Mehr als nur Gassi: Dogtrekking als Wandersport für Hund und Halter

Dogtrekking ist eine noch relativ junge Hundesportart, die vor allem in in Tschechien, der Slowakei, Polen, Belgien und Österreich populär ist. Beim "Hundeweitwandern" - wie der Begriff übersetzt heißt - wandern Mensch und Hund, verbunden durch ein Zuggeschirr ähnlich wie bei Schlittenhunden, Strecken von bis zu 120 Kilometer. Die große Länge der gelaufenen Strecken ist maßgeblich für das Dogtrekking, kleinere Laufstrecken zwischen 40 und 80 Kilometer bezeichnet man als "Doghiking". Etwa seit dem Jahr 2000 gibt es in der Tschechischen Republik pro Saison sieben bis zehn Rennen. Als Vater des Sports gilt der tschechische Schriftsteller und ehemalige Bergsteiger Jaroslav „Monte“ Kvasnica, der auch die ersten Touren mit Wertung auf Zeit organisierte.

Beim Dogtrekking läuft der Sportler mit seinem Hund eine vom Veranstalter des Rennens vorgegebene Strecke ab. Orientiert wird sich dabei mithilfe von Karten, auf denen die Route in bestimmte Streckenabschnitte ("Checkpoints") unterteilt ist. Ziel ist es, die vorgegebene Route in einem bestimmten zeitlichen Rahmen mit dem Hund zu laufen. Ebenfalls vom Veranstalter auferlegt ist das für das Dogtrekking benötigte Mindestmaß an Ausrüstung. So gibt es eine festgesetzte Pflichtausrüstung, die neben einem Erste-Hilfe-Paket und Wanderutensilien für den Menschen wie Schlafsack, Isomatte oder Stirnlampe zumeist auch bestimmte Ausrüstungsgegenstände für den Hund umfasst, wie zum Beispiel spezielle Pfotenschützer, Wasser, Futter und Fressnapf.

Obwohl der Sport aufgrund der Länge der Strecken eine gewisse körperliche Leistungsfähigkeit von Mensch und Tier voraussetzt, betonen Dogtrekker häufig weniger den Wettbewerbs- sondern mehr den harmonischen Aspekt des Wanderns. Die gemeinsame sportliche Aktivität mit dem Hund im Freien steht im Vordergrund. Nicht selten Sprechen Vereine und Freunde des Sports sogar von einer Art Lebensgefühl, welches sich durch die enge Naturverbundenheit und der Einheit von Tier und Mensch ergibt. So verwundert es auch nicht, dass im Gegensatz zum deutlich mehr leistungsorientiertem Schlittenhundrennen die Anforderungen für eine Teilnahme an einem Lauf wesentlich geringer sind. Demnach braucht man weder mehrere Hunde an einem Zuggeschirr noch besonders teure Ausrüstung, weswegen Dogtrekking nicht nur als Wettkampfsport betrieben wird, sondern sich vor allem auch im Freizeitbereich großer Beliebtheit erfreut.

Trotzdem wird eine gute Kondition von Hund und Halter vorausgesetzt, da die meist mehrtägigen Rennen zwischen 80 und 120 Kilometer eine große Belastung für das Team darstellen können. Neben der vorgeschriebenen Pflichtausrüstung räumen manche Veranstalter deswegen auch regelmäßige Pausen in ihre Wettkampfordnung ein. Besonders geeignet für den Sport sind daher - ähnlich wie beim Schlittenhundrennen - Hunderassen oder Mischlinge, die vorrangig Freude am langen Laufen haben ("Laufhunde") und dieses auch körperlich gut verkraften. Eine Ordnung für die Teilnahme oder den Ausschluss von bestimmten Rassen gibt es jedoch nicht.

Während sich Dogtrekking vor allem in bergigen Ländern Osteuropas im Freizeitbereich und in privaten Vereinen an Beliebtheit erfreut, ist diese Sportart in Deutschland noch weitestgehend unbekannt. Auch die Idee des Wettbewerb vom Wanderns mit Hund steckt noch in den Kinderschuhen. Einen ersten europaweiten Pokalwettbewerb gibt es seit 2012.