Erste Hilfe bei Hunden

Jeder Hundebesitzer wünscht sich, dass sein vierbeiniger Freund gesund und glücklich ist. Wenn Ihr Hund doch einmal krank wird oder sich verletzt, ist es wichtig, Erste Hilfe leisten zu können. Hier nun die wichtigsten Sofortmaßnahmen für Notfälle in alphabetischer Reihenfolge:

Doch die wichtigste Regel vorweg:

Sicherheit geht vor! Handeln Sie selbst im Notfall besonnen, um weder sich selbst noch andere zu gefährden.

Das Team von hundewutz.de empfiehlt zudem den Besuch eines Erste Hilfe Kurses für Hunde. Diese werden von vielen gemeinnützigen Organisationen wie zum Beispiel den Johannitern angeboten. Zudem empfehlen wir ein Erste Hilfe Set für Hunde.

Die hier genannten Erste Hilfe Maßnahmen bei Hunden sollen ausschließlich der Information dienen und ihnen einen ersten Anhaltspunkt und Hilfe bei Notfällen geben. hundewutz.de übernimmt keine Haftung für die Richtigkeit der nachfolgenden Erste-Hilfe Maßnahmen bei Hunden.

In der Regel sollten sie bei einem Notfall sofort professionelle Hilfe rufen oder ihren Hund zum Tierarzt oder in eine Tierklinik bringen!




Atemnot


Falls Ihr Hund sich an einem Knochenstück oder einem anderen Fremdkörper verschluckt hat und nach Luft ringt, heißt es, einen ruhigen Kopf zu bewahren. Beruhigen Sie Ihren Hund so gut wie möglich und versuchen Sie, den Fremdkörper zu entdecken und wenn möglich zu entfernen. Wenn der Fremdkörper nicht zu entfernen ist, müssen Sie schnellstmöglich den Tierarzt aufsuchen.


Akuter Durchfall


Anzeichen für akuten Durchfall sind das häufige Absetzen von Kot, wobei die Konsistenz des Kots von flüssig über schleimig bis hin zu blutig gehen kann. Der allgemeine Gesundheitszustand des Hundes ist eher schlecht. Erste Hilfe Maßnahme ist hier das Absetzen des Futters und die Gabe von Wasser oder Tee, um die Austrocknung des Hundes zu vermeiden. Gehen Sie mit einer Kot-Probe zu Ihrem Tierarzt.


Augenverletzungen


Bei einer Augenverletzung ist das Auge Ihres Hundes geschwollen oder tränt. Möglicherweise versucht er auch, sich an dem Auge zu kratzen. Verletzungen am Auge sind immer ernst zu nehmen und sollten auf jeden Fall dem Tierarzt vorgestellt werden. Als Erste Hilfe Maßnahme sollten Sie Ihren Hund daran hindern, weiter am Auge zu kratzen. Befindet sich ein sichtbarer Fremdkörper im Augapfel, sollten Sie auf keinen Fall versuchen, diesen selbst zu entfernen. Der Tierarzt wird ihn unter Narkose in einem sterilen Umfeld entfernen. Bei Verätzungen spülen Sie das Auge mit reichlich klarem Wasser aus. Bei bestimmten Hunderassen liegen die Augäpfel so flach im Kopf, dass sie schon durch wildes Toben vorfallen können. Nun ist schnelle Reaktion gefragt, da eine zu späte Behandlung zur Erblindung des Hundes führen kann. Hier sollten Sie versuchen, mit einem feuchten Tuch den Augapfel vorsichtig zurück in die Augenhöhle zu drücken.




Bisswunden

Bei Streitigkeiten mit anderen Hunden oder auch Katzen kommt es häufig zu Verletzungen. Oftmals sind die Wunden im Nacken, an den Beinen oder am Kopf zu finden. Gerade bei Hunden mit langem Fell sind die Wunden oft schwer zu entdecken und werden erst durch Schmerzempfindlichkeit bei Berührung oder Humpeln bemerkt. Hier gilt: Kürzen Sie das Fell, bis Sie die Verletzung gut sehen können. Problematisch ist bei Bisswunden, dass man durch oberflächliche Betrachtung schwer erkennen kann, wie tief die Wunde ins Fleisch geht. Hier kann der Tierarzt durch eine Sondenuntersuchung Abhilfe schaffen. Da Bisswunden sich häufig entzünden und sogar eine Blutvergiftung hervorrufen können, ist das Reinigen der Wunden mit einem Desinfektionsmittel wichtig. Decken Sie danach die Wunde mit einem Verband ab und fahren Sie zum Tierarzt.


