Lyme Borreliose beim Hund

Wer viel mit seinem Hund in der Natur unterwegs ist, kennt die Gefahr eines eventuellen Zeckenbisses. Nun ist der Biss der Zecke, auch Ixodes ricinus oder gemeiner Holzbock genannt, nicht das eigentlich Unangenehme für den Vierbeiner, sondern die Gefahr einer Erkrankung an Lyme Borreliose, einer bakteriellen Infektionskrankheit. Die Bakterien welche die Infektion auslösen heißen Borrelia burgdorferi ( ist weltweit anzutreffen ), Borrelia afzalii und Borrelia garini ( kommen nur in Europa vor ). Diese drei sind in Europa die Hauptursache für Borreliose-Infektionen beim Hund. Der Erreger wird von Zecken beim Blutsaugen an einem Wirtstier, meistens Kaninchen oder Mäuse, aufgenommen. Durch die Blutbahn gelangt er in den Darm und wandert von dort in die Speicheldrüse der Zecke. Von hier aus gelangt er etwa 24 Stunden nach einem Biss der Zecke in die Blutbahn des Hundes.




Wie kann man der Borreliose vorbeugen?


Zur Borreliose Prophylaxe gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Viele vorbeugende Mittel, zum Beispiel Zeckenhalsbänder Tropfen, Pulver und Sprays werden im Tierfachhandel oder Apotheken angeboten. Doch auch unter Anwendung dieser Mittel sollte eine sorgfältige und gründliche Abtastung nach Zecken, nach jedem Spaziergang unternommen werden. Besondere Aufmerksamkeit ist in den Regionen um Achselbereich, Kopf und Ohren angebracht. Eine Zecke sollte innerhalb der ersten 24 Stunden entfernt werden, um eine Infektion zu verhindern. Ist die Haut um die Bissstelle gerötet oder weiß man, dass man sich in einem Zecken-Risikogebiet befindet, sollte die Zecke in ein Labor eingeschickt werden, um sie auf eventuell vorhandene Borreliose Erreger untersuchen zu lassen. Um noch nach einer Bissstelle suchende Zecken zu finden und zu entfernen kann ein Handsauger benutzt werden, um das Fell abzusaugen. Für den Hund gibt es, im Gegensatz zum Menschen, zudem die Möglichkeit gegen Lyme Borreliose zu impfen. Hier gehen die Meinungen weit auseinander und es wird seit Jahren über die Sinnhaftigkeit diskutiert. Aufklärung und Informationen zu dieser Impfung gibt jeder Tierarzt. Der Tierhalter sollte für sich und sein Tier nach einer Beratung entscheiden, ob er sich zu einer Borreliose Impfung entschließt. Hat sich der Hund mit dem Bakterium infiziert, bleibt dieses ein Leben lang im Körper. Nicht immer kommt es nach einer Infektion zu einem Ausbruch der Borreliose. Manche Tiere tragen den Erreger in sich und bleiben von einer Erkrankung verschont, oder sie tritt erst nach Jahren auf.


Symptome einer Borreliose Erkrankung


Typische Symptome sind bei einer Erkrankung des Hundes an Borreliose kaum auszumachen. Verschiedene Krankheitszeichen oder Befindlichkeitsstörungen wie Lähmungserscheinungen, Nierenprobleme, Entzündungen der Augen, verändertes Fressverhalten wie Futterverweigerung, Fieberschübe, Schwellungen der Lymphknoten und auch eine Arthritis können jedoch auf einen Befall mit Borreliose hindeuten. In jedem Fall sollte man den Tierarzt aufsuchen und ihn darauf hinweisen, dass der Hund einen Zeckenbiss hatte.




ANZEIGE



Methoden um eine Borreliose nachzuweisen

Eine genaue Diagnose kann nur in einem Labor getroffen werden. Zur Untersuchung gibt es verschiedene Methoden.
  1. Hat man die Möglichkeit, bei vorhandener Arthritis, Gelenkflüssigkeit oder aus infizierten Hautarealen Gewebeproben zu entnehmen. Bei diesem Direktnachweis Borrelien PCR - Polymerase Chain Reaction genannt, hat man ein sehr schnelles Ergebnis, da man einen direkten Nachweis der Kernsäure im Zellkern der Borrelien hat. Dies ist eine sehr empfindliche, aber auch sehr spezifische Nachweismethode.
  2. Der Screeningtest auf gegen Borreliose gerichtete Antikörper - Titer im Blut des Hundes, ist eine weitere Methode den Erreger nachzuweisen. Dies jedoch nur, wenn die Infektion schon länger als zwei Wochen her ist. Innerhalb der ersten zwei Wochen ist nur ein direkter Nachweis der Erreger möglich. Da der Erreger im Harn, Blut oder Liquor direkt nicht nachweisbar ist, wird aus dem Blut des Hundes ein Serum hergestellt, welches dann im Labor untersucht wird. Ein negativer Antikörpertest schließt eine Infektion mit hoher Wahrscheinlichkeit aus.
  3. Kann bei einem geimpften Tier eine differenzierte Untersuchung der Antikörper vorgenommen werden. Hier ist es möglich an der Höhe des Titers festzustellen, ob es sich um eine Impfreaktion des Körpers handelt oder ob das Tier an Borreliose erkrankt ist.

Therapie bei Erkrankung an Borreliose


Da die Borreliose eine chronische Erkrankung ist und oft lange unerkannt im Körper schlummert, sind auch die daraus folgenden Krankheiten oft schon chronisch. Eine Behandlung ist langwierig, da sich die Erreger nur sehr langsam vermehren. Bei der Therapie der Borreliose sind Antibiotika, nämlich Tetrazykline, Amoxicillin, Cephalosporin oder Doxycyclin die gängigsten Mittel. Zur Nervenheilung ist auch die Gabe von Vitamin B möglich. Aspirin und andere nichtkortisonhaltige Mittel werden eingesetzt um dem Tier die Schmerzen zu lindern. Einige Hundebesitzer haben auch mit der Homöopathie gute Erfahrungen bei der Behandlung von Borreliose gemacht. Letztlich sollte man immer zusammen mit dem Tierarzt seines Vertrauens die Therapie abklären.


Tipps zum Umgang mit Zecken

  • Ist ein Zeckenbefall aufgetreten, sollten niemals früher oft beschworene Mittel wie Klebstoff, Nagellacke oder Öl zum Entfernen der Zecke verwendet werden. Im Moment der Panik schüttet die Zecke immer mehr Speichel und somit auch Erreger aus und die Gefahr einer Infektion mit Borreliose erhöht sich um ein Vielfaches.
  • Mit einer Zeckenzange fasst man den Körper der Zecke so weit wie möglich nah an der Haut des Hundes und dreht die gesamte Zecke heraus.
  • Ist es doch passiert und der Kopf der Zecke steckt noch im Körper des Hundes, kann er beim Tierarzt problemlos entfernt werden.
  • Unbedingt muss die Zecke danach getötet werden, da diese Tiere jahrelang auch ohne Nahrung überleben können.















hundewutz.de übernimmt keine Gewährleistung bezüglich der Richtigkeit dieses Textes. Dieser Artikel dient ausschließlich Informationszwecken und darf den Besuch beim Tierarzt nicht ersetzen, falls ihr Hund gesundheitliche Probleme haben sollte.