Spanischer Mastiff (Mastín Español)

Beschreibung:

Der im deutschen auch als spanischer Mastiff bekannte Mastín Español ist ein großer, massiger und auch kräftiger Hund, dessen Ursprünge in Spanien liegen. Er hat ein teils imposantes Erscheinungsbild. Ein Mastín Español erreicht eine Widerristhöhe, die zwischen 72 cm und 82 cm liegt. Das Gewicht liegt bei 55 kg bis 70 kg.

Das Haar eines spanischen Mastiffs ist halblang, rehbraun, rot, schwarz/weiß, rotgestromt oder schwarzgestromt. Seine Ohren sind klein und werden hängend getragen. Darüber hinaus gibt es in Spanien noch Züchter, die den Mastín nicht nach FCI-Standard züchten, sondern für die Nutztierhaltung. Dort sind Größen bis zu 100 cm und bis zu 110 kg Gewicht möglich.




Rechtliches:

Die Rasse steht in mehreren deutschen Bundesländern auf der Liste potentiell gefährlicher Hunderassen. In Österreich ist der Mastín Español in Vorarlberg und Wien ein Listenhund. In der Schweiz führen fünf der elf Kantone mit Rasselisten den Mastín Español auf ihren Listen, die Haltung ist in diesen Kantonen bewilligungspflichtig. In den Kantonen Genf und Wallis sind Haltung, Zucht und Einfuhr verboten.

Verwendung:

Der spanische Mastiff wurde als Herdenschutzhund gezüchtet und begleitet auch heute noch die wenigen Viehherden, die in Spanien über große Entfernungen getrieben werden. Hirten schätzen den Mastín sehr, es heißt, dass zwei Tiere mit einem Wolf fertig werden und drei Mastínes einen Bären erlegen können. Darüber hinaus erfreut sich diese Hunderasse zunehmender Beliebtheit als Familienhund.

Wesen:

Mit seinem ruhigen Wesen und seiner Geduld kann der spanische Mastiff auch gut als Familienhund gehalten werden. Allerdings erwartet der Mastín eine klare Rolle innerhalb der Familie beziehungsweise des Rudels. Steht diese fest, ist der Mastín ein überaus wachsamer Beschützer von Haus und Hof.

Herkunft und Geschichte:

Der Ursprung dieses Hirtenhundes ist unbekannt, aber wie die anderen Doggen der Iberischen Halbinsel stammt er vermutlich von Hunden ab, welche die Phönizier und Griechen vor etwa 2000 Jahren nach Spanien gebracht haben. In Spanien wird er als Beschützer des Viehs und des Hauses geschätzt; er ist über das ganze Land verbreitet und hat demzufolge je nach Gegend unterschiedliche Namen. Nach einer Beschreibung aus dem Kastilien des 18. Jahrhundert wurde eine Herde von 1000 Schafen auf ihrer jahreszeitlichen Wanderung, der Transhumanz, typischerweise von fünf Schäfern und fünf Mastín-Hunden begleitet. Die Mastínes sollten die Herde vor Wölfen und Viehdieben schützen. Für die Hunde wurde gut gesorgt, für einen Mastín führte man ebenso viel an Lebensmitteln mit wie für einen Schäfer. Wer einen Mastín verletzte, hatte eine Strafe von mindestens fünf Schafen zu entrichten. Der Besitz eines solchen Hundes musste von der einflussreichen Organisation der kastilischen Schafzüchter, der Mesta, genehmigt werden.[1]

Literatur:

1. Julius Klein: The Mesta: A Study in Spanish Economic History 1273–1836. Harvard University Press, 1920, S. 24–25


Dieser Artikel basiert auf dem FCI Rassestandard:
Rassestandard Nr. 91 der FCI: Mastín Español
und auf dem Artikel Mastín_Español aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung). In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.