggressives Verhalten bei Unterschreitung der Fluchtdistanz bemerkbar.

Ausgewhlte Wolf-Hund-Hybriden (Mischverpaarungen) der ersten Generation wurden weiter mit ausgesuchten Deutschen Schferhunden aus unterschiedlichen Zuchtlinien verpaart. Die weitere Verpaarungen erfolgten nicht immer konsequent nur mit DSH, sondern auch in Folge mit Wolf-Hund-Mischlingen der F1-F4-Generation. Zudem erfolgte die letztmalige Wolfseinkreuzung mit dem Wolf Sarik 1982. Das liegt z. Zt. (2008) in etwa 6 bis 9 Generationen zurck.

Ab etwa der fnften Generation konnten einige dieser Hunde als Diensthunde bei der Armee eingesetzt werden. Bedingung war, dass sich diese Hunde eng an den Menschen banden, indem sie schon frh auf Menschen sozialisiert wurden. Die meisten anderen waren nicht diensttauglich, da sie gegen Fremde wolfstypisches, scheues Verhalten an den Tag legten. Die Armee hat es aufgegeben, diese Hunde einsetzen zu wollen; sie trat als Auftraggeber der Zucht nicht mehr in Erscheinung. Die Zucht und damit die Weiterentwicklung kam nach 1971 fast zum Erliegen; das ging so weit, dass die Tiere gettet werden sollten und z. T. wurden.

Erst zehn Jahre spter, 1982, wurde der Klub fr Tschechoslowakische Wolfhunde gegrndet, der die Zuchtbemhungen in eigener Regie wieder aufnahm. In Folge wurde die Rasse vom kynologischen Dachverband der ČSSR anerkannt. 1989 erfolgte die vorlufige Anerkennung durch die FCI, 1999 die endgltige. In den Standard wurden unter anderem das wolfshnliche Aussehen und die wolfshnliche Bewegung aufgenommen.

 

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