MDR1-Defekt

Der MDR1-Defekt ist eine genetisch vererbbare Mutation auf dem MDR1-Gen. Durch diese Mutation kann der Organismus dem Gen nicht mehr die nötige Information entnehmen um das vom MDR1-Gen codieren Protein, das P-Glycoproein, zu synthetisieren.

Das Protein ist in vielen Organen, wie Leber Niere und Darm, vorhanden und spielt dort eine wichtige Rolle bei ATP beeinflussten Transportvorgängen von Körperstoffen zwischen Blut und den entsprechenden Organen. Ein MDR1-Defekt, also ein Fehlen dieses Proteins sorgt für fehlerhaftes Ablaufen der Vorgänge und somit zu krankhaften Symptomen in den Organen führen kann.

Außerdem hat das vom MDR1-Gen codierte Protein Auswirkung auf Hormone der Nebennierenrinde des Tieres, was letzten Endes zu einer erhöhten Anfälligkeit für Darmerkrankungen führen kann.


Doch die wohl größte Einwirkung auf den Körper des Hundes, und somit auf sein Leben, hat das Protein wohl an der Gehirn-Blut-Schranke. Es hat an dieser Stelle eine wichtige regulatorische Funktion. Das vom MDR1-Gen codierte Protein sorgt im Bereich, in dem Blut und Gehirnflüssigkeit im Austausch miteinander stehen, dafür, dass bestimmte Stoffe nicht in zu großen Mengen an das Gehirn gelangen, da dies sonst schlimmstenfalls tödlich für das Tier wäre. Unter diese besagten toxischen Stoffe fallen natürlich auch die für den Köper fremden Medikamente, welche zwar eigentlich die Gesundheit des Hundes verbessern sollen, bei einem MDR1-Defekt aber genau das Gegenteil bewirken können.




Durch das Fehlen des Proteins und der damit folgenden Überempfindlichkeit bei Medikamenten kann es bei Einnahme von bestimmten Stoffen zu Symptomen wie Lähmungen, Bewegungsstörungen, Zittern, Benommenheit und Erbrechen kommen. Bei einer Einnahme höherer Dosen kommt es auch zu komatösen Zuständen bis hin zum Tod des Tieres. Wie Oben schon erwähnt geht man auch davon aus, dass der MDR1-Defekt eine höhere Anfälligkeit für Darmerkrankungen zur Folge hat.

Da es sich bei dem MDR1-Defekt um eine Genmutation handelt. gibt es keine Behandlungsmöglichkeit um diese Mutation rückgängig und den Hund somit wieder gesund zu machen. Da jedoch Störungen bei dem Tier vor allem nur dann auftreten, wenn es entsprechende Medikamente zugeführt bekommt, kann der Besitzer dafür sorgen, dass der MDR1-Defekt kaum Auswirkungen auf das Leben des Tieres hat.

Hierfür sollte der Hundehalter nur auf zwei Sachen achte. Ersten muss er in Erfahrung bringen, ob sein Hund am entsprechenden Defekt leidet. Wenn der Hund dies tut, sollte der Besitzer dann darauf achten bestimmte Arzneimittel zu vermeiden.




Jedoch ist es nicht nötig jeden Hund bei dem ortsansässigen Tierarzt auf einen MDR1-Defekt überprüfen zu lassen. Denn man geht heutzutage davon aus, dass jeder Hund ,der die Genmutation in sich trägt, ein entfernter Verwandter eines einzelnen Hundes, der Mitte des 19 Jahrhunderts lebte, und den Defekt in sich trug, ist. Da dieser Hund voraussichtlich ein Hund der Rasse Collie war können nur jene Rassen betroffen sein, die mit dem Collie verwandt sind. Diese bestätigt auch eine Studie, welche von der Gießender Universität durchgeführt wurde. Sie überprüften 30 Hunderassen in 10 verschiedenen europäischen Ländern auf den MDR1-Defekt und fanden so heraus, welche Hunde am häufigsten davon betroffen sind. Rassen wie der Australian Shepherd, also Verwandte der Collie-Rasse, waren sehr häufig betroffen.

Mit dem wissen, dass der eigene Hund mit der Mutation belastet ist, sollte man darauf achten ihm bestimmte Antiparasitika ( wie z.B. Wurmkuren ), Antibiotika, Medikamente gegen Herzerkrankungen und andere nicht verabreicht zu verabreichen, da sonst die Gefahr des Todes für das Tier bestünde.


hundewutz.de übernimmt keine Gewährleistung bezüglich der Richtigkeit dieses Textes. Dieser Artikel dient ausschließlich Informationszwecken und darf den Besuch beim Tierarzt nicht ersetzen, falls ihr Hund gesundheitliche Probleme haben sollte.