Anatomie des Hundes

Der Hund zählt wie der Mensch zu den Wirbeltieren und weist somit eine ähnliche Anatomie auf. Daher besitzt er auch ein Skelett, das vor allem zur Fortbewegung und als Stütze des Körper dient (Abbildung 1). Für die Stützfunktion müssen die Knochen des Hundes ausreichend hart sein. Dies ist vor allem auf den hohen Mineralisierungsgrad, der aus Calcium- und Phosphoreinlagerung entsteht, zurückzuführen.

Obgleich das Skelett sehr hart ist, ist es doch gut durchblutet, was es sehr regenerationsfähig bei etwaigen Knochenbrüchen macht.

Für die Fortbewegung des Vierbeiners ist neben dem Skelett auch die Muskulatur verantwortlich. Die Muskeln sind durch Sehnen mit dem passiven Knochenapparat verbunden und sorgen für die Beweglichkeit.

Abbildung 1 - © mostwest - Fotolia.com




Das Skelett des Hundes

Der Kopf des Hundes besteht aus dem Schädel (1 - Abbildung 2) , der noch einmal in den Hirnschädel und den Gesichtsschädel unterteilt werden kann. Der Hirnschädel schützt zum einen das Gehirn und beherbergt die Sinnesorgane Augen und Ohren. Der Gesichtsschädel besteht hauptsächlich aus Ober- und Unterkiefer und ist fest mit dem Hirnschädel verwachsen.

Das Rumpfskelett setzt sich zusammen aus Wirbelsäule (4), Rippen (14) und Brustbein (10). Dabei besteht die Wirbelsäule (4) aus einer Vielzahl kleinerer Wirbel. Zwischen den Wirbeln befinden sich die sogenannten Bandscheiben. Die Wirbelsäule verleiht dem Körper seine Gelenkigkeit und stützt ihn zugleich. Ihre Wirbelbögen bilden den Wirbelkanal in dem das Rückenmark verläuft, das mit dem Gehirn verbunden ist und zusammen mit ihm das Zentralnervensystem bildet. Insgesamt besitzt der Hund 30 Wirbel, davon 7 Halswirbel (2), 13 Brustwirbel, 7 Lendenwirbel und 3 Kreuzbeinwirbel. Die Anzahl der Schwanzwirbel des Hundes hingegen können je nach Größe des Tieres zwischen 16 und 22 Wirbeln schwanken. Speziell zu den Halswirbeln (2) ist zusagen, dass der erste Wirbel, der sogenannte Atlas, den Kopf trägt.

Die Rippen (14), die das Brustbein (10) und den Brustwirbel verbinden bilden zusammen den Brustkorb. Hier befinden sich Lunge und Herz. Das Brustbein (10) bildet zugleich den Abschluss des Brustkorbes.

Zu der Anatomie der Vorderextremitäten zählen das Schulterblatt (3), die Oberarm- (9) und Unterarmknochen (11), sowie die Mittelhand- (13) und Fingerknochen (12). Das Schulterblatt (3) ist ein platter großflächiger Knochen. Dies ist wichtig, damit dort viel Muskelmasse seinen Platz finden kann. Durch das Schultergelenk ist das Schulterblatt (3) mit dem Oberarmknochen (9) verbunden. Es folgt schließlich der Unterarmknochen (11), der aus der Elle und der Speiche besteht. Im Anschluss besitzt der Hund 7 Vorderwurzel- und Mittelhandknochen (13).

Abbildung 2 - © mostwest - Fotolia.com

Die Fingerknochen (12) folgen daraufhin. Dabei hat sich der Daumen beim Hund zurückgebildet und befindet sich als Rudiment am inneren Rand der Mittelhandknochen (13).

