Rettungshundeausbildung - Ein Team aus Hund und Mensch

Viele Hundebesitzer suchen nach der richtigen Auslastung für ihren geliebten Begleiter. Neben etwaigen anderen Formen des Hundesports wird auch immer wieder die Ausbildung zum Rettungshund in Betracht gezogen. Vorab sollte sich aber jeder Halter ausreichend informieren und darüber bewusst werden welche Beschäftigungsart tatsächlich angestrebt wird. Egal ob Rettungshundearbeit oder –sport, Hund und Mensch arbeiten als ein Team.

Die Ausbildung ist sehr zeitaufwendig und erfordert viel Disziplin von beiden Seiten.

Für einen Rettungshund gilt die Grundvoraussetzung über Nervenstärke, Trittsicherheit und einen ausgeprägten Spieltrieb zu verfügen. Am Anfang jeder Rettungshundeausbildung steht ein Eignungstest, welcher aufzeigen soll ob Tier und Mensch für diesen Hundesport einsetzbar sind. Beide müssen selbstständig und zuverlässig handeln. Der Hund wird mit diversen Umständen konfrontiert und darf keinesfalls Aggressionen zeigen. Solch ein Verhalten führt zu sofortigem Ausschluss. Anhand von unterschiedlichen Hindernissen und Bodenverhältnissen wird die Selbstsicherheit des Tieres getestet. Des Weiteren soll er sich bei Rauch und Flammen, sowie akustischem Einfluss, möglichst unbeeindruckt zeigen. Denn bei eventuell angestrebten Einsätzen darf sich der Hund nicht vom Gelände oder Bränden irritieren lassen. Auch das Begehen von Trümmerbergen und engen Rohren sollte kein Problem darstellen. Nicht zuletzt wird das grundsätzliche Verhalten gegenüber fremden Personen in Augenschein genommen.
Aber nicht nur das Tier, auch der Mensch ist gefordert. Der Halter muss seinem Rettungshund gegenüber völlige Souveränität beweisen. Er benötigt viel Geduld, Nerven und vor allem Zeit um die gesteckten Ziele zu erreichen. Nicht zu vergessen dass neben den praktischen Trainingsstunden jede Menge Theorie zu leisten ist.

Prinzipiell wird die Ausbildung zum Rettungshund vollzogen um in diesem Bereich Einsätze zu leisten. Und zwar gemeinsam als ein Team, der Halter mit dem eigenen Hund. Unterricht und Qualifikation werden deshalb meist über sogenannte Rettungshundestaffeln angeboten. Dabei handelt es sich um einen organisierten Zusammenschluss mehrere Teams. Solche Einheiten können z. B. Einsatz bei Hilfs- und Rettungsorganisationen, der Feuerwehr oder dem Deutschen Roten Kreuz finden. Rettungshundestaffeln sind grundsätzlich auf die Ortung vermisster Personen geschult, spezialisieren sich aber oft auf verschiedene Bereiche. Die Einsatzschwerpunkte unterteilen sich in Flächensuche, Trümmersuche, Lawinensuche, Wasserrettung /-ortung, Leichensuche und Mantrailing.

Bei Letzterem handelt es sich um ein immer beliebter werdendes Spezialgebiet des Hundesports. Der trainierte Hund folgt dabei dem Individualgeruch eines ausgewählten Menschen. Ihm wird eine Geruchsprobe zugänglich gemacht, mit der er die Spur aufnehmen muss. Hier kann der Mantrailer seinen hervorragenden Geruchsinn beweisen.

Rettungshundestaffeln verfolgen meist die Absicht neue, einsatzbereite Mitglieder auszubilden. Möchte man die Rettungshundeausbildung also nicht als Arbeit sondern reinen Hundesport wahrnehmen, sollte man ehrlich bei den jeweiligen Vereinen anfragen. Hinsichtlich der tatsächlichen Rettungshundearbeit, sollte man sich der nervenaufreibenden und zeitaufwendigen Tätigkeit bewusst sein. Auch nächtliche Einsätze sind nicht ungewöhnlich. Des Weiteren sollte ernsthaft die Überlegung angestellt werden wie man mit einem Leichenfund zurecht kommt, denn nicht alle georteten Personen sind am Leben. Auch mit dem morgendlichen Familienfrühstück oder einem gemütlichen Abendessen darf nicht immer fest gerechnet werden. Die Ausbildung für den reinen Hundesport zu nutzen, wird zwar immer populärer, trotzdem ist es noch verhältnismäßig schwer Leiter und Lehrkörper in der Nähe zu finden.

Der prinzipielle Aufbau und die Anforderung an die Ausbildung zum Rettungshund sind weitestgehend standarisiert. Kleinere Abweichungen sind je nach ausbildender Organisation möglich. Die Grundausbildung des Hundes wird in mehrere Schwerpunkte unterteilt. Sie umfasst Gehorsams- und Anzeigeübungen, Such- und Gerätearbeiten, sowie die Geländegängigkeit. Für den Rettungshundeführer erfolgt eine Ausbildung im Sanitärdienst, der Karten- und Kompasskunde, sowie im Sprechfunkverkehr. Weiter wird er ausreichend in Sicherheit, Kynologie, Bergung und Statik unterrichtet. Gute Kondition, regelmäßiges Training mit dem Hund und konstante Leistungsfähigkeit sind unabdinglich.