Fadenwürmer

Fadenwürmer (Nematoden) können die inneren Organe oder die Haut von Hunden befallen. Es konnten weltweit bislang ca. 30 verschiedene Fadenwurmarten nachgewiesen werden, zu denen Spul-, Haken- und Peitschenwürmer zählen. In einigen Fällen verläuft der Befall mit einem Fadenwurm ohne erkennbare Anzeichen, andere Fadenwurmerkrankungen können zu schweren Symptomen beim Hund führen. Auch auf den Menschen sind einige Wurmarten übertragbar.




Diagnose und Therapie

Die Infektion mit Fadenwurmeiern oder -larven erfolgt in den meisten Fällen über die Nahrungs- oder Wasseraufnahme. Bei Hundewelpen kann die Ansteckung einigen Fällen auch bereits vor der Geburt über den Mutterkuchen oder während der Säuge-Zeit über die Muttermilch erfolgen.

Obwohl viele Fadenwurmerkrankungen bei erwachsenen Hunden und einem intakten Immunsystem keine bzw. kaum Symptome hervorrufen, sollte regelmäßig eine Stuhluntersuchung auf Fadenwurmeier oder -larven beim Tierarzt durchgeführt werden. Als Prophylaxe wird eine Wurmkur etwa alle 3-4 Monate empfohlen, da eine Langzeitwirkung nicht möglich ist. Hundewelpen sollten bis zur 12. Lebenswoche prophylaktisch alle 14 Tage entwurmt werden. Auch säugende Hündinnen sollten zeitgleich mit der ersten Welpenwurmkur eine Behandlung erhalten.

Die Wurmkur kann in Tablettenform verabreicht werden und wird vom Organismus schnell wieder abgebaut. Auch die Verabreichung eines Spot-on-Präparates ist mittlerweile möglich, welches über die Haut in die Blutbahn gelangt. In beiden Fällen kann eine Fadenwurmerkrankung wirksam behandelt werden.


Vorbeugung

In den meisten Fällen sind Fadenwurmeier bzw. -larven im Hundekot enthalten, wodurch sich eine Ansteckung mit einem Fadenwurm nicht vollständig vermeiden lässt. Allerdings gibt es Möglichkeiten, das Risiko einer Fadenwurmerkrankung zu minimieren.
  • Um zu vermeiden, dass Fadenwürmer in die Erde gelangen und andere Hunde infizieren (insbesondere Welpen, die gerne Hundekot fressen), sollte der Hundekot immer beseitigt werden.
  • Da nicht alle Fadenwurmarten mit dem bloßen Auge erkennbar sind, empfiehlt sich eine regelmäßige Stuhluntersuchung beim Tierarzt.
  • Vorbeugend kann auch die Schlafstätte des Hundes in regelmäßigen Abständen mit einer Salzlösung gereinigt werden.
  • Ein erhöhtes Infektionsrisiko besteht durch den Kontakt des Hundes mit streunenden Tieren oder toten Nagetieren bzw. Vögeln, der deshalb nach Möglichkeit vermieden werden sollte.
  • Nicht alle Fadenwurmarten kommen in Deutschland vor. Bei Auslandsreisen empfiehlt es sich, den Tierarzt wegen möglicher Risiken zu befragen.




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Symptome

Es können bei einem Befall mit Fadenwürmern verschiedene Symptome auftreten, abhängig vom jeweiligen Auftreten. Da aber auch andere Erkrankungen möglich sein können, sollte ein Tierarzt die abschließende Diagnose stellen:
  • Ist der Verdauungstrakt mit Fadenwürmern infiziert, kann es z.B. zu Durchfall, Erbrechen, Wachstums- und/oder Entwicklungsstörungen, struppigem Fell, herabgesetzten Allgemeinbefinden, aufgetriebenem Bauch, Gewichtsverlust oder Blutarmut kommen. In einigen Fällen kann sogar der plötzliche Tod (vor allem bei Welpen) eintreten.
  • Auch ein Befall der Atemwege mit einem Fadenwurm ist möglich. Anzeichen für eine Fadenwurmerkrankung können z.B. Husten, Niesen oder Nasenausfluss sein, es kann aber auch zu einer Luftröhrenentzündung oder Bronchitis kommen.
  • Der Befall des Blutkreislaufs und des Herzens mit einem Fadenwurm kann sich z.B. durch Ermüdung, Einschränkung der Herz- und/oder Lungenfunktion, Husten, Atemnot und Ödembildung zeigen.
  • Im Hautbereich werden häufig Bauch, Unterbrust und Extremitäten von Fadenwürmern befallen, was sich durch Rötungen, Entzündungen oder Haarausfall bemerkbar macht.
  • In extrem seltenen Fällen können auch die Augen von Fadenwürmern befallen werden, was zu Bindehautentzündungen und vermehrtem Tränenfluss führen kann.



