Neosporose

Neosporose ist eine Infektionskrankheit bei Tieren, die hauptsächlich bei Hunden auftritt. Sie wird durch den Erreger Neospora caninum ausgelöst, einem Einzeller ähnlich dem Toxoplasmose auslösenden toxoplasma gondii. Im Jahr 1984 wurde die Krankheit erstmals beschrieben, es ist jedoch davon auszugehen, dass es bereits früher zu Ausbrüchen kam, diese jedoch der Toxoplasmose zugerechnet wurden. Neosporose ist heute weltweit verbreitet. Es ist umstritten, wie hoch der prozentuale Anteil infizierter Tiere ist, da die Infektion häufig harmlos oder ganz ohne Symptome verläuft. Sie kann jedoch auch einen schweren Verlauf nehmen, der unbehandelt zum Tod der betroffenen Hunde führt.




Wie wird die Infektion übertragen?


Ist ein Hund infiziert, kann er mit dem Kot sogenannte Oozyten ausscheiden, eine erste Entwicklungsstufe des Erregers. Diese werden unter anderem von verschiedenen Nutztieren, wie beispielsweise Rindern, aufgenommen. Das Rind dient den Einzellern als Zwischenwirt, in Gewebezysten entwickelt sich der Erreger weiter und gelangt vermutlich über das Fleisch in den Endwirt, den Hund. Im Hundedarm vermehren sich die Mikroben und können sich schließlich auf unterschiedliche Gewebe ausbreiten. Aber auch Hunde selbst können Zwischenwirt werden. Trächtige Hündinnen übertragen die Infektion über die Plazenta auf ihre Nachkommen, die dann bereits als Zwischenwirt geboren werden.


Welche Symptome können auftreten?

Nimmt die Neosporose einen ernsthaften Verlauf, können unterschiedliche Symptome darauf hinweisen. Typisch sind verschiedene neurologische Symptome, die infolge des vom Erreger verursachten Hirnstammsyndroms, einer Lähmung der hinteren Gehirnnerven, auftreten. Hierdurch kann es zu Lähmungen, Zittern, Bewegungsstörungen und Kopfschiefhaltungen kommen. Weitere häufige Krankheitsanzeichen sind Entzündungen von Nerven und Muskeln, geschwürige Hautentzündungen sowie Leber- und Lungenentzündungen.


Wie kann Neosporose bekämpft werden?

Treten schwere neurologische Symptome auf, ist die Prognose eher ungünstig. Dennoch ist oft Heilung möglich, wenngleich auch manchmal geringfügige neurologische Probleme zurückbleiben können. Gegen Neospora caninum werden verschiedene Antibiotika, meist Clindamycin, eingesetzt. Der Einsatz der Antibiotika erfolgt in der Regel über mehrere Wochen, manchmal sogar über Monate.


Ist Vorbeugung möglich?


Es gibt noch keine Impfung, die Hunde vor Neosporose schützen kann. Da die Übertragungswege der Infektion teilweise noch ungeklärt sind, ist die Prophylaxe schwierig. Als Vorsichtsmaßnahme sollte kein rohes Fleisch oder Gehirn verfüttert werden. Um die Ansteckung von Hund zu Hund sicher auszuschließen, ist es sinnvoll, den direkten Kontakt eines Hundes zum Kot seiner Artgenossen nach Möglichkeit zu unterbinden. Mit Neosporose infizierte Hündinnen sollten nicht mehr zur Zucht verwendet werden, um der weiteren Verbreitung des Erregers entgegenzuwirken.

 

hundewutz.de übernimmt keine Gewährleistung bezüglich der Richtigkeit dieses Textes. Dieser Artikel dient ausschließlich Informationszwecken und darf den Besuch beim Tierarzt nicht ersetzen, falls ihr Hund gesundheitliche Probleme haben sollte.