Mammatumor bei Hunden

Der Mammatumor ist eine oft auftretende Geschwulst bei nicht kastrierten Hündinnen, die trotz der Menge des Vorkommens viele Tierärzte vor ungelöste Fragen in der Behandlung stellt. Dies ist überwiegend im Fehlen wissenschaftlicher Studien bestimmter Fragestellungen zum Mammatumor begründet.

In der Mehrzahl sind Hündinnen vom Mammatumor betroffen. Die Anzahl der Rüden ist mit 1% der Tumorträger eher vernachlässigbar.




Zu unterscheiden sind beim Mammatumor bös- und gutartige Geschwulste. 40 bis 60 Prozent der Mammatumor Fälle sind dabei bösartig. Gutartige Tumore verdrängen das anliegende Gewebe, bilden jedoch keine Metastasen. Allerdings besteht die Gefahr, dass im Verlauf der Krankheit aus gutartigen Tumoren bösartige werden. Bösartige Tumore zerstören das Gewebe, bilden Tochtergeschwulste und wachsen wesentlich schneller als ein gutartiger Mammatumor. Nachweislich bilden sich Metastasen beim Hund in vielen Fällen vor allem in der Lunge. Aber auch die regionalen Lymphknoten werden beim bösartigen Mammatumor stark in Mitleidenschaft gezogen.

Der Mammatumor wird am meisten bei Tieren nachgewiesen, die älter als 7 Jahre sind. Wobei das Alter zwischen 10 und 14 Jahren die größte Gefahr für ein Erscheinen der Krankheit darstellt.

Verhindert werden kann ein Aufkommen des Tumors durch Kastration der Hündinnen. Abhängig vom Alter und der ersten Läufigkeit ist erkennbar, dass das Vorkommen bei Kastration der Hündinnen unter 2 ½ Jahren auf ¼ der Fälle absinkt. Wird die Maßnahme bereits vor der ersten Läufigkeit durchgeführt, besteht die Chance einer vollständigen Verhinderung des Ausbruchs. Eine zusätzliche Gefahr für einen Mammatumor Auftritt stellt die Verwendung von Sexualhormonen dar. Allerdings wird dabei vom Risiko des Auftretens eines gutartigen Tumors ausgegangen. Mehrere Untersuchungen haben ergeben, dass ein Mammatumor auch durch Fettsucht begünstigt wird.





Auslöser für den Mammatumor können auch psychische Stressfaktoren oder genetisch bedingte Anlagen sein.

Erkennbar ist ein Mammatumor durch auftretende Knoten im Umkreis der Milchdrüsen. Diese können sich vergrößern und entzünden. Nach Entdeckung eines Knotens sollte die Hündin unverzüglich einem Tierarzt vorgestellt werden. Bei Verdacht auf Mammatumor muss der Knoten sofort operativ entfernt werden, um eine weitergehende Streuung des Tumors auf innere Organe des Hundes zu verhindern. Um eindeutige Ergebnisse über die Art der Geschwulst zu bekommen, muss das resezierte Gewebe labortechnisch untersucht werden.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) klassifiziert 3 Kategorien von Tumoren:

  1. Bösartige Tumore
  2. Gutartige Tumore
  3. Nicht klassifizierte Tumore

Der bösartige Mammatumor kann sich in mehreren Stufen ausprägen.

In Stufe 1 verhält sich der Mammatumor wenig bösartig. Die Neubildung des Gewebes durch den Tumor entspricht weitgehend der normalen Milchdrüse. Der Mammatumor zeigt nur eine geringe Verletzung der Integrität des Körpers und streut Metastasen erst in einem späteren Verlauf der Erkrankung. Bei kompletter Entfernung des Tumors ist die Prognose für den Hund als gut zu bezeichnen.

In Stufe 2 ist der Drüsenaufbau im Gewebe noch erkennbar. Hier ist zu untersuchen, ob bereits eine Verletzung der Integrität des Körpers und einer damit einhergehenden Metastasierung vorliegt. Ist dies der Fall, ist die Prognose ungünstig. Andernfalls ist sie als günstig zu bezeichnen.

In Stufe 3 handelt es sich nun um ein „solides Karzinom“. Der Aufbau der Drüsen ist dabei nicht mehr erkennbar. In dieser Stufe können auch die Plattenepithelkarzinome auftreten. Diese haben die Eigenschaft, bereits in einem frühen Verlauf die Körperintegrität zu verletzen und zu metastasieren. Eine Einstufung der Prognose von vorsichtig bis ungünstig ist in diesem Fall angebracht.

In Stufe 4 ist schließlich ein geordneter Aufbau des Gewebes nicht mehr erkennbar. Bei diesem Mammatumor handelt es sich um ein anaplastisches Karzinom. Die Beeinträchtigung der Lymphgefäße führt zu einem entzündlichen Aussehen der Haut. Eine Prognose lautet in diesem Fall ungünstig bis „eine Heilung ist nicht mehr möglich“.

Um eine Mammatumor Geschwulst rechtzeitig zu erkennen, sollte das Tier regelmäßig vom Besitzer abgetastet werden. Zu empfehlen ist zusätzlich, mindestens 1x im Jahr bei einem Tierarzt vorstellig zu werden. Ist ein Mammatumor erst einmal diagnostiziert, ist die einzige Therapie die chirurgische Entfernung der Milchleisten für die Genesung des erkrankten Tieres. Ob die Resektion der Milchleisten vollständig oder teilweise geschehen muss, ist vom Ausmaß des Tumors abhängig. Hilfreich kann auch eine zusätzliche Chemotherapie oder Strahlentherapie sein. Bis jetzt ist aber nicht nachgewiesen, ob diese zusätzlichen Maßnahmen Einfluss auf die Lebenserwartung haben.


hundewutz.de übernimmt keine Gewährleistung bezüglich der Richtigkeit dieses Textes. Dieser Artikel dient ausschließlich Informationszwecken und darf den Besuch beim Tierarzt nicht ersetzen, falls ihr Hund gesundheitliche Probleme haben sollte.