Zwergschnauzer

Beschreibung:

Sowohl Männchen als auch Weibchen erreichen eine Widerrist-Höhe von 30 cm bis 35 cm und ein Gewicht von 4,5 kg – 7 kg. Vom Körperbau her ist der Zwergschnauzer kräftig, muskulös und robust, und etwa genauso lang wie hoch, wodurch er sehr kompakt wirkt. Seine Rute ist von Natur aus kurz und dünn.

Der Kopf des Zwergschnauzers ist lang und flach mit einer langen, breiten Schnauze. Das typische Erkennungsmerkmal ist der buschige Bart und die buschigen Augenbrauen, welche dem Schnauzer das typische „Schnauzer-Gesicht“ verleihen. Sie haben ovale, dunkle Augen und ein Scherengebiss. Die Ohren sind herunterhängende, dreieckige Klappohren. Zwergschnauzer können etwa 15 Jahre alt werden.



Das Fell des Zwergschnauzers besteht aus Deckhaar und Unterwolle, wobei das Deckhaar drahtig, dicht und hart ist. Nur an Bart, Augenbrauen und Läufen ist es lediglich mittelhart. Die Unterwolle sollte dicht und weich sein. Das Fell ist weder struppig noch gewellt. Es werden verschiedene Fellfärbungen anerkannt. Zum einen rein schwarz, wobei Fell und Unterwolle schwarz sind, Pfeffer-Salz, schwarz-silber und zuletzt rein weiß, mit weißer Unterwolle. Allerdings werden nur wenige rein weiß Hunde geboren; der Prozentsatz liegt bei etwa 7%. Der Zwergschnauzer haart wenig, aber sein Fell benötigt regelmäßige Pflege. Mit festen Bürsten lassen sich abgestorbene Haare leicht entfernen.


Verwendung


In der Vergangenheit wurde der Zwergschnauzer dazu benutzt, Ställe von Mäusen und Ratten frei zu halten. Durch seine Beweglichkeit und Furchtlosigkeit war er dazu hervorragend geeignet. Heute wird er als Wach-, Begleit- oder Haushund eingesetzt, zeigt aber immer noch die Wesenszüge eines Jagd-/Arbeitshundes.

Wesen:

Der Zwergschnauzer ist freundlich und eignet sich hervorragend als Familienhund. Allerdings sollten Kinder aber nicht zu klein sein. Er ist nicht auf eine Einzelperson fixiert, hat aber dennoch seine Bezugsperson. Trotzdem liebt er alle Mitglieder der Familie gleichermaßen und ist ihnen gegenüber loyal. Auch mit anderen Hunden und sogar Katzen in der Familie hat er keine Probleme.

Durch seinen Ursprung als Jagdhund ist er lebendig, furchtlos, aufmerksam, intelligent und ausdauernd. Er ist stets wachsam, auch wenn er ganz entspannt zu sein scheint. Er braucht viel Bewegung und Beschäftigung; wird er nicht genügend gefordert, langweilt er sich schnell. Er neigt zur Dickköpfigkeit und benötigt von klein auf eine konsequente aber liebevolle Erziehung. Er benötigt viel Lob und Aufmerksamkeit und wenn ihm nicht deutlich gezeigt wird, wer der Chef ist, versucht er gerne seinen eigenen Kopf durchzusetzen. Mit Härte erreicht man beim Zwergschnauzer aber wenig. Ist er entsprechend erzogen, ist er für Kinder ein geduldiger und lustiger Spielgefährte. Fremden gegenüber neigt der Zwergschnauzer zum Misstrauen, aber er ist nicht bissig.

Bei genügend Auslauf kann der Zwergschnauzer problemlos in der Wohnung gehalten werden. Wenn er frühzeitig daran gewöhnt wurde, schläft er auch gerne in der Hundehütte, was eine Haltung im Freien ebenfalls möglich macht.




Herkunft und Geschichte:

Der Zwergschnauzer wird als eigenständige Rasse seit dem Jahr 1880 gezüchtet, wurde aber bis 1895 unter der Bezeichnung „rauhaariger Pinscher“ geführt. Sein Ursprung liegt, wie der des Riesen- und Mittelschnauzers, im süddeutschen Raum, wo er in der Landwirtschaft benutzt wurde. Hunde, die dem Schnauzer ähnlich sahen, wurden bereits im 16. Jahrhundert beschrieben. Zu den Vorfahren des Schnauzers gehören die deutschen Schäferhunderassen, der mittelalterliche Biberhund und der drahthaarige deutsche Pinscher. Um eine kleinere Rasse zu erhalten, wurde der Riesenschnauzer mit dem Affenpinscher und/oder dem Zwergpinscher gekreuzt. Die ersten Zwergschnauzer sahen der heutigen Rasse bereits sehr ähnlich.

Ab 1938 wurden Schnauzer mit Abzeichen in Deutschland nicht mehr offiziell als Rasse anerkannt. Andere Staaten in Europa folgten diesem Beispiel, nicht so jedoch Australien, die USA und Kanada. Ganz im Gegenteil wurde in Amerika die Farbe schwarz-silber 1938 beim Zwergschnauzer ausdrücklich anerkannt. Erst seit dem Mai 1976 ist die Färbung schwarz-silber auch in Deutschland wieder als eigenständige Rasse zugelassen und im August desselben Jahres wurde der erste Wurf in Deutschland geboren.

Dieser Artikel basiert auf dem FCI Rassestandard:
Rassestandard Nr. 183 der FCI: Zwergschnauzer