Merle-Faktor

Was bedeutet der geheimnisvolle Begriff „Merle-Faktor“ eigentlich?

Fachleute vermuten in dem Begriff einen Neologismus aus den englischen Wörtern „marbled“ (marmoriert) und „marled“. Im medizinischen Sinne ist es ein Enzym-defekt, der an bestimmten Genorten die Herstellung des braunen Körperfarbstoffes Melanin verhindert und so zu den Symptomen führt. Es bezeichnet im Allgemeinen die Vermischung von Farben, die charakteristische Verschmelzung von Farbbereichen im Fell und die Aufhellung der Farbpigmente.



Was verursacht der Merle-Faktor bei den betroffenen Hunden?

Dieses Gen verursacht in der Zucht eine Aufhellung des Felles, der Augen und der Haut. Durch die Depigmimentierung entsteht einen charakteristische Fellscheckung. Diese Depigemtierung kommt vor allem bei Doggen, Dackeln, Corgies, Filas, Bobtails, Border Collies und Australian Shepard vor.

In verschieden Zuchtverbänden wird der Merle-Faktor oft verwendet, um besondere Hüteeigenschaften oder verschiedenfarbige Augen herraus zu züchten. Daraus ergaben sich die Rassenstandards für die Merle-Färbung.

Nachteile des Merle-Faktors

Jedoch ergeben sich auch einige Nachtteile aus der Züchtung mit dem Merle-Faktor. Daraus entstand eine Kontroverse zwischen Züchtern und Erbforschern. Die Züchtern sehen in ihm die Möglichkeiten von neuen interessanten Farbgebungen. Die Kritiker hingegen weißen auf die Gefahr hin, das bei reinerbigen Trägern dieses Genes oft Missbildungen auftreten.

Auch lassen sich in Würfen oft Unterschiede zwischen Trägern und Nichtträgern des Genes erkennen. So ist das Risiko eines Hundes mit Merle-Faktor noch vor der Geschlechtsreife zu sterben deutlich erhöht. Auch weißen sie im Verhältnis zu den andern Hunden des Wurfes auch oft eine geringe Lebensfreude und langsamere Entwicklung auf. Untersuchungen ergaben auch das sich bei 55% der reinerbigen Hunde mit Merle-Faktor Augenanomalie erkennen lassen. Des weiteren besteht ein stark erhöhtes Risiko von Gehörschäden, hervorgerufen durch Deformation der Gehörgänge. Einige Rüden haben durch das Defektgen auch an Fruchtbarkeit verloren und leiden unter Gleichgewichtsstörungen.

Diese Faktoren werden von vielen Züchtern leider verschwiegen. In Züchterkreisen entfachten diese Erkenntnisse jedoch heftige Diskussionen, da sich die Mischfarbigkeit der Augen zum Beispiel auch anders heraus züchten lässt. Es gibt nach ethnischen Gesichtspunkten aber nur eine endgültige Lösung und dass ist komplett und endgültig mit der Züchtung von Hunden mit solchen Gendefekten aufzuhören und auf alternative Methoden umzusteigen.

Der Gesetzgeber hat hierauf reagiert und alle Paarungen mit zwei Tieren mit Merle-Faktor verboten (laut Tierschutzgesetz- Gutachten §11b 2.1.1.1.7), jedoch lassen sich mischerbige Träger des Merle-Faktors nur sehr schwer erkennen und somit kommt es gelegentlich auch zu einer unfreiwilligen Weitergabe des Genes.




Prophylaxe


Eine Heilung eines Gendefektes ist nicht möglich. Also muss man schon bei der Anschaffung eines Hundes darauf achten. So wird oft genannt davon Abstand zu nehmen sich Welpen aus Würfen mit mehr als einem Merle-Welpen zu kaufen. Um aber sicher gehen zu können, dass der Merle-Faktor nicht vererbt ist man sich von dem Züchter die Abstammungspapiere zeigen lassen. Um ganz sicher zu gehen, sollte man seinem Hund aber einem professionellen Gentest unterziehen, insbesondere wenn man plant mit ihm zu züchten.

Desweiteren sollte man den Appell an die Eigenverantwortung der Züchter richten die ihrerseits versuchen sollten nicht mit betroffenen Tieren weiter zu züchten, um ein gesundes Weiterbestehen der Rasse zu gewährleisten.

Falls ihr Hund schon an Seh- oder Gehörschäden leidet, lassen Sie sich nicht beunruhigen. Die Hunde können oft, wenn sie schon seit Geburt damit leben, sich arrangieren. Suchen Sie trotzdem einen Tierarzt auf um ihren Hund darauf untersuchen zu lassen. In der heutigen Tiermedizin gibt es Möglichkeiten die Auswirkungen der Krankheit einzudämmen und die Symptome zu lindern, sodass der Hund damit ein relativ normales Leben führen kann.


hundewutz.de übernimmt keine Gewährleistung bezüglich der Richtigkeit dieses Textes. Dieser Artikel dient ausschließlich Informationszwecken und darf den Besuch beim Tierarzt nicht ersetzen, falls ihr Hund gesundheitliche Probleme haben sollte.