FSME

Ähnlich wie Menschen können auch Hunde an FSME erkranken. Bei Hunden tritt die Krankheit jedoch deutlich seltener auf, da Hunde deutlich resistenter gegen diese Erkrankung sind. FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) wird durch Viren ausgelöst, die zur selben Familie wie das Gelbfieber-Virus und das Dengue-Virus gehören. Die Viren befallen die Zellen des Wirtes, vermehren sich in diesen und werden danach in großer Anzahl wieder freigesetzt.



Übertragen werden FSME Viren durch Zecken. Da sich Zecken häufig auf Sträuchern und hohen Gräsern aufhalten, sind Hunde sehr häufig von Zeckenbissen betroffen. Schützt man seinen Hund vor Zeckenbissen, beispielsweise mit einem Zeckenhalsband, verringert man damit auch die Gefahr, dass der Hund an FSME erkrankt. Beim Einsatz eines Zeckenschutzmittels sollte darauf geachtet werden, dass es eine repellente und eine insektizide Wirkung beinhaltet. Das Repellent macht den Hund für die Zecke auf Grund des Geruchs unattraktiv. Sollte sich eine Zecke trotzdem auf dem Hund niederlassen greift die Insektizid-Wirkung des Schutzmittels und tötet die Zecke im Idealfall ab. Zeckenschutzmittel für Hunde können entweder als Tropfen oder in Halsbändern verwendet werden. Sie verteilen sich innerhalb von wenigen Stunden über den gesamten Hund und dringen in die oberste Hautschicht ein. Ein Zeckenhalsband beziehungsweise andere chemische Zeckenschutzmittel sind meist jedoch nicht ganz ungiftig und es muss daher abgewägt werden, ob ein Einsatz sinnvoll und notwendig ist.

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis ist eine Krankheit die endemisch vorkommt, was bedeutet, dass das Virus gehäuft in bestimmten Regionen auftritt. Das Verbreitungsgebiet des FSME Virus erstreckt sich von Westeuropa über Mitteleuropa bis nach Osteuropa, der Türkei, dem Iran, Russland und dem Kaukasus. Zudem kommt es in China und in Japan vor. In Deutschland zählen vor Allem Bayern und Baden-Württemberg zu den Hochrisikogebieten. Ein ausreichender Schutz vor Zecken ist besonders in diesen Gebieten wichtig.
Beobachtet wurde, dass die Aktivität von Zecken mit dem Jahreszeitenwechsel einher geht. Zecken werden nach dem Winter ab circa plus 5°C aktiv. Ideale Bedingungen zur Ausbreitung bietet ein feucht-warmes Klima und somit findet man die höchste Zeckenaktivität im Frühjahr und im Herbst. Je nach geographischer Lage können die Aktivitätsmaxima zeitlich im Jahr leicht verschoben auftreten.

Beim Hund zeigen sich die ersten Symptome einer Frühsommer-Meningoenzephalitis meistens durch eine stark erhöhte Körpertemperatur. Weiterhin können Änderungen des Verhaltensmusters auftreten. Manche Hunde legen ein apathisches Verhalten an den Tag, andere werden aggressiv. Auch können Krampfanfälle, Gangstörungen und Lähmungen eine Folge sein. Das Virus vermehrt sich zunächst an der Eintrittsstelle und in den nahgelegenen Lymphknoten. Schließlich breitet sich das Virus weiter aus und überschreitet die Blut-Hirn-Schranke und kann in Folge dessen eine Entzündung des Gehirns und des zentralen Nervensystems auslösen. Die Erkrankung ist für den Hund sehr schmerzhaft und endet meistens nach circa einer Woche mit dem Tod. Es gibt jedoch auch Fälle mit einem chronischen Krankheitsverlauf, bei dem die Hunde überlebt haben und komplett genesen sind.

Bei einem Hund wurde die Frühsommer-Meningoenzephalitis erstmals 1972 beschrieben. Zu dieser Zeit waren die Methoden in der Diagnostik jedoch sehr beschränkt und es wurden sehr wenige Fälle aufgezeichnet.

Generell sind Hunde relativ resistent gegen FSME Viren und oftmals treten Symptome nur bei Hunden auf, die bereits eine Immunschwäche aufweisen oder bei denen gleichzeitig eine andere Erkrankung vorliegt. Am häufigsten betroffen sind große Hunde mit langem Fell, da diese eine große Angriffsfläche bieten und Zecken sich in dem langen Fell gut festhalten können. Das Risiko eines Zeckenbisses erhöht sich zusätzlich, wenn der Hund sich häufig im Wald aufhält.




Heutzutage gibt es molekularbiologische Methoden, mit denen man die Erkrankung gut feststellen kann. Eine dieser Methoden stellt die sogenannte ELISA-Methode dar. Mit dieser Methode werden Antikörper, die sich auf die Infektion hin bilden, im Blut oder im Liquor des Tieres nachgewiesen. Der Liquor ist diejenige Flüssigkeit, die das Gehirn und das Rückenmark umgibt. Der Test kann innerhalb von wenigen Stunden durchgeführt werden und bietet sich daher für eine Diagnose an.

Behandelt werden kann die Krankheit derzeit nur symptomatisch. Teilweise werden auch Antibiotika verabreicht, um zu verhindern, dass sich das geschwächte Tier eine weitere Infektion einfängt. Einen Impfstoff für Hunde, der in Deutschlandland zugelassen ist, gibt es derzeit nicht. Der wichtigste Schutz vor einer Frühsommer-Meningoenzephalitis Infektion ist daher immer noch der Schutz vor dem Zeckenbiss an sich. Vor Allem bei Hunden, die sich oft im Wald aufhalten und in Hochrisikogebieten leben sollte daher die Anwendung von Zeckenschutzmitteln in Betracht gezogen werden.


hundewutz.de übernimmt keine Gewährleistung bezüglich der Richtigkeit dieses Textes. Dieser Artikel dient ausschließlich Informationszwecken und darf den Besuch beim Tierarzt nicht ersetzen, falls ihr Hund gesundheitliche Probleme haben sollte.