Tollwut beim Hund

Begriffsbestimmung

Bei der Tollwut handelt es sich um eine Infektion mit Lyssaviren, die in der Regel tödlich verläuft. Ansteckungsgefahr besteht bei Tieren wie bei Menschen.




Ansteckung von Hunden mit dem Tollwuterreger


Die Ansteckung eines Hundes erfolgt durch Speichel von mit dem Virus bereits infizierten Tieren. Ein Biss ist die häufigste Ursache für das Eindringen des Tollwutvirus in den Körper des Hundes. Es besteht aber auch die Möglichkeit, dass virusbelasteter Speichel in bereits bestehende Wunden gelangt und so die Infektion auslöst.

In Deutschland wird die Tollwut ganz überwiegend durch Füchse auch auf Haustiere und Menschen übertragen. Andere Wildtiere treten dagegen als Überträger der Tollwut kaum auf. Sind Haustiere einmal infiziert, stellen sie eine große Infektionsgefahr gerade auch für ihnen vertraute Personen dar.

Nach aktuellem Wissensstand scheiden Infektionswege außerhalb einer Bissverletzung oder einer bestehenden Wunde aus. Selbst wenn ein Hund ein infiziertes Tier frisst, besteht demnach keine Ansteckungsgefahr für den Hund.


Symptome der Tollwuterkrankung bei Hunden

Die Inkubationszeit, als die Zeitspanne zwischen dem Eindringen des Tollwutvirus durch eine Wunde des Hundes und dem Sichtbarwerden der ersten Krankheitssymptome umfasst bis zu acht Wochen, je nach Entfernung der Bissstelle vom Gehirn. Die meist tödlich verlaufende Krankheit selbst dauert nur eine Woche, manchmal sogar nur einen Tag.

Das Virus bewegt sich innerhalb eines Zeitraums von bis zu 8 Wochen von der Eintrittswunde über Nervenzellen bis zum Gehirn und löst dort eine Gehirnentzündung aus. Im Anschluss gelangt der Virus wiederum über Nervenbahnen zu den Speicheldrüsen des Hundes und eröffnet damit die Möglichkeit der Infizierung weiterer Tiere oder von Menschen.

Verhaltensänderungen des Hundes kennzeichnen den Beginn einer ausgebrochenen Tollwut. Im Stadium der ersten Verhaltensstörungen wie Fieber oder Erbrechen lässt sich nur aus einer Bissverletzung des Hundes auf eine mögliche Tollwut schließen.

Im darauffolgenden Stadium sind gesteigerte Nervosität, Aggressivität und Bissigkeit bei sich verstärkendem Speichelfluss zu beobachten. Im weiteren Verlauf treten Lähmungserscheinungen auf, die auch Schluckstörungen mit sich bringen. Da der Hund den Speichel nicht mehr zu schlucken vermag, tritt er als Schaum vor dem Maul aus. Muskelzuckungen sind eine weitere Folge der Gehirnentzündung. Es kommt zu Lähmungen der Beine, so dass sich der Hund nicht mehr fortbewegen kann. Mit fortschreitender Lähmung tritt schließlich der Tod durch Atemstillstand ein.


Prophylaxe

Anders als noch vor zwei Jahrzehnten ist das Risiko einer Tollwut-Ansteckung in Deutschland sowohl für Menschen wie für Hunde gering: Deutschland gilt als tollwutfrei. Eine Pflicht zur Tollwutimpfung besteht für Hunde nicht.

Im Hinblick auf die Gefahr einer Einschleppung infizierter Tiere aus dem Ausland darf die Tollwut dennoch nicht unterschätzt werden. Ein Dauerimpfschutz für Hunde wird auch deshalb empfohlen, weil gemäß Tollwutverordnung nicht geimpfte Katzen und Hunde bei amtstierärztlich festzustellendem, begründetem Verdacht eingeschläfert, zumindest aber unter mehrmonatige Quarantäne gestellt werden müssen.

Ohnehin ist der für Deutschland festzustellende Rückgang der Tollwuterkrankungen nicht zuletzt auf die bei Tieren über viele Jahre kontinuierlich vorgenommenen Tollwutimpfungen zurückzuführen, während in Ländern ohne diese Impftradition weiterhin konkrete Tollwutgefahren existieren.


Die Tollwut-Impfung

Der Hund wird mit drei Tollwut-Impfungen grundimmunisiert. Die ersten beiden Impfungen erfolgen im Alter von 12 und 16 Wochen, die dritte Impfung nach einem weiteren Jahr. Üblicherweise wird anschließend alle drei Jahre eine Folgeimpfung vorgenommen. Die heute verwendeten Impfstoffe lösen keine starken Nebenwirkungen aus und stellen den Tollwut-Impfschutz des Hundes für drei Jahre sicher.


Therapien für Hunde mit Tollwuterkrankung?

Gesetzlich festgeschrieben ist das Verbot einer Therapie von an Tollwut erkrankten Tieren. Hilfe ist nach erfolgter Infektion also –selbst innerhalb der Inkubationszeit- nicht mehr möglich.

 

hundewutz.de übernimmt keine Gewährleistung bezüglich der Richtigkeit dieses Textes. Dieser Artikel dient ausschließlich Informationszwecken und darf den Besuch beim Tierarzt nicht ersetzen, falls ihr Hund gesundheitliche Probleme haben sollte.