Verschiedene Fadenwurmarten

Die nachstehend aufgeführten Fadenwürmer können in Deutschland als Endoparasiten verschiedene Innenorgane oder Hautbereiche des Hundes befallen:

  • Dünndarm: Zwei Spulwurmarten können hier zu Fadenwurmerkrankungen führen: Toxocara canis (8-18 cm lang, Befallshäufigkeit: 22,4%) gelangt über den Hundekot in die Umwelt und kann auch auf den Menschen übertragen werden. Die Eier oder Larven können oral über die Nahrung in den Körper gelangen. Auch Hundewelpen können bereits über den Mutterkuchen bzw. die Muttermilch mit diesem Fadenwurm infiziert werden. Die Eier des Toxocara leonina (6-10 cm lang) können ebenfalls über die Nahrungsaufnahme in den Wirt gelangen. Auch zwei Hakenwurmarten können sich an der Dünndarmschleimhaut einnisten, wo sie Blut saugen und für Schleimhautschäden verantwortlich sind: Die Larven des Ancylostoma caninum (5-15 mm lang) können über die Haut in den Wirt gelangen, aber auch oral über die Nahrung aufgenommen werden. Eine infizierte Hündin kann die Larven bei bis zu drei Säugeperioden an ihre Welpen weitergegeben. Hier kann es zu plötzlichen Todesfällen bei den Welpen kommen. Auch die Eier des Uncinaria stenocephala (5-15cm lang) können oral über die Nahrung in den Wirt gelangen.

  • Magen/Zwölffingerdarm: Die Fadenwurmlarven Physaloptera spp.(30-40 mm lang) gelangen über die Nahrung in den Magen und setzen sich an der Schleimhaut des Magens oder Zwölffingerdarms fest. Ein sicherer Nachweis ist nur durch Magenspülungen oder -spiegelungen möglich.

  • Lunge/Luftröhre: Der Capillaria aerophila (bis zu 25 mm lang) ist ein Lungenhaarwurm, der die unteren Luftwege befällt. Die Eier gelangen durch Husten bzw. Schlucken zunächst in den Magen-Darm-Trakt und dann über den Blutkreislauf in die Lunge.

  • Herz: Die Befallshäufigkeit mit dem Angiostrongylus vasorum (1,4-2 cm lang), der den Lungengefäßstamm, die Lungenarterien, aber auch die rechte Herzkammer befallen kann, nimmt immer mehr zu. Die Infektion erfolgt über die Nahrungsaufnahme von Larven, die darüber hinaus schon in Gehirn und Rückenmark, aber auch in anderen Organen, wie z.B. Niere, Leber, Magen oder Milz, nachgewiesen werden konnten. Die ausgewachsenen Fadenwürmern können auch in die Augen, die linke Herzkammer oder in die Oberschenkelarterie wandern.

  • Harnwege: Der Capillaria plica (13-60 mm lang) ist in der Harnblase, manchmal aber auch im Harnleiter und dem Nierenbecken nachweisbar. Eine Ansteckung erfolgt oral, führt nur selten zu Krankheitssymptomen und kommt häufig in größeren Hundezwingern vor. Die Ausscheidung der Eier erfolgt über den Urin, worüber auch ein Nachweis möglich ist.

  • Haut: Der Pelodera strongyloides ist ein frei lebender Fadenwurm, der durch direkten Kontakt mit feuchtem, verschmutzten Material übertragen wird. Die Larven nisten sich in den Haarfollikeln und der oberen Lederhautschicht ein und sind durch mikroskopische Hautproben nachweisbar.




hundewutz.de übernimmt keine Gewährleistung bezüglich der Richtigkeit dieses Textes. Dieser Artikel dient ausschließlich Informationszwecken und darf den Besuch beim Tierarzt nicht ersetzen, falls ihr Hund gesundheitliche Probleme haben sollte.