Blutungen


Bei starken Blutungen ist schnelle Reaktion gefragt. Beruhigen Sie Ihren Hund und versuchen Sie, die Blutung durch Druck mit dem Finger oder der Hand zu stoppen. Legen Sie einen Druckverband an und suchen Sie so schnell wie möglich den Tierarzt auf.


Chemikalien auf der Haut


Falls das Fell Ihres Hundes mit einer Chemikalie in Kontakt gekommen ist, muss diese so schnell wie möglich aus dem Fell entfernt werden. Dabei sollten sie darauf achten, dass sie bei Säuren oder Laugen die betroffene Haut- bzw. Fellpartie vor dem waschen mit einem Tuch reinigen, da durch die direkte Waschung schwerwiegendere Verätzungen auftreten können. Hindern Sie Ihren Hund daran, die betroffene Stelle abzulecken. Ziehen Sie sich Handschuhe an und waschen Sie das Fell ca. 20 Minuten lang mit reichlich Wasser aus. Suchen Sie danach Ihren Tierarzt auf.


Darmverschluss


Die Anzeichen eines Darmverschlusses sind ähnlich der einer Magendrehung. Anzeichen hierfür sind Unruhe, Hecheln, geschwollener Bauch mit harter Bauchdecke, Erbrechen und schwacher Puls. Ein Darmverschluss ist eine sehr ernst zu nehmende Erkrankung und sollte deshalb sofort operativ von einem Tierarzt behandelt werden.


Erbrechen


Gelegentliches Erbrechen ist normal bei Hunden und ist kein Grund zur Sorge. Sollte sich Ihr Hund allerdings häufig und mehrmals hintereinander übergeben, sollten Sie ihn genau beobachten. Greift er mit seiner Pfote immer wieder an die Schnauze, sollten Sie ihn auf Fremdkörper untersuchen. Macht er insgesamt einen kranken Eindruck, sammeln Sie am besten eine Probe ein und suchen Sie Ihren Tierarzt auf.


Fremdkörper im
Maul


Hat Ihr Hund einen Fremdkörper im Maul, den er aber noch nicht verschluckt hat, sollten Sie versuchen, diesen zu entfernen. Wurde der Fremdkörper schon verschluckt und bereitet nun Probleme bei der Atmung, ist schnelles Handeln angesagt. Klopfen Sie Ihrem Hund zwischen die Schulterblätter, bei leichten Fällen wird er den Fremdkörper nun aushusten. Bewegt der Fremdkörper sich nicht von der Stelle, muss der Hund so schnell wie möglich zum Tierarzt gebracht werden. Falls ein Fremdkörper verschluckt worden ist, ist dies ein Fall für den Tierarzt. Versuchen Sie nicht, Ihren Hund zum Erbrechen zu bringen, da dies die Lage verschlimmern kann. Steckt ein Fremdkörper tief in der Haut, entfernen Sie ihn nicht selbst, sondern lassen Sie ihn vom Tierarzt entfernen.


Gift


Vergiftungen sind immer sehr ernst zu nehmen. Anzeichen einer Vergiftung sind Erbrechen, Durchfall, Bewusstlosigkeit und Blutungen aus den Körperöffnungen. Bei Verdacht auf eine Vergiftung so schnell wie möglich mit einer Giftprobe (wenn vorhanden) oder Kot-Probe zum Tierarzt.


Hitzschlag


Gerade im Sommer häufen sich die Fälle von Hitzschlägen bei Hunden. Anzeichen für einen Hitzschlag sind starkes Hecheln, vermehrter Speichelfluss und flache, schnelle Atmung. Der Hund wird versuchen, sich an einen kühleren Ort zurückzuziehen. Als Erste Hilfe bringen Sie ihn aus der Sonne, geben Sie ihm etwas zu trinken und legen Sie ihn auf eine feuchte Decke. Fahren Sie dann so schnell wie möglich zu Ihrem Tierarzt.


Insektenstiche


Insektenstiche am Körper verursachen meist eine brennende Schwellung. Steckt der Stachel noch in der Haut, entfernen Sie diesen unverzüglich. Kühlen Sie die geschwollene Hautpartie mit einer kalten Kompresse. Bei Stichen im Mund-Raum oder im Nackenbereich suchen Sie bitte sofort Ihren Tierarzt auf.


Krampfanfälle


Bei einem Krampfanfall windet sich Ihr Hund in unkontrollierte Zuckungen auf dem Boden, sondert vermehrt Speichel ab und kann auch Urin und Kot lassen. Dunkeln Sie den Raum ab und versuchen Sie, Ihren Hund zu beruhigen. Überstrecken Sie den Nacken leicht, um Ihrem Hund die Atmung zu erleichtern. In den meisten Fällen lassen die Anfälle nach kurzer Zeit nach. Informieren Sie Ihren Tierarzt über die Dauer und den Verlauf des Anfalls.


