Dummyarbeit

Hunde wollen artgerecht beschäftigt werden, die Jagd ist ein wichtiger Bestandteil des Verhaltens. Die meisten Hundebesitzer kennen den Jagdtrieb ihres Hunde, der oft dazu führt, dass das Tier beim Anblick von Wild schnell seine Erziehung vergisst. Ein Dummy dient dabei als Ersatz für das Wild und lässt den Hund seine Triebe ausleben. Die Angst, dass der Hund aufgrund der Dummyarbeit erst recht auf den Jagd-Geschmack kommt, ist dabei unbegründet. Vielmehr lastet sie den Hund körperlich und geistig aus, Hunde mit großem Jagdtrieb können damit in geregelte Bahnen gelenkt werden. Ein ausgelasteter Hund neigt viel weniger zur Jagd auf wild und im Haus lebende Tiere als derjenige, der aus Langeweile und Unterforderung nach Abwechslung lechzt. Die gemeinsame Aktivität fördert außerdem das Vertrauen zwischen Hund und Halter und dient der Erziehung.

Welcher Hund eignet sich für die Dummyarbeit?

Grundsätzlich eignet sich jeder Hund für das Dummytraining, die rassetypischen Eigenschaften sowie Alter und Verfassung des Vierbeiners sollten dabei allerdings berücksichtigt werden. So lieben es die meisten Retriever, ihre Beute zu apportieren, auch aus dem Wasser. Auch für Hunde, die viel laufen möchten, ist das Apportieren eine gute Möglichkeit, den Hund auszulasten. Wasserscheue Hunde sollten dabei nur an Land gearbeitet werden. Andere Rassen arbeiten lieber mit der Nase (z.B. Beagle) oder lassen sich von ihrem Menschen auf der Suche nach der Ersatzbeute einweisen.
Mit ein wenig Ausprobieren findet man meist schnell heraus, welche Art der Arbeit dem Hund am meisten Spaß macht.

Der Dummy

Die meisten Dummys bestehen aus stabilem, waschbaren Nylon in verschiedenen Farben. Die Größe sollte dabei so gewählt werden, dass der Hund die Ersatzbeute bequem ins Maul nehmen kann. Um die Attraktivität zu erhöhen, haben einige Dummys einen Überzug aus Fell. Dies imitiert Geruch und Form der Beute noch besser und wird daher von einigen Hunden lieber angenommen.
Es gibt auch Beutel, die mit Leckerlies gefüllt werden können, diese sind für die Nasenarbeit und die Eingewöhnung besonders geeignet. Der Hund sollte dabei aber nicht selbst an den Inhalt gelangen können, die Belohnung erfolgt durch den Menschen.
Wasserdummies bestehen meist aus Kunststoff und treiben durch ihr geringeres Gewicht höher im Wasser. In leuchtenden Farben sorgen sie dafür, dass sie für Hund und Mensch gut sichtbar sind. Auch an Land sollte die Farbe, besonders zum Apportieren, möglichst auffällig gewählt werden.

Die Dummyarbeit

Die Einsatzmöglichkeiten sind sehr vielfältig. Beim Apportieren wird der Dummy geworfen und vom Hund nach einem Kommando apportiert. Die Schwierigkeit kann mit der Wurfweite und in immer unwegsamerem Gelände gesteigert werden.
Mit Duftstoffen präparierte oder mit duftenden Leckereien gefüllt kann er versteckt und dann vom Hund gesucht werden.
Beim Einweisen weiß nur der Hundeführer, wo sich die Beute befindet. Mit Handsignalen und Kommandos zeigt der Mensch dem Hund, wo sie versteckt ist. Dies erfordert vom Hund einen guten Grundgehorsam und fördert die Mensch-Hund-Bindung.
Natürlich können alle Arten der Dummyarbeit auch parallel trainiert werden, der Hund sollte dabei aber nicht überfordert werden.

Wer mit seinem Hund an Dummyprüfungen teilnehmen möchte, sollte sich am besten in einer Hundeschule oder bei einem Hundetrainer beraten lassen, da hier bestimmte Anforderungen an die Arbeit bestehen.