Die Anatomie der Hinterhandextremitäten ist ähnlich aufgebaut wie die der Vorderextremitäten. Das Hüftbein bildet zusammen mit dem Kreuzbein das zur Wirbelsäule (4) gehört das Becken (5). Der Oberschenkelknochen (6) ist im Hüftgelenk verankert. Hierbei handelt es sich um den größten Knochen des Skeletts. Im unteren Bereich des Oberschenkelknochens (6) liegt die Kniescheibe. Das Kniegelenk verbindet schließlich Unter- (7) und Oberschenkelknochen (6) miteinander, wobei der Unterschenkelknochen (7) noch einmal in Schienbein und Wadenbein unterteilt werden kann. Weiterhin besitzt der Hund, wie der Mensch, eine Ferse (8). Die Fußknochen können wie die Fingerknochen in Mittelfußknochen (16) und Zehenknochen (15) unterteilt werden. Die fünfte Zehe, die beim Mensch der großen Zehe entspräche, wird dabei als Afterkralle bezeichnet.

Wichtig zu wissen ist auch noch das der beste Freund des Menschen ein sogenannter "Zehengänger" ist und wie der Name schon sagt den Boden nur mit den Zehen berührt. Der Mensch hingegen ist ein "Sohlengänger" hier besteht der Fuß aus Zehen- und Mittelfußknochen.



Das Gebiss des Hundes

Zum Gebiss ist folgendes zusagen. Der Hund besitzt insgesamt 42 Zähne, wovon man im Oberkiefer 6 Schneidezähne, 2 Fangzähne und 12 Backenzähne (6 pro Seite) findet. Der Unterkiefer wird aus 6 Schneidezähnen, 2 Fangzähnen und 14 Backenzähnen (7 pro Seite) gebildet.

Der Welpe hingegen besitzt erst 28 Zähne, die sich ab der 3. Lebenswoche bei ihm bilden müssen, denn das Tier wird zahnlos geboren. Die Backenzähne werden erst während des Zahnwechsels zwischen dem 4. und 7. Monat gebildet.

Die größte Bedeutung im Gebiss des Tieres wird dabei den Fangzähnen beigemessen, da diese ursprünglich die Funktion besaßen die Beutetiere zu ergreifen und festzuhalten.

Zudem kann das Gebiss, also die Zahnstellungen, je nach Hunderasse variieren. Es gibt den sogenannten "Normaltyp", dessen Gebiss dem des Wolfes entspricht. Hier greifen die Schneidezähne des Unterkiefers in die des Oberkiefers.
Bei Hunderassen mit Kurzköpfigkeit hingegen ist der Unterkiefer länger als der Oberkiefer, was dazu führt, dass sich die Schneidezähne des Unterkiefers, wie auch die Eckzähne vor denen des Oberkiefers schieben. Rassen die hingegen einen schmalen Schädel besitzen weisen den umgekehrten Effekt auf. Man nennt diese Gebissstellung dann Hinter- bzw. Rückbiss.


Die Anatomie des Hundes (Abbildung 3)

Der Kopf unseres Vierbeiners ist wie folgt aufgebaut. Er besteht aus dem Stop (1), also dem Absatz zwischen Stirn und Nase. Dieser befindet sich in etwas in Höhe der Augen. Über die Ausprägung entscheidet wieder hierbei die Rasse, so kann der Stop sehr steil ausgeprägt oder fast nicht vorhanden sein. Danach folgt das Genick (3), als weiterer Teil des Kopfes. Der Fang, also das Maul des Tiers besteht aus der Schnauze und den Lefzen (16). Letztere sind oft sehr weich, wulstig und dienen auch als Tastorgan.

Der Rumpf (B) besteht aus dem Widerrist (4), hierbei handelt es sich um den höchsten Punkt der Schulter (15), dem Rücken (5), den Lenden (6), der Brust (12) sowie der Kruppe (7), dabei bildet diese den höchsten Punkt des Hinterteils.

Der Schwanz (C) wird beim Hund auch als Rute (8) bezeichnet.

Die Gliedmaßen (D) bestehen aus den Vorderextremitäten, wie bereits bei der Anatomie des Skeletts genauer erläutert aus der Schulter (15), dem Ellbogen (13), der Fessel (14) und den Hinterextremitäten, die aus Kniegelenk (11),Ferse (9) und Zehen (10) gebildet werden.









Abbildung 3 - © mostwest - Fotolia.com


Die Sinne des Hundes

Neben der Anatomie des Hundes sind auch seine Sinne sehr interessant und unterscheiden sich in mancher Weise von denen des Menschen:

Der Gehörsinn

Das Ohr unseres Vierbeiners ist sehr hoch entwickelt, dabei kann er viel höhere Frequenzen wahrnehmen als der Mensch. Während der Mensch nur etwa 20-20.000 Hz wahrnehmen kann, nimmt der Hund 15-50.000 Hz wahr. Das gute Hören ist zudem bedingt durch die Beweglichkeit der Ohrmuschel. Dadurch können Geräusche besser geortet werden.


Der Geschmackssinn

Der Geschmackssinn hingegen ist deutlich schlechter ausgebildet als beim Menschen. Während wir 9.000 Geschmacksknospen besitzen, besitzt der Haushund nur 1.700. Damit dieser den Geschmack aufnehmen kann, müssen die Moleküle erst einmal im Speichel aufgelöst werden. Desweiteren sind auch die Zonen für die verschiedenen Geschmacksrichtungen etwas anders angeordnet als beim Menschen. So befindet sich an der Seite der Zunge die Region für süß, salzig und sauer. Der hintere Teil hingegen spricht auf einen bitteren Geschmack an.


Der Sehsinn

Neue Forschungen haben ergeben, dass unser treuer Vierbeiner nicht nur schwarz-weiß sehen kann, sondern auch farbig. Allerdings ist er wohl rot-grün-blind.
Die Augen des Haushundes besitzen zwei verschiedene Lichtrezeptoren, zum einen die Stäbchen, die für das Sehen von Graustufen verantwortlich sind und zum anderen die Zapfen, die das Sehen von Farben ermöglichen.
Man vermutet, dass das Hundeauge eine geringere Sehschärfe besitzt als das menschliche Auge. Zum Beispiel werden stehende Gegenstände vom Gehirn nur in geringem Maße wahrgenommen. Dies ist wohl vermutlich auf die Vergangenheit des Haushundes zurückzuführen. Denn für einen Wolf war bzw. ist es besonders wichtig bewegende Beute wahrzunehmen. Allerdings besitzt das Tier ein größeres Sichtfeld, um Rund 40° Grad, als der Mensch.


Der Tastsinn

Dieser Sinn sollte nicht unterschätzt werden, da er für das soziale Miteinander unter den Tieren, sowie mit dem Menschen, wichtig ist. Man konnte feststellen, dass sich unser Vierbeiner merklich unter Berührungen durch den Menschen beruhigt, denn seine Atmung und sein Puls werden messbar ruhiger.
Die Wahrnehmung von Berührungen erfolgt zum einen durch die Haut zum anderen durch die Schnurrhaare des Haushundes, diese werden auch Vibrissen genannt. Letztere dienen dem Vierbeiner auch zur Orientierung und verhindern unliebsame Zusammenstöße mit etwaigen Objekten, sodass sich das Tier auch vor Augenverletzungen schützen kann.


Der Geruchssinn

Die Nase des Haushundes ist viel empfindlicher als die des Menschen. Daher wird der beste Freund des Menschen auch den Nasentieren zugeordnet. Die Tiere besitzen zudem eine größere Anzahl an Riechzellen, wobei diese von Rasse zu Rasse variieren kann, je nach länge der Hundeschnauze. Eine lange Schnauze besitzt mehr Riechzellen als eine Kurze. Messungen haben letztlich ergeben, dass der Haushund im Gegensatz zum Menschen etwa 1.000.000 mal besser riechen kann. Dies ist auch bedingt durch das Hundegehirn. Zehn Prozent dieses Organs werden allein für die Region zur Verarbeitung des Geruchs genutzt. Zusätzlich können die Tiere Gerüche über das sogenannte Jacobsonsche Organ, das im Gaumen liegt, schmecken, was somit auch einen weiteren Vorteil in puncto Geruchssinn ergibt.


hundewutz.de übernimmt keine Gewährleistung bezüglich der Richtigkeit dieses Textes. Dieser Artikel dient ausschließlich Informationszwecken und darf den Besuch beim Tierarzt nicht ersetzen, falls ihr Hund gesundheitliche Probleme haben sollte.