Magendrehung


Generell sind größere Hunderassen anfälliger für eine Magendrehung als kleinere. Anzeichen einer Magendrehung sind ein aufgeblähter, harter Bauch, Würgen ohne Erbrechen, schwacher Puls, Hecheln und allgemeine Unruhe. Hier ist der schnelle Gang zum Tierarzt die einzige Rettungsmaßnahme. Prophylaktisch kann man aber einiges tun, um das Risiko zu minimieren: - toben Sie eine Stunde nach der Fütterung nicht mit dem Tier - machen Sie keine langen Spaziergänge direkt nach der Fütterung - das Tier sollte nicht schlingen - füttern Sie kleinere Portionen (mehr über die Magendrehung beim Hund).


Ohrenschmerzen


Reibt Ihr Hund sich ständig am Ohr oder schüttelt er seinen Kopf, deutet dies auf akute Ohrenschmerzen hin. Häufig hat sich ein Fremdkörper im Ohr festgesetzt und bereitet Ihrem Tier nun Schmerzen. Versuchen Sie nicht diesen selbst zu entfernen, da Sie den Fremdkörper tiefer in den Gehörgang treiben könnten. Suchen Sie schnellstmöglich Ihren Tierarzt auf.


Prellungen


Prellungen sind sehr schmerzhaft. Ihr Tier wird versuchen, die entsprechende Körperpartie zu schonen und auf Berührung empfindlich reagieren. Hier verschafft Kühlung erste Linderung. Werden die Beschwerden nach ein paar Tagen nicht besser, suchen Sie bitte Ihren Tierarzt auf.


Schnittverletzungen


Stark blutende Schnittverletzungen sollten Sie reinigen und mit einem Mullverband provisorisch abdecken. Legen Sie einen Druckverband an, um die Blutung zu stoppen. Lassen Sie die Wunde anschließend von Ihrem Tierarzt fachgerecht versorgen.


Stromschlag


Erleidet Ihr Hund einen Stromschlag, weil er zum Beispiel in ein Kabel gebissen hat, müssen Sie als allererstes die Stromversorgung unterbrechen! Je nach Schwere des Stromschlags können verschiedene Verletzungen auftreten. Bei Verbrennungen ist das Kühlen der Wunde die erste Maßnahme. Bei unkontrollierten Zuckungen oder Bewusstlosigkeit fahren Sie sofort zu Ihrem Tierarzt. Sollte ihr Hund keine Symptome zeigen sollten sie trotzdem schnellstmöglich einen Tierarzt konsultieren, da bei Stromschlägen auch zu einem späteren Zeitpunkt ein Schock auftreten kann bzw. auch die Herzfunktionen beeinträchtigt sein können.


Unfälle im Straßenverkehr


Bei einem Unfall im Straßenverkehr ist die wichtigste Regel: Ruhe bewahren! Leisten Sie erst Erste Hilfe, nachdem Sie die Unfallstelle gesichert haben! Bringen Sie Ihren Hund in Sicherheit und sorgen Sie dafür, dass er nicht weglaufen kann. Hier ist Vorsicht gefragt, da selbst der liebste Hund unter Schock und bei Schmerzen beißen kann. Als Erstes müssen Sie den Schockzustand Ihres Tieres behandeln. Anzeichen für einen Schock sind: - Zittern - schnelle und flache Atmung - schneller Herzschlag - Apathie oder Bewusstlosigkeit Bringen Sie Ihren Hund in die stabile Seitenlage, überstrecken Sie den Nacken und sorgen Sie dafür, dass die Atemwege frei sind. Lagern Sie die hintere Körperhälfte höher als die vordere. Decken Sie ihn mit einer Decke zu und versorgen Sie blutende Wunden mit einer Kompresse. Bei einem Knochenbruch sollten Sie versuchen, dass Tier ruhig zu halten und die Bruchstelle zu schienen. Ein offener Bruch darf allerdings nicht geschient werden, hier bitte die Bruchstelle nur mit einer Kompresse abdecken. Bringen Sie Ihr Tier schnellstmöglich zu Ihrem Tierarzt!


Zeckenbisse


Wenn Sie im Fell Ihres Tieres eine Zecke entdecken, entfernen Sie diese mit einer Zeckenzange oder Zeckenkarte. Säubern und desinfizieren Sie die Bissstelle. Verschwindet die Schwellung und die Rötung nicht innerhalb von zwei Tagen, suchen Sie Ihren Tierarzt auf.


hundewutz.de übernimmt keine Gewährleistung bezüglich der Richtigkeit dieses Textes. Dieser Artikel dient ausschließlich Informationszwecken und darf den Besuch beim Tierarzt nicht ersetzen, falls ihr Hund gesundheitliche Probleme haben sollte.