Pseudowut

Bei der Aujeszkysche Krankheit, im Volksmund auch "Pseudowut" genannt, handelt es sich um eine seit 1849 bekannte Viruserkrankung, die im Normalfall durch den Verzehr von infiziertem Schweinefleisch übertragen wird.

Der Erreger zählt zu den Herpes-Viren und kann neben Hunden eine Vielzahl anderer Säugetiere befallen. Pseudowut ist anzeigepflichtig und wird in vielen Ländern aktiv bekämpft.




Ursachen und Übertragungswege

Die Übertragung findet meist durch den Verzehr von rohem Schweinefleisch statt, bereits kleinste Mengen können zu einer Ansteckung führen. Während eine Infektion mit Pseudowut für die meisten betroffenen Tiere den Tod bedeutet, können ausgewachsene Schweine den Erreger beherbergen ohne selbst zu erkranken. Auf diesem Weg kann sich der Virus unter ihnen ungehindert verbreiten, so dass insbesondere große Bestände gefährdet sind.

Obwohl Ansteckungen mit Pseudowut auch auf anderem Wege (beispielsweise über Bisse von infizierten Tieren) möglich sind, stellt der Verzehr von rohem Schweinefleisch die häufigste Übertragungsform dar.


Symptome und Verlauf

Nach Aufnahme des Erregers gelangt der Virus in den Magen-Darm-Trakt des Opfers, anschließend erfolgt eine Ausbreitung ins Gehirn. Dort verursacht der Virus Entzündungen, die eine Zerstörung des Nervengewebes zur Folge haben.

EErste Symptome treten nach einer Inkubationszeit von drei bis neun Tagen auf, neben Schluckbeschwerden und Lähmungserscheinungen sind starke Wesensveränderungen und Tobsuchtanfälle die Folge. Desweiteren leiden infizierte Tiere unter einem starkem Juckreiz, der oftmals zu selbst verletzendem Verhalten führt. Nach ein bis zwei Tagen tritt schließlich der Tod ein. Für Menschen besteht keine Gefahr, ebenso wie Primaten können sie nicht infiziert werden.




Diagnose und Behandlung

Nach einer Infektion mit Pseudowut existieren keine Heilungsmöglichkeiten, für betroffene Tiere verläuft die Krankheit immer tödlich. Bei eindeutiger Diagnose sollten erkrankte Tiere eingeschläfert werden, um ihnen den schmerzhaften Verlauf der Krankheit zu ersparen. Da das Immunsystem Antikörper ausbildet, kann durch eine Blutuntersuchung festgestellt werden ob eine Infektion vorliegt.

Außerdem ist es sinnvoll, die möglichen Überträger ausfindig zu machen und Verantwortliche über das Auftreten der Krankheit zu informieren.

Derzeit existiert für Hunde kein geeigneter Impfstoff gegen Pseudowut, daher stellt der Verzicht auf rohes Schweinefleisch den einzigen effektiven Schutz dar. Da bereits kleinste Mengen zu einer Infektion mit Pseudowut führen können, sollte rohes Fleisch nur verfüttert werden, wenn ein Kontakt mit Schweinefleisch ausgeschlossen werden kann. Selbst kleine Reste am verwendeten Werkzeug, beispielsweise am Fleischwolf, können eine Gefahr darstellen.

Damit Schweinefleisch gefahrlos verfüttert werden kann, muss es zunächst gründlich erhitzt werden. Als weitere Schutzmaßnahme sollten Hunde nicht zusammen mit Schweinen gehalten werden, wie es auf vielen Bauernhöfen üblich ist.


Auftreten und Bekämpfung

Der Kampf gegen Pseudowut erfolgt durch zyklische Überprüfung von Schweinepopulationen und heftigen Sanktionen gegen verantwortliche Betriebe.

Obwohl die meisten Länder in Europa bereits im Jahr 2004 als frei von Pseudowut galten, existiert noch immer Ansteckungsgefahr. Zuletzt wurde im Jahr 2009 eine Infektion in Deutschland nachgewiesen, auch in anderen Ländern treten unregelmäßig Krankheitsfälle auf. Die meisten Neuinfektionen der jüngeren Vergangenheit traten in freier Wildbahn auf, in einigen Fällen wurden Jagdhunde durch Kontakt mit einem infizierten Wildschwein angesteckt.

Aktuellen Expertenmeinungen zur Folge ist Pseudowut bei domestizierten Tieren nahezu ausgestorben. Eine erneute Verbreitung der Krankheit ist jedoch möglich, da der Virus in freier Wildbahn noch immer existiert und sich jederzeit wieder auf Haustiere ausbreiten kann.


hundewutz.de übernimmt keine Gewährleistung bezüglich der Richtigkeit dieses Textes. Dieser Artikel dient ausschließlich Informationszwecken und darf den Besuch beim Tierarzt nicht ersetzen, falls ihr Hund gesundheitliche Probleme haben